Männerbilder
im Umbruch
Alltagsroutine,
wie auch Überraschungen prägen unser Leben in Familie
und Beruf. Zeitweise treiben uns die Zeit und die Umstände
ganz schön vor sich her. Nicht
selten attackieren wir dann das Leben selber, setzen es unter
Druck, um es in den Griff zu bekommen oder in Griff zu behalten.
Die Sehnsucht das Leben nach den eigenen Talenten und nach dem
inneren Tempo gestalten zu können, wird im Keim erstickt,
als unrealistisch, träumerisch und für Weicheier abgetan.
Die Niederungen des Alltags und die Geschäftigkeit erzeugen
weiterhin trügerische Sinnhaftigkeit, bis dass man-n ent-täuscht
ist. Das Leben selber scheint eine Eselsgeduld zu haben und trägt
uns, so gut es kann.
Wir machen gute Miene zum riskanten Spiel
und handeln wie der Herr Karl drauf los: wissen zwar nicht
ganz so genau wohin die Lebensreise gehen soll, aber dafür
sind wir um so schneller dort. In dieser Spannung und Selbsttäuschung
geht´s dann schon einige Jahre dahin; das Leben selber,
unser Körper, trägt´s bis sich Unzufriedenheit,
Miss-mut, Niedergeschlagenheit und/oder körperliche Krankheiten
einstellen. Sie sprechen dann eine recht deutliche Sprache, stellen
Fragen an unsere Gewohnheiten, fordern Einkehr, Umkehr oder auch
Rückkehr zu den Wurzeln und Visionen des Lebens, die vielleicht
ja schon einmal da waren.Was und wie lebst du?Ist das alles? Bist
du in der richtigen Spur? Lebst du auch von innen heraus? Bist
du deinen Lebens-träumen treu, mit ihnen in Kontakt, oder
vertröstest du sie schon über Jahre auf einen späteren
Zeitpunkt? Oder - etwas radikal: Du könntest dir auch deine
zukünftige Grabstein- inschrift vorstellen, wo drauf steht,
was du so alles in deine Lebensscheune als Ernte eingebracht haben
wolltest? Was möchtest du, dass da einmal draufsteht, wenn
du sie selber schreiben könntest? Worauf ist es letztlich
wirklich angekommen?Und was tust du schon jetzt dafür?Achtsamkeit
gegenüber mir und meinen Umwelten ist dabei eine Qualität,
die uns wieder zu Frieden und Gleichklang in mir wie auch in den
Beziehungen, in denen ich lebe, führen kann.
Achtsamkeit
ist eine vielfach verloren gegangene Qualität des Daseins,
ist eine Haltung, die zuerst in die Langsamkeit führt, in
ein Innehalten, in die Leere, bis ein wenig die Schlacke des geschäftigen
Tuns und des Verhaftet-Seins in Hektik und Außersich-Sein
abfällt und wir nackt vor uns stehen; das macht Angst, bringt
das Blut zum Schwitzen, die Nacht im Ölberg. Achtsamkeit
ist ein Weg wieder Kontakt und Vertrauen in das Leben, das uns
trägt zu gewinnen. Achtsamkeit ist bei sich einkehren, etwas
dazu beitragen, dass wir uns selber wie einen teuren Gast behandeln.
Und wenn die Angst der Nacktheit am größten wird, und
wir den Versuchungen der emotionalen und strukturellen Machtausübungen
in Beziehungen und Organisationen, in denen wir leben, den Verführungen
des Geldes, irgendwelcher hohler Traditionen, Fremdbestimmungen,
falscher Scham, widerstehen und uns los-lösen von aufrecht
gehaltenen Emotionen der Wut, des Neides, von Rachegelüsten
und Schuldgefühlen, von festgefahrenen Gedankengängen
und Bildern, und die Verlassenheit am größten ist,
dann rollt der Stein vom Grabe weg, und es ist gewiss: wir sind
erlöst in den Fluss des Lebens uns zu begeben, und selbst
da noch einmal los-zu-lassen und sich ihm anvertrauen. PS:
Manche hartnäckig Un-gelöste sagen dann immer, dass
man ja dann nicht mehr arbeiten würde, und dass es utopisch
sei, dass es keine Schmerzen mehr geben solle; darum geht es dabei
aber nicht: Arbeit und Schmerzen bleiben, aber sie sind dann Teile
von mir, die ich annehme und als zu mir gehörig respektiere
und achte. Eins könnte jedoch schon sein, dass sich sonst
einiges in meinem Leben verändert haben könnte.