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Meine Meinung
Sozialpolitik populär?
- DI Dr. Leopold Wimmer -
Die geplante Einführung eines Kindergeldes, das für jedes Kind
ausbezahlt wird, ist als familienpolitische Maßnahme zu begrüßen.
Wenn es gelingt, gleichzeitig auch Rahmenbedingungen zu schaffen,
die es den Eltern erlauben, sich in den ersten Jahren persönlich
um die Erziehung ihrer Kinder anzunehmen, bedeutet das für die Entwicklung
unserer Gesellschaft einen sehr positiven Schritt. Zu Bedenken gilt
es dabei, wie die Erfahrungen aus anderen Ländern Europas zeigen,
dass eine Reihe von Maßnahmen erforderlich ist, um wieder zu einer
kinderfreundlichen Haltung zu kommen. Ganz sicher nicht förderlich
ist, wenn noch vor Einführung des Kindergeldes, die finanzielle
Anerkennung der Sorgepflicht für Kinder beim Arbeitslosenbezug geschmälert
und die jährliche Wertanpassung dieser Gelder gestrichen wird. Wie
soll denn eine alleinerziehende Mutter, die auf Grund ihrer Kinderbetreuung
nicht so flexibel ist, wie das heute gemeinhin von den Betrieben
gefordert wird, und daher auch mit noch so vielen Bewerbungen, keinen
Posten bekommt, mit ein paar Tausend Schilling für sich und ihr
Kind sorgen? Warum hat man solche Eile, bei den Schwächsten der
Gesellschaft zu sparen? Kann es wirklich Ziel einer verantwortungsvollen
Politik sein, den Stimmen am Biertisch und der Neidgenossenschaft
zu entsprechen? Wenn man schon sparen will, warum hat man z.B. nicht
schon längst eine Gesetzesänderung beschlossen und den Anspruch
auf eine Ministerpension nach ein paar Monaten Amtszeit abgeschafft?
Warum hat man nicht strengere Regelungen und Kontrollen eingeführt,
die Doppelbezüge in einer Höhe, von der ein Durchschnittsverdiener
nur träumen kann, endlich wirkungsvoll unterbinden? Die Antwort,
warum dies so ist, mag sich jeder selbst geben.
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DI Dr. Leopold Wimmer,
KMB-Obmann der Diözese St. Pölten
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