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Die Aschermittwoch-Handzettel und Plakate (A3)
sind im KMB-Sekretariat, Klostergasse 15, 3100 St. Pölten, kostenlos erhältlich!
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Fasten: Den Alltag unterbrechen

In der Welt, in der wir hier leben, ist das Fasten in den letzten Jahren wieder groß in Mode gekommen: Im Zusammenhang mit dem Wellness-Boom, Gesundheit und Wohlbefinden wachsen allerorten Fastenhotels und Seminarangebote in Bildungshäusern wie die sprichwörtlichen Schwammerln aus dem Boden. Die Gebühren für solche Angebote erleichtern und entschlacken nicht nur den Körper, sondern auch die Brieftasche.

 


Kirchlich gebotene Fasttage sind auf ein Minimum reduziert. Sie werden vom überwiegenden Teil der Gläubigen ohnehin nicht mehr wahrgenommen. Wie so vieles durch Gesetz und Gebot Erzwungenes kam auch das Fasten außer Gebrauch, da der Sinn nicht mehr eingesehen wird.
Keineswegs soll mit diesen kritischen Worten die Bedeutung des Fastens als Heil bringende Quelle der persönlichen Gesundheit, als Quelle des Teilens für Not leidende Menschen, als Quelle der Annäherung zu Gott in Frage gestellt. Dennoch erscheint Fasten heute weitgehend als Minderheitenprogramm für betuchte Wellness-Konsumenten auf der einen Seite und „überfromme“ Gläubige auf der anderen Seite.

Weniger kann mehr sein

Wir leben im Wohlstand, einige von uns auch im Überfluss. Der Anteil der übergewichtigen Menschen an der Gesamtbevölkerung nimmt in Besorgnis erregendem Ausmaß zu. Manche werden immer reicher, viele andere immer ärmer. Wir Menschen verspüren den inneren Drang, unseren Wohlstand, unser Wohlergehen zu vermehren, zu verbessern. In diesem Bestreben sind wir vielfach Getriebene: Das wäre noch zu tun. Das gehört gemacht. Wenn wir das noch tun, dann ...
Es fällt uns schwer den gewohnten Alltag zu unterbrechen. Meist spüren wir ja innerlich und unser Körper signalisiert es uns beizeiten, wir sollten an unserer Lebensweise etwas verändern. Allein, die guten Vorsätze oder Forderungen anderer bringen uns da nicht weiter. Der Leidensdruck muss hoch sein, die Krankheit bereits da, erst dann sind wir meist bereit zumindest für kurze Zeit eine Veränderung in Kauf zu nehmen.

Reinigung für Körper und Geist

Vorbeugen ist immer besser als heilen, so lautet ein Sprichwort. In der Tat könnten wir uns einiges an körperlichen und seelischen Schmerzen ersparen, würden wir von vornherein sowohl unser persönliches Leben, als auch unser Leben in Beziehung zu den Mitmenschen ausgleichender gestalten.
Daher ist es gut in regelmäßigen Abständen innezuhalten, den Alltag zu durchbrechen und anders zu gestalten, um zu überprüfen: Stimmt mein Lebensweg noch? Ist er für mich noch förderlich? Ist er für meine Mitmenschen förderlich? Ist er der Natur förderlich? Entspricht er der Liebe Gottes? Oder agiere ich bereits im Bereich der Ausbeutung?
Unkontrollierte Nahrungsaufnahme über einen längeren Zeitraum macht krank. Unkontrollierter Konsum vergeudet die Ressourcen der Erde, erzeugt riesige Müllberge, schafft ein unübersichtliches und belastendes Chaos im eigenen Haushalt und treibt nicht wenige in die Schuldenfalle.
Je weniger wir hier auf die Stimme unseres Körpers und unseres Gewissens hören, je weniger wir auf die Stimme und das Wohlergehen unserer Mitmenschen hören und schauen, um so lebensgefährlicher wird es letztendlich für uns selbst.

Blick auf Gott, den Nächsten und mich

Biblische Texte, große historische Persönlichkeiten, Heilige weisen uns immer wieder durch ihr Leben und durch ihre Gedanken auf die große Bedeutung des Fastens hin.
Fasten als eine Zeit bewussteren Lebens um sich neu auszurichten. Als eine Zeit der Reinigung von Sünde und allem Schädlichen. Als eine Zeit der Umkehr und des Neubeginns. Nichts in diesem Leben funktioniert als Einbahn, eindimensional. Alles Leben braucht Bewegung, braucht einen Rhythmus, braucht den Gegensatz. Geben und Nehmen. Einatmen und Ausatmen. Wachsein und Schlafen. Tun und Ruhe. Festhalten und Loslassen.

Wenn also das Fasten heute weniger kirchlich motiviert erscheint und dennoch von einer wachsenden Zahl von Menschen als wichtig erachtet und gepflegt wird, so drückt sich damit doch eine religiöse Sehnsucht aus. Der Abstand zu den irdischen und materiellen Dingen ist wertvoll und wichtig, um damit das Leben und Gott nicht aus den Augen zu verlieren und um ärmeren Menschen die ihnen ebenfalls zustehenden Güter dieser Erde zukommen zu lassen.

 

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Die KMB ist eine Gliederung der Kath. Aktion der Diözese St. Pölten
verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr