Mehr als "nur" ein Landespatron
Wer war der Hl. Leopold?
- Peter Glas -
Heilige sind Menschen wie du und ich
Wenn wir an die Heiligen denken, ist es faszinierend, dass es Menschen
waren wie wir. Das Besondere an den Heiligen ist, dass sie einen
ganz festen Halt im Glauben hatten, ein Vertrauen, eine Hoffnung,
eine Güte ausstrahlten, die auf ihre Mitmenschen einen besonderen
Eindruck machte. Die Heiligen sind wie ein Licht, das in der Finsternis
leuchtet, wie ein warmes Feuer in der kalten Nacht ... Heilige sind
Menschen wie du und ich, sie sind nicht unerreichbar für uns, sondern
sind uns ganz nahe. Sie hatten auch ihre Fehler und Schwächen, aber
sie hatten vor allem einen festen Glauben an Christus, der uns die
Gnade und die Kraft für einen Neuanfang schenkt, wenn wir fallen.
Leopold - ein Heiliger unseres Landes
Der Heilige Leopold (1075 - 1136), dessen Fest wir am 15. November
feiern, ist ein sehr bekannter Heiliger in unserer Gegend. Seit
dem Jahr 1663 wird er als unser Landespatron verehrt. Leopold kann
für uns aber mehr bedeuten als einen freien Arbeitstag am Landesfeiertag.
Zum Beispiel, dass er in unserer Gegend daheim war, geboren in Melk,
dann nach Gars am Kamp übersiedelt, später nach Klosterneuburg.
Er kam viel im Land herum, war Landesfürst von Österreich, mit seiner
Heimat verbunden. Durch die Gründungen der Klöster Klosterneuburg,
Heiligenkreuz und Kleinmariazell förderte er das Unterrichts- und
Gesundheitswesen, die Armenfürsorge und die Landwirtschaft.
Ein Mann der Familie
Leopold war ein Familien-mensch. Nach dem Tod seiner ersten Frau
heiratete er die Kaisertochter Agnes, mit der er 17 Kinder hatte,
von denen allerdings sieben schon sehr früh starben. Er war sehr
besorgt und bemüht um die Erziehung und Zukunft seiner Kinder. Er
erlebte die Höhen und Tiefen des Vaterseins. Große Sorgen bereitete
ihm z.B. ursprünglich der Werdegang seines Sohnes Otto von Freising,
den er zum Studium nach Paris geschickt und zuvor schon zum Propst
des Stiftes Klosterneuburg gemacht hatte, der aber in ein französisches
Zisterzienserkloster eintrat. – Vater und Sohn hatten verschiedene
Vorstellungen von der Zukunft Ottos. – Spannungen, wie sie bis heute
zwischen Eltern und Kindern vorkommen.
Ein Mann des Friedens
Durch seine Friedenspolitik konnte Leopold Frieden stiften, z.B.
zwischen Papst und Kaiser, zwischen Kaiser Heinrich IV. und dessen
Sohn Heinrich V. Er bewahrte aber auch den Frieden im eigenen Land
und wehrte erfolgreich Feinde von außen ab (ungarische Einfälle
1118/19 und 1133).
Ein Mann des Glaubens und der Kirche
Die Gemeinschaft der Gläubigen, die Kirche im eigenen Land und
ihre Verbundenheit mit der römischen Kirche, d.h. die Einheit mit
dem Papst, war für Leopold sehr wichtig. Papst Innozenz II. nannte
ihn „einen treuen Sohn des heiligen Petrus“.
Die fünf Adler des Heiligen Leopold
Leopold wird oft dargestellt mit einer blauen Fahne mit fünf goldenen
Adlern. Ich erlaube mir, diese fünf Adler auf dem Hintergrund der
obigen Gedanken umzudeuten: Die fünf goldenen Adler im Leben des
Heiligen Leopold, mit denen er sich frei und stark und königlich
bewegt hat, sind: Menschsein, Familie, Heimat, Friede und Glaube
an Jesus Christus in der Gemeinschaft der Kirche.
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Tagesgebet am
Gedenktag des Hl. Leopold
Allherrschender Gott,
du hast dem
heiligen Markgrafen Leopold
für die Ausübung
seines Amtes die
Gaben deines Geistes geschenkt.
Hilf uns unsere Pflichten
treu zu erfüllen und
nimm uns einst auf
in dein himmlisches Reich.
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