Arbeitsfreier Sonntag in die Landesverfassung
Den Sonntag nicht verkaufen
- Peter F. Moser -
„Das ist der Tag, den der Herr gemacht hat; wir wollen jubeln
und uns an ihm freuen.“
Mit diesen Worten des Psalm 118 wird in der Osterzeit der Tag der
Auferstehung Christi besungen. Seit der Zeit der Apostel ist der
zentrale Ritus der Christen die Eucharistiefeier, das Gedächtnismahl
als Fortführung des Mahles, das Jesus mit seinen Jüngern gefeiert
hat. Und dieses Mahl wurde am Auferstehungstag, am ersten Tag der
jüdischen Woche gefeiert. In diesem Fest ist das gesamte Erlösungsgeschehen
enthalten. Wir Christen glauben, dass Gott Jesus in ein neues Leben
auferweckt hat und dass er in diesem neuen Leben bei seiner Kirche
ist, - alle Tage, bis zur Vollendung der Welt.
Jeder Sonntag ist ein kleines Osterfest
Der Sonntag ist die wöchentliche Feier der Auferstehung Jesu. Mit
ihr verbindet sich das alttestamentliche Gebot der Sabbatruhe, in
Erinnerung an das Ruhen Gottes nach der vollbrachten Schöpfung am
siebten Tag.
Den Sonntag nicht verkaufen
Der Philosoph Immanuel Kant hat bereits vor gut 200 Jahren in
seinem Werk „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ festgestellt,
dass alles entweder einen Preis oder eine Würde hat. Alles, was
nach einem Preis bemessen wird, kann durch Äquivalentes (Gleichwertiges)
ersetzt werden. „Was diesem Maßstab nicht entspricht und über ihn
sogar erhaben ist, gestattet daher kein Äquivalent und ist somit
mit einer Würde ausgezeichnet.“ Zum Erhalt unseres Sonntags muss
ihm also die „Preisdimension“ genommen werden, so dass er als „Tauschwert“
nicht mehr greifbar ist. Wir dürfen uns den Sonntag von der Wirtschaft
nicht mit einigen finanziellen „Zuckerln“ abkaufen lassen. Auf dem
„Preisschild“ muss klar und deutlich „UNVERKÄUFLICH“ stehen.
Der Sonntag braucht eine starke „Lobby“
Das verlangt eine natürliche solidarische Allianz all derer, denen
der Sonntag etwas bedeutet, denen er etwas wert ist. Zu dieser „Lobby-Bildung“
sind alle aufgerufen, für die der Sonntag wirklich ein „Wert“ ist,
ein Tag mit nicht ersetzbarer Würde. Für uns Christen erlangt er
diese einmalige Würde vom auferstandenen Christus her. Den arbeitsfreien
Sonntag in der Landesverfassung verankern Der Arbeitskreis „Sonntag“
der Katholischen Aktion will sich konkret für eine Verankerung des
arbeitsfreien Sonntags in der NÖ-Landesverfassung einsetzen, wie
dies bereits in den Bundesländern Oberösterreich, Salzburg, Tirol
und Kärnten der Fall ist. Dazu werden Vertreter kirchlicher und
nichtkirchlicher Organisationen am 30. Mai in St. Pölten ein Forderungspapier
unterzeichnen, das anschließend an den Präsidenten des NÖ Landtages,
Mag. Edmund Freibauer, übergeben wird. Gemeinsam soll das „heiße
Eisen“ Sonntag am „köcheln“ gehalten werden. Wir Christen dürfen
die von uns mitgewählten Politiker in dieser wichtigen Sache nicht
aus ihrer Verantwortung entlassen.
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