Meine Meinung
Sparen oder fasten?
Sparen und fasten sind zwei Worte, die zur Zeit oft genannt werden.
Um beim Sparen zu beginnen: Wir sparen in vielen Bereichen. Wir
sparen beim Einkaufen im Supermarkt und kaufen die billigsten Lebensmittel,
um uns ein großes und teures Auto leisten zu können.
Wir haben keine Zeit für ein Gespräch, die Frage „wie geht es dir?“
ist zum „wie geht's?“ verkürzt und wir erwarten auch nur ein „gut“
oder sonst eine Phrase als Antwort. Dafür richten wir chat rooms
im Internet ein, wo jeder anonym Belangloses bis Peinliches von
sich geben kann.
Wir sparen in den Betrieben Arbeitsplätze, sprich Kosten, ein,
was noch mehr Stress für die verbleibenden Beschäftigten bedeutet,
um den Aktionären höhere Dividenden zahlen zu können. Der Staat
spart im Sozialsystem auf Kosten derer, die Hilfe brauchen, um sich
höhere Ausgaben für Kultur- und Event(manager) leisten zu können.
Schließlich will man international ja nicht als Provinz dastehen.
Fasten bedeutet dem gegenüber für mich, auf Überflüssiges zu verzichten,
körperlichen und auch sonstigen Ballast abzubauen, um den Blick
auf das Wesentliche frei zu bekommen. Fasten bedeutet, den Götzen
Konsum einzudämmen, das eigene Ich ein wenig einzuschränken, um
den Blick für ein Du, für ein Miteinander und Gemeinschaft frei
zu bekommen.
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DI Dr. Leopold Wimmer,
KMB-Obmann der Diözese St. Pölten
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