von Peter F. Moser

Am Ende des Schöpfungswerks heißt es: „Und Gott sah, dass alles gut war“. Damit ist zweifellos auch der Bart gemeint. Der Bart ist das auffälligste sekundäre Geschlechtsmerkmal des Mannes, ein Zeichen für männliche Reife. Angesichts der Bedeutung des Bartes erscheint das tägliche Rasieren als widernatürlich.


Rettet den Bart!

... und somit den Mann!
 


Nicht nur, dass die TV-Werbung uns täglich einimpft, dass nur der glattrasierteste Yuppie Chancen bei den Traumfrauen hat, so hege ich auch den Verdacht, dass sich die KMB mit der Propagierung des „Neuen Mannes“ auf die Seite der „Bart-Killer“ geschlagen hat. Der nunmehrige Trend zum milchgesichtigen „Metro-Mann“, - glatt- rasiert vom Kinn bis zu den Beinen, scheint dem Archetypus des Mannes mit Bart endgültig den Todesstoß zu versetzen. Kennen unsere Kinder den männlichen Bart in einigen Jahren nur mehr von den Heiligenstatuen in den Kirchen - falls sie überhaupt dort noch hineinkommen?
Daher fordere ich die Einführung der Artenschutzkonvention für die gefährdete Spezies der Bartträger.

Der Bart ist eine Gottesgabe
Am Ende des Schöpfungswerks heißt es: „Und Gott sah, dass alles gut war“. Damit ist zweifellos auch der Bart gemeint. Der Bart ist das auffälligste sekundäre Geschlechtsmerkmal des Mannes, ein Zeichen für männliche Reife. Angesichts der Bedeutung des Bartes erscheint das tägliche Rasieren als widernatürlich.
Früher galt der Bart als Symbol für Macht, Stärke und Virilität. Sein Verlust war eine Tragödie und wurde als Strafe für besiegte Feinde, Sklaven und Gefangene gesehen. Früher schwor man sogar auf seinen Bart. Dieser Bartkult führte sogar soweit, dass mythische Muttergottheiten mit Bart dargestellt wurden.
Die ersten Beispiele für das freiwillige Rasieren traten bei Menschen auf, die so ihre Demut vor Gott zeigen wollten. Später befahl angeblich Alexander der Große seinen Soldaten, ihre Bärte zu rasieren, um ihre Chancen im Nahkampf zu verbessern, da sich die Feinde nicht an den Bärten festhalten konnten. Das gilt noch heute beim Bundesheer!
Nachdem sich die beiden Moderichtungen - rasiert oder unrasiert - etabliert hatten, konnten die Männer durch die Art, wie sie ihre Bärte trugen, Rebellion oder Untergebenentreue ausdrücken. Der Durchschnittsmann ist in den vergangenen Jahrhunderten fast immer glatt rasiert gewesen. In England mussten während der elisabethanischen Ära Bartträger sogar zusätzliche Steuern zahlen. Der Bart war nur den oberen Klassen vorbehalten.

Prämie für Bartträger
Doch gab es in jüngster Zeit eine Zeitungsmeldung, die wieder hoffen lässt. Mit einem Schnurrbart können Polizisten im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh ihr Gehalt aufbessern. Studien hätten nach Aussage der Polizeibehörden bewiesen, dass Polizisten mit Schnurrbärten von der Bevölkerung mehr Respekt entgegengebracht werde, berichtete die Zeitung „The Asian Age“. 30 Rupien pro Monat sollen die Polizisten anspornen, sich einen Schnurrbart wachsen zu lassen.
Vielleicht könnte sich auch die KMB endlich zu einer Aktion zur Förderung durchringen und Bartträgern eine Ermäßigung des Mitgliedsbeitrages gewähren, zumindest im Fasching.
Rettet den Bart - und somit den Mann!

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Die KMB ist eine Gliederung der Kath. Aktion der Diözese St. Pölten
verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr