rufer

   Das Online Magazin der Katholischen Männerbewegung St. Pölten
     

[ Aktuell ]

[ 2001]
Jan/Feb

[ 2000]
Jan/Feb
März
April
Mai
Juni

Juli/August
September
Oktober
November
Dezember

[ 1999]
Dezember
November
Oktober
September
Juli/August
Juni

Mai
April

März

Jänner/Feb

[ 1998 ]

Glauben Männer anders?

Die nächster rufer erscheinen am:
Dienstag, den 10. April 2001
Dienstag, den 8. Mai 2001
Dienstag, den 12. Juni 2001
Dienstag, den 31. Juli 2001
Dienstag, den 11. Sept. 2001
Dienstag, den 9. Okt. 2001
Dienstag, den 6. Nov. 2001
Dienstag, den 4. Dez. 2001



 
    März 2001  
 
Kantig geschrieben für Männer

Berufen, Zeugen des Lebens zu sein

Berufen
Nicht nur Priester, sondern alle Männer sollten sich fragen: „Wozu bin ich berufen? Woran erkenne ich meine Berufung und wie lebe ich sie? Bin ich bereit, meine Berufung zu leben und trotzdem die Berufungen der Menschen neben mir als andersartige zu akzeptieren?“

- Robert Krendl -

Grundsätzlich glaube ich, dass jeder Mann zur Fülle des Lebens und zum Zeugen des Lebens berufen ist!

Zeuge

Was ist ein Zeuge, vor allem ein Zeuge des Lebens? Ein Zeuge des Lebens sollte ehrlich sein, aber nicht lieblos, sensibel, aber nicht schutzlos, strebsam, aber nicht verbissen, treu, aber nicht starr, gütig, aber nicht dumm und gewaltlos, aber nicht wehrlos. Männliche Zeugen des Lebens sind bereit, Zeichen zu setzen, die sich gegen den vorherrschenden Strom richten. Sie sind bereit, fragwürdig zu sein und sich lächerlich zu machen in einer Welt des Konkurrenzdenkens und Erfolgsstrebens.

Leben

Leben besteht nicht nur aus Glück und Erfolg, Leben besteht auch aus Versagen, Leid und Tod. Leben besteht nicht nur aus Macht und Stärke, Leben besteht auch aus Ohnmacht und Schwäche. Wenn Männer Zeugen des Lebens sein wollen, müssen sie diese ganze Bandbreite des Lebens im Blick haben.

Männer, die Leben ermöglichen

Immer wieder traf ich in letzter Zeit solche männliche Zeugen des Lebens. Vielleicht waren sich diese Männer ihrer Berufung selbst gar nicht bewusst. Aber sie haben Zeichen gesetzt, Zeichen des Lebens in einer oft so starren und kalten Welt. Da fällt mir einmal ein Lehrer ein, zu dem kürzlich ein 14-jähriger Schüler am Beginn einer Stunde weinend kam und sagte: „Heute morgen hat sich mein Bruder erschossen!“ Der Lehrer fragte nicht, sprach nicht viel, aber er legte dem Jungen die Hand auf die Schulter und war einfach da.- Ein kurzes Atemholen in der Stunde des Schmerzes wurde ermöglicht. Dann taucht vor mir das Bild eines Mannes in den mittleren Jahren auf, der im Anschluss an einen sehr dichten Gottesdienst einer krebskranken Frau die Hand auflegte und sie segnete. Die Geste wirkte sehr spontan und von Herzen kommend. - Für diese Frau bedeutete sie Berührung und Heilung in einer schweren Lebens- phase. Als Nächstes erinnere ich mich an einen meiner Abendschüler, die meinen HTL-Religionsunterricht besuchen, einen jungen Mann, beruflich sehr erfolgreich, mit beiden Beinen im Leben stehend. Er äußerte einmal den Wunsch, ein paar Unterrichtsstunden in einem Altersheim zu verbringen. Der Wunsch wurde realisiert. Ich war sehr berührt, wie dieser junge Erwachsene (und auch jeder andere Schüler) auf die alten Menschen einging, mit ihnen sprach und ihnen die Hände hielt. - Für diese Menschen bedeutete diese Begegnung Hoffnung und das Gefühl, von jungen Menschen nicht vergessen zu werden. Als letztes Beispiel erwähne ich einen etwa 40-jährigen Mann, der über Monate einige 8-jährige Buben als Erstkommunion-Tischvater begleitete. Er erzählte, dass diese Tätigkeit ungemein anstrengend war und ihm viel Zeit und Energie kostete. Am Ende sagten die Buben: „Es war toll!“ - Für die Buben, die zum Teil aus sehr schwierigen Verhältnissen kamen, bedeuteten diese Stunden Gemeinschaftserfahrung und das Erleben eines positiven männlichen Vorbilds.

„Richtige Männer“ haben das ganze Leben im Blick

Die vier Geschichten, so verschieden sie waren, erzählten von Männern, die in ihrer Umgebung Aufatmen, Heilung, Hoffnung und Leben ermöglichten. Sind diese Männer auf Grund ihrer Einstellung und ihres Handelns keine „richtigen Männer“? Im Gegenteil: Ich denke, „richtige Männer“ sind solche, die das einseitige Konkurrenz- und Erfolgsstreben hinter sich lassen, auf die Signale ihres Herzens hören und das ganze Leben im Blick haben!

Ich denke, „richtige Männer“ sind solche, die das einseitige Konkurrenz- und Erfolgsstreben hinter sich lassen, auf die Signale ihres Herzens hören und das ganze Leben im Blick haben!

 



pages by maworks
 
    Die KMB ist eine Gliederung der Kath. Aktion der Diözese St. Pölten
verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr