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   Das Online Magazin der Katholischen Männerbewegung St. Pölten
     

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Ostern 2001

Ostern Fest der Ver-wandlung

- Peter Glas -

Geheimnis des Glaubens: im Tod ist das Leben

In seiner letzten öffentlichen Rede (vgl. Joh 12, 20-36) vor seiner Gefangennahme und Kreuzigung in Jerusalem hat Jesus das Geheimnis seines Lebens und Sterbens in einem sehr sprechenden Bild angedeutet: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht“ (Joh 12,24). Im Gotteslob finden wir dieses Bild vom Weizenkorn als Lied vertont und gedeutet: „Das Weizenkorn muss sterben, sonst bleibt es ja allein; der eine lebt vom andern, für sich kann keiner sein. Geheimnis des Glaubens: im Tod ist das Leben.“ (Gotteslob Nr. 620)

Ein Gleichnis für das Leben der Christen

Dieses Bild Jesu vom Weizenkorn ist ein Gleichnis für das Leben der Christen: Der Tod des Weizenkorns, das in die Erde fällt, ist nur scheinbar das Ende. In Wirklichkeit ist es der Anfang eines neuen Lebens, eines Lebens in Fülle. So bedeutete auch der Tod Jesu am Kreuz für alle, die Jesus geglaubt hatten und ihm gefolgt waren, scheinbar das schreckliche Ende ihres mit ihm begonnenen Weges. Durch die Begegnung mit dem Auferstandenen drei Tage nach seiner Kreuzigung erfuhren sie aber, dass Jesus Christus den Tod besiegt hat. Das Leben ist stärker als der Tod. Der Weg der Christen führt durch das Kreuz, durch den Tod hindurch, ins Leben.

Dunkelheiten des Lebens

Jesus wusste um die Dunkelheiten des Lebens, die uns hier auf Erden in verschiedenster Form begegnen. Sie machen uns zu schaffen, wir leiden darunter. Manchmal drohen wir vielleicht auch, unter ihnen zu verzweifeln. Jesus hat selbst unter diesen Dunkelheiten gelitten: Jesus hat geweint (am Grab seines Freundes Lazarus; über Jerusalem), er war zornig (z.B. Vertreibung der Händler aus dem Tempel); er fühlte sich verlassen und hatte Todesangst (Gebet am Ölberg). Auch in seiner letzten öffentlichen Rede, von der wir bereits gesprochen haben, hat Jesus ausdrücklich von diesen Dunkelheiten gesprochen. Dabei gesteht er selbst: „Jetzt ist meine Seele erschüttert“ (Joh 12,27). In dieser Erschütterung vermittelt Jesus aber das Vertrauen und die Gewissheit des Glaubens und der Geborgenheit in Gott. Und er bestärkt seine Jünger, ihm durch die bevorstehende Dunkelheit hindurch treu zu bleiben und ihm zu folgen: „Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. ... Nur noch kurze Zeit ist das Licht bei euch. Geht euren Weg, solange ihr das Licht habt, damit euch nicht die Finsternis überrascht. Wer in der Finsternis geht, weiß nicht, wohin er gerät. Solange ihr das Licht bei euch habt, glaubt an das Licht, damit ihr Söhne des Lichts werdet“ (Joh 12,32.35f).

Von der Verzweiflung zum Glauben

Die Jünger Jesu sind Jesus gefolgt. Wenn wir im Johannes-evangelium weiterlesen, sehen wir, wie dieses Nachfolgen – gerade in den letzten Tagen vor der Gefangennahme und Kreuzigung Jesu – immer schwieriger für sie wurde. Es war für die Jünger – genauso wie für uns heute – nicht einfach zu verstehen, warum Jesus leiden musste, warum Menschen überhaupt leiden müssen, warum wir leiden müssen ... Wir sehen auch, wie die Jünger und die Frauen, die Jesus gefolgt waren, seinen Tod nicht fassen konnten, wie sie verzweifelt und verunsichert waren. Selbst in den ersten Begegnungen mit dem Auferstandenen hat sich diese Verzweiflung nur langsam vom Zweifel in die Sicherheit und den Glauben gewandelt, dass Jesus wirklich auferstanden ist und lebt (z.B. Joh 20,11-18; Joh 20,24-29). Dieser Weg von der Verzweiflung und vom Zweifel hin zur Hoffnung, zum Vertrauen, zum Glauben ist auch unser Weg. Das Osterfest – das höchste Fest der Christen – möchte uns auf diesem Weg Jahr für Jahr neu bestärken und ermutigen. Es ist der Weg von der Dunkelheit ins Licht. Je mehr wir uns auf diesen Weg einlassen, je mehr wir uns auf Jesus einlassen, indem wir unser Leben ihm anvertrauen, umso mehr werden wir zu „Söhnen und Töchtern des Lichts“ werden (vgl. Joh 12,36).

Der österliche Weg der Verwandlung

Ostern ist so gesehen das Fest der Wandlung und der Verwandlung. Jeder Sonntag ist ein „keiner Ostersonntag“, jede Eucharistiefeier ist ein „kleines Osterfest“: Wenn wir gemeinsam mit dem Priester am Altar die Gaben von Brot und Wein vor Gott bringen, dann bitten wir, dass er sie wandeln möge in den Leib und das Blut seines Sohnes, in das Brot des Lebens und den Kelch des Heiles. Bei der Gabenbereitung in der Feier der Heiligen Messe bringen wir aber nicht nur die Gaben von Brot und Wein zum Altar, sondern wir bringen unser ganzes Leben, uns selbst, alle Menschen, mit denen wir verbunden sind, die Kirche, die ganze Welt, alle Freuden und alles Leid vor Gott. Und wir bitten und dürfen vertrauen, dass Gott es wandelt. Gott kann uns und unser Leben verwandeln. Diese Verwandlung können wir nicht erzwingen, sie ist ein Geschenk. Wir können uns aber dafür bereiten, indem wir auf das Wort Jesu hören und seinem Ruf, seinem Rat folgen. Alles andere wird sich ergeben ...

Gedanken zum Bild
„Der reiche Fischfang“:

Der Nachtrag zum Johannesevangelium (Joh 21) erzählt von der Erscheinung des Auferstandenen am See (Joh 21,1-14). Die Jünger Jesu sind offenbar noch nicht sehr überzeugt, dass die „Sache Jesu“ weitergehen wird. Zumindest ist in der geschilderten Anfangsszene wenig Begeisterung zu spüren. Petrus sagt, er gehe fischen, und die drei Jünger, die dabeistehen, schließen sich ihm an. Sie gehen zurück zu der Arbeit, die sie vor der Berufung durch Jesus ausgeübt haben. – Was sollten sie anderes tun? Irgendwie muss es ja weitergehen, irgendwie müssen sie für ihr Überleben sorgen ... Sie steigen also in ihr Boot und fahren hinaus auf den See. Dort werfen sie ihr Netz aus. Eine ganze Nacht lang bleiben sie draußen. Aber in dieser Nacht fangen sie nichts. Am Morgen steht Jesus am Ufer. Die Jünger wissen nicht, dass er es ist. Er fragt sie, ob sie etwas zu essen haben. Sie gestehen, dass sie nichts haben. Da ruft er sie auf, ihr Netz auf der rechten Seite des Bootes auszuwerfen. Sie folgen seinem Ruf und – siehe da! – das Netz wird so voll mit Fischen, dass sie es nicht wieder einholen können. Da erkennt der Jünger, den Jesus liebte: Es ist der Herr! Petrus springt in den See – auf Jesus zu. Die anderen Jünger kommen mit dem Boot nach. Als sie alle am Ufer mit dem Auferstandenen versammelt sind, halten sie gemeinsam ein Mahl. Jesus lädt sie ein: Kommt her und eßt! Danach fordert Jesus Petrus auf, ihm zu folgen (Joh 21,19). Das Wort Jesu an Petrus: „Folge mir nach!“, gilt für uns alle. Es ist die Einladung, uns auf den Weg mit Jesus einzulassen als „Söhne und Töchter des Lichts“ (vgl. Joh 12,36). Peter Glas


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    Die KMB ist eine Gliederung der Kath. Aktion der Diözese St. Pölten
verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr