Herbst-Diözesankonferenz am 2. und 3. September im Stift Zwettl
Männer zwischen Macht und Ohnmacht
- Hans Pflügl -
Kath. Männerbewegung setzt Schwerpunkte
für die kommende Jahresarbeit fest.
„Wenn unser Mut, unsere Kraft und Stärke lebensfördernd und nicht
zerstörend sein sollen, müssen wir uns dem stellen“, erklärte der
Psychotherapeut Franz Steinkellner bei der diözesanen Herbstkonferenz
der Kath. Männerbewegung im Stift Zwettl. Das Thema „Macht und Ohnmacht
der Männer“ wurde für die kommende Jahresarbeit zum Schwerpunkt
gewählt. Der Umgang mit Macht sei vor allem für die Männer ein Problem,
meint Steinkellner aufgrund seiner Erfahrung als Psychotherapeut.
Unsicherheit und Ohnmacht auf der einen Seite, Aggressionen und
Gewalt bis zum Suizid auf der anderen Seite seien die negativen
Auswirkungen, sagte er. Aus dem Blickwinkel der Biologie, Sozialisation
und Kulturgeschichte versuchte Steinkellner eine Antwort zu geben.
Unsicherheit und Angst seien schlechte Voraussetzungen, mit der
eigenen Macht und Stärke umzugehen, wies er hin. Mit der „Angst
im Nacken“ werde die Macht gelähmt oder weiche in Gewalt und Aggressionen
aus. Nur wenn sich Menschen sicher fühlen, können sich Kraft und
Mut in eine lebensfördernde Richtung entwickeln. Statt „Auseinandersetzungen
mit Angriff und Verteidigung“ schlägt Steinkellner einen echten
Dialog vor. Nur so lasse sich dieser Teufelskreis durchbrechen,
wies er hin: Das Veränderbare verändern, das Unveränderbare annehmen
und zwischen beiden unterscheiden sei die beste Möglichkeit, mit
der eigenen Macht und Stärke umzugehen.
Arbeitsvorhaben
Bei den Arbeitsvorhaben wurden über 20 geplante Veranstaltungen
vorgestellt, die von den traditionellen Bauerntagen in St. Pölten,
Seitenstetten und Zwettl bis zu Männer-abenden und Beziehungstagen
reichen. Ebenso gibt es Handreichungen für jene, die eine Männerrunde
leiten. Für die inhaltliche Arbeit werden Skizzen für „Aktivistenrunden“
angeboten, die von „Zivilcourage“ bis zur Aufarbeitung des Jahresthemas
„Macht und Ohnmacht der Männer“ reichen. Ein besonderer Schwerpunkt
gilt auch der Veranstaltungsreihe zum „neuen Mann“, die mit Oktober
dieses Jahres anläuft. Eine Referentenliste für pfarrliche Veranstaltungen
ergänzt das Angebot.
Neuwahl
Bei der Wahl des Diözesanvorstandes der katholischen Männerbewegung
wurde DI Dr. Leopold Wimmer aus Friedersbach als Obmann für weitere
fünf Jahre wiedergewählt. Seine Stellvertreter sind Dir. Hubert
Stadlmann aus Michelbach und Dir. Othmar Engelhardt aus Eggenburg.
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