Meine Meinung
Hat die KMB etwas zu sagen?
- DI Dr. Leopold Wimmer -
Unsere Gesellschaft wird immer pluralistischer, die Probleme und
Meinungen immer vielfältiger. Auch innerhalb der KMB kann es zu
unterschiedlichen Standpunkten je nach Beruf, Bildung, Alter usw.
der Person kommen. Das ist bei Sachproblemen legitim und keiner
kann sich dabei darauf berufen, nur seine Meinung entspreche christlicher
Überzeugung, wie schon das Konzil festgestellt hat.
Wie kann also die KMB als ganzes sich zu Wort melden?
Regierungen und Parteien berufen sich auf Sachzwänge und versuchen
ihre Aussagen mit Expertenberichten zu untermauern. Dabei gilt aber
wieder das oben gesagte: unterschiedliche Experten kommen zu konträren
Meinungen. Somit bleibt es wieder dem Einzelnen überlassen, was
und wem er glaubt. Hier sehe ich die Möglichkeiten und die Verantwortung
der KMB. Die Frage, die sich die Menschen heute stellen, lautet
nämlich nicht „Was glauben“ sondern „Wem glauben“! Es kommt also
darauf an, wie unser Reden und Handeln eingeschätzt wird. Gehören
wir in den Augen unserer Mitmenschen zu jenen, denen es um den eigenen
Vorteil geht oder nimmt man unsere Aussagen zu christlichen Grundwerten,
unser Eintreten für die Benachteiligten, die sozial Schwachen ernst,
wird uns Kompetenz in Fragen der Entwick-lungszusammenarbeit zugebilligt?
Es kommt also darauf an, wie nicht nur unser Reden sondern auch
unser Handeln erlebt wird. Das ist für uns Chance und Herausforderung
zugleich.
Es gilt durch unsere Haltung und unser Handeln glaubwürdig zu sein,
denn nur dort wo unsere Nachbarn und Bekannten uns so einschätzen,
wird unser Wort, werden unsere Aussagen etwas gelten.
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DI Dr. Leopold Wimmer
KMB-Obmann
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