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Landesausstellung im sakralen Rahmen des Stiftes Melk

Auf der Suche nach dem Paradies

- Helga Aigelsreiter -

Vorstellungen vom Paradies gibt es viele. Es gibt die Sehnsucht nach dem Urlaubs-, Einkaufs- und Videoparadies. Oder auch nach dem Paradies in der traditionellen Vorstellung des Garten Eden, in dem Frieden, Harmonie und Wohlergehen herrschen. Unter dem Titel „Die Suche nach dem verlorenen Paradies - Europäische Kultur im Spiegel der Klöster“ findet heuer die NÖ. Landesausstellung in Melk statt.

De „Suche nach dem Paradies“ beginnt in den düster gehaltenen Kellergewölben des Stiftes. Der barocke Stiftskeller, in Kriegszeiten Zufluchtsort und später Weinkeller, wird erstmals für Besucher geöffnet. Hier findet man eine Vielzahl von Bildern vom Paradies. Durch die Bibel ist das Bild, das wir uns vom Paradies machen, geprägt. Einerseits wird es mit der Schöpfungsgeschichte verknüpft, andererseits mit dem Sündenfall. Es waren immer die Künstler, die diese Themen aus der Sprache der Theologen für die Gläubigen übersetzten. In Bildern, Musik und Literatur wird die Schöpfungsgeschichte bis hin zur Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies dargestellt. Gezeigt werden prächtig illustrierte mittelalterliche Handschriften, Dantes „Göttliche Komödie“, Gemälde und Stiche von Pieter Brueghel d. Ä., Marc Chagall oder Rudolf Haussner, Messgewänder, die „Schöpfung“ von Joseph Haydn, und vieles mehr.

Orden auf der Suche nach „ihrem“ Paradies

Im zweiten Teil der Ausstellung werden die wichtigsten Orden vorgestellt: z. B. die Benediktiner, Prämonstratenser bis hin zu den Bettelorden wie den Franziskanern und Dominikanern. Für manche Mönche steht das Seelenheil der Mönche oder Nonnen im Mittelpunkt, das Gebet, die Askese. Manche stellen sich aber auch in den Dienst der Gläubigen und widmen sich der Mission oder den Armen. Wieder andere betreiben Krankenhäuser oder Schulen. Außerdem zählten die Klöster jahrhundertelang zu den bedeutendsten Zentren der Wirtschaft, der Kunst und der Wissenschaft. In den Klöstern, oder auch für sie, entstanden prächtige Kunstgegenstände zu Ehren Gottes. In der Landesausstellung in Melk wird der Abtstab des heiligen Bernhard von Clairvaux, des Gründers des Zisterzienserordens ebenso ausgestellt, wie eine Fastenkrippe und Handschriften des astronomischen Wissens im 9. Jhdt. in St. Gallen, bis hin zu Geräten, die in Sternwarten der Klöster Verwendung fanden, von barocken Bildwerken Franz Anton Maulbertschs, Georg Raphael Donners oder Ignaz Günthers. Die besonderen Kostbarkeiten der Ausstellung sind in der Prälatur, gleichsam als „Schatzkammer“ zu sehen und zeigen neben anderen wertvollen Objekten das Melker Kreuz und die Kolomani-Monstranz.

Garten Eden - ganz profan

Der Garten von Stift Melk wurde nach alten Plänen restauriert und ist sonst nur den Mönchen zugänglich. Er bildet den dritten Teil der Landesausstellung. Er wird gleichsam in einen Garten Eden verwandelt und soll den Besuchern ein Erlebnis für alle Sinne bieten - von der Vertreibung aus dem Paradies bis zur Arche Noah, die über Lautsprecher vom Rauschen des Meeres begleitet wird. Dieser Teil des Stiftes ist nur heuer im Rahmen der Landesausstellung zugänglich.

Die Ausstellung ist bis zum 15. November täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
Informationen: Tel. 02752/52312-232 oder -225.
Internetadresse: http://www.stiftmelk.at

 



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verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr