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   Das Online Magazin der Katholischen Männerbewegung St. Pölten
     

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Glauben Männer anders?

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    April 2001  
 
Interview mit dem neuen Männerbeauftragten

Männerpolitik politisch „in“

Der rufer führte ein telefonisches Interview mit Dr. Johannes Berchtold, dem Männerbeauftragten im Bundesministerium für soziale Angelegenheiten und Generationen.

Rufer: Bei der Installierung Ihrer Abteilung hat es viel Aufsehen gegeben. Arbeitet Ihre Abteilung schon, wie viele Mitarbeiter beschäftigt sie. Welche sind ihre Hauptaufgaben?

Dr. Berchtold: Die neue Geschäftsstelle gibt es provisorisch seit 14. März 2001, mit 4 Personen und einem Juristen. Sie ist der Sektion Familie und Jugend, Frauen, Senioren und Männerangelegenheiten zugeteilt. Zu unserer Hauptaufgabe gehört es, Kontakt zu halten zu verschiedenen Organisationen, wie Männerberatungsbüros und Männervereinen. Männergesundheit, Familie und Beruf, Gleichstellung in der Aus- und Weiterbildung. Zusammenarbeit mit der Familien- und Jugendsektion, sowie Gesundheitssektion..

Rufer: Was kann Ihre Abteilung jedem einzelnen Mann bringen, welche Auswirkungen hat ihre Arbeit auf die Gesellschaft?

Dr. Berchtold: Wir sind kein Beratungsbüro für Einzelfälle, sondern wir können Probleme, die in Organisationen, wie das Recht des Kindes auf beide Eltern, auf eine politische Ebene stellen oder auch Verbesserungsvorschläge für Männer die durch eine Scheidung in Schulden geraten sind, machen.

Rufer: Auch die KMB setzt sich für Männer ein, sehen Sie Gemeinsamkeiten, wo sehen Sie Möglichkeiten einer Zusammenarbeit?

Dr. Berchtold: Ich war dieses Wochenende bei einer Veranstaltung der Katholischen Männerbewegung Österreichs, und zwar beim Studientag Männerarbeit und Gewaltprävention in Salzburg. Es war ein interessantes Forum, wobei man auch feststellen konnte, dass es verschiedene Ansätze gibt, die Männerthematik aufzugreifen. Ich werde mich mit allen, die sich der Männerangelegenheiten annehmen, an einen Tisch setzen und werde dort auch unsere Vorstellung vortragen. Natürlich müssen wir uns an die Vorgaben der Politik halten.

Rufer: Wie sind Sie persönlich zum Männerthema gekommen?

Dr. Berchtold: Ich habe als Politikwissenschaftler und Philosoph die Männerthematik schon immer behandelt, aber in einem gesamtheitlichen Zusammenhang. Nicht getrennt als Frauen- oder Männerpolitik. Durch meine Arbeit im Kabinett habe ich gesehen, dass in der Männerthematik ein Vakuum existiert. Es ist bis jetzt schon das Thema Väter in der Familien- oder Frauensektion behandelt worden. Ich glaube, dass der geschlechterspezifische Ansatz von beiden Seiten gesehen werden muss.

Rufer: Was war der konkrete Anlass für die Einrichtung einer Männerabteilung?

Dr. Berchtold: Dazu müssen Sie Minister Haupt fragen. Ich glaube, dass der praktische Bedarf da war. Bei einem Besuch der Wiener Männerberatung wurde mir mitgeteilt, dass sie keine Werbung machen, sonst könnten sie den Andrang nicht bewältigen. Andererseits haben die Politiker gesehen, dass die Emanzipationsbewegung sich der Männer zu wenig angenommen hat. Natürlich ist es ein Erfolg der politischen Führung dieses Ressorts.

Rufer: Herr Doktor, wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen Ihrer Abteilung viel Erfolg!

 
 


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    Die KMB ist eine Gliederung der Kath. Aktion der Diözese St. Pölten
verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr