Ein
Prämonstratenser-Pater aus Geras stiftet mit seinen Jugendprojekten Hoffnung:
Lange Zeit durch den Eisernen Vorhang in Mitleidenschaft gezogen, wurde das Gebiet
an der Grenze zum Treffpunkt für Jugendliche aus vielen Nationen.
Vor
15 Jahren hat alles angefangen - im obersten Waldviertel, drei Kilometer von der
tschechischen Grenze entfernt: Pater Andreas Brandtner vom Stift Geras und Pfarrer
von Langau begann mit der Organisation von Kinder- und Jugendlagern für Jungschar
und Ministranten. Seine Idee, den ganzen Sommer über - auch für die
umliegenden Gemeinden - einen Lagerplatz anzubieten, stieß auf Begeisterung:
Der leer stehende Franziskushof in Oberhöflein wurde zu einem Jugendcenter
ausgebaut. Das Gelände am Langauer See, der nach der Stilllegung des Langauer
Tagbau-Braunkohlenbergwerkes durch Grundwasser entstanden war, wurde zum stationären
Feriencamp.
Der
Schritt über die Grenze . . .
Zehn
Jahre später wagte Pater Andreas den Schritt über die Grenze: Im nahegelegenen
tschechischen Safov wurden zwei weitere Jugendgästehäuser errichtet,
die heute den Namen Miriam und Agnes tragen. Zusammen
mit dem Haus in Langau sind sie jährlich Anziehungspunkt für hunderte
Jugendliche aus verschiedensten Ländern.
Jugendliche
erweitern Horizont
Im
Jahr 2000 gründete der umtriebige Prämonstratenser die EURO-SOLA-Jugendakademie
zur sprachlichen und beruflichen Weiterbildung junger Menschen. Neben den österreichischen
und tschechischen Berufs-, Fach-, und Höheren Schulen gibt es inzwischen
auch ungarische, ukrainische und lettische Teilnehmer an diesem Projekt. In 27
Lehrgängen konnten bisher Studenten und Lehrlinge aus 43 Nationen in den
Gästehäusern von Pater Andreas ihren Horizont erweitern, Kultur und
Mentalität anderer Völker kennen lernen.
Hoffnung
für die ganze Region
Mit
seinen Initiativen ist es Pater Andreas gelungen, Hoffnung aufkommen zu lassen:
Nicht nur in Langau - dem Dorf an der Grenze - sondern in einer ganzen
Region, die durch ihre Lage über Jahrzehnte hinweg arg in Mitleidenschaft
gezogen war: Neun von zehn Jugendlichen mussten auspendeln oder überhaupt
wegziehen, um Arbeit zu finden.
Papst-Leo-Preis
erhalten
Heute
hat die Region um Geras mit gut 12.000 Nächtigungen von jungen Menschen pro
Jahr nicht nur an Bekanntheit gewonnen, sondern auch wesentliche wirtschaftliche
Impulse für eine nachhaltige Entwicklung erhalten. Im Mai heurigen Jahres
wurde P. Andreas Brandtner für sein beispielgebendes Wirken im Sinne der
Katholischen Soziallehre im Canisiusheim Horn vom Diözesanbischof mit dem
Papst-Leo-Preis ausgezeichnet.
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