Nicht
nur, dass die TV-Werbung uns täglich einimpft, dass nur der glattrasierteste
Yuppie Chancen bei den Traumfrauen hat, so hege ich auch den Verdacht, dass sich
die KMB mit der Propagierung des Neuen Mannes auf die Seite der Bart-Killer
geschlagen hat. Der nunmehrige Trend zum milchgesichtigen Metro-Mann,
- glatt- rasiert vom Kinn bis zu den Beinen, scheint dem Archetypus des Mannes
mit Bart endgültig den Todesstoß zu versetzen. Kennen unsere Kinder
den männlichen Bart in einigen Jahren nur mehr von den Heiligenstatuen in
den Kirchen - falls sie überhaupt dort noch hineinkommen?
Daher fordere
ich die Einführung der Artenschutzkonvention für die gefährdete
Spezies der Bartträger.
Der
Bart ist eine Gottesgabe
Am Ende des Schöpfungswerks heißt
es: Und Gott sah, dass alles gut war. Damit ist zweifellos auch der
Bart gemeint. Der Bart ist das auffälligste sekundäre Geschlechtsmerkmal
des Mannes, ein Zeichen für männliche Reife. Angesichts der Bedeutung
des Bartes erscheint das tägliche Rasieren als widernatürlich.
Früher
galt der Bart als Symbol für Macht, Stärke und Virilität. Sein
Verlust war eine Tragödie und wurde als Strafe für besiegte Feinde,
Sklaven und Gefangene gesehen. Früher schwor man sogar auf seinen Bart. Dieser
Bartkult führte sogar soweit, dass mythische Muttergottheiten mit Bart dargestellt
wurden.
Die ersten Beispiele für das freiwillige Rasieren traten bei
Menschen auf, die so ihre Demut vor Gott zeigen wollten. Später befahl angeblich
Alexander der Große seinen Soldaten, ihre Bärte zu rasieren, um ihre
Chancen im Nahkampf zu verbessern, da sich die Feinde nicht an den Bärten
festhalten konnten. Das gilt noch heute beim Bundesheer!
Nachdem sich die
beiden Moderichtungen - rasiert oder unrasiert - etabliert hatten, konnten die
Männer durch die Art, wie sie ihre Bärte trugen, Rebellion oder Untergebenentreue
ausdrücken. Der Durchschnittsmann ist in den vergangenen Jahrhunderten fast
immer glatt rasiert gewesen. In England mussten während der elisabethanischen
Ära Bartträger sogar zusätzliche Steuern zahlen. Der Bart war nur
den oberen Klassen vorbehalten.
Prämie
für Bartträger
Doch gab es in jüngster Zeit eine Zeitungsmeldung,
die wieder hoffen lässt. Mit einem Schnurrbart können Polizisten im
zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh ihr Gehalt aufbessern. Studien hätten
nach Aussage der Polizeibehörden bewiesen, dass Polizisten mit Schnurrbärten
von der Bevölkerung mehr Respekt entgegengebracht werde, berichtete die Zeitung
The Asian Age. 30 Rupien pro Monat sollen die Polizisten anspornen,
sich einen Schnurrbart wachsen zu lassen.
Vielleicht könnte sich auch
die KMB endlich zu einer Aktion zur Förderung durchringen und Bartträgern
eine Ermäßigung des Mitgliedsbeitrages gewähren, zumindest im
Fasching.
Rettet den Bart - und somit den Mann!