Horch,
was künden heut` die Glocken,
was, die frohen Jubellieder?
Jesus Christus ist erstanden,
seht, er lebt - so hallt es wieder.
Er, der sterbend hing am Kreuze -
eingehüllt in Todesmacht,
als er das Versöhnungsopfer
für die ganze Welt gebracht!
(Spruch der Ratscher)


... aber ich habe die Welt besiegt ...

Pfr. GR Richard Jindra
- neuer Geistlicher Assistent der Katholischen Männerbewegung über die Auferstehung Christi.

 


Es ist immer wieder beeindruckend, wenn in der Osternacht beim Gloria die Glocken von neuem eingeschaltet werden. Die Boten der Freude künden die Auferstehung Jesu an. In der hl. Messe feiern wir Jesus als den, der wahrhaft lebt.
Selbst der Dichterfürst Goethe konnte nicht daran vorbei gehen. In seinem Faust halten gerade die Osterglocken den lebensmüden Faust von seinem Selbstmord ab, wenn er sagt: „Welch tiefes Summen, welch ein heller Ton zieht mit Gewalt das Glas von meinem Munde?“ Obwohl er dann wieder spöttelnd weiter spricht: „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“, so lässt er sich zu einem Gefühlsausbruch hinreißen, wenn er fast flehend ruft: „O tönet fort, ihr süßen Himmelslieder! Die Träne quillt, die Erde hat mich wieder!“
Ist nicht auch bei uns beides vorhanden, auf der einen Seite die Unsicherheit bis hin zur Skepsis, auf der anderen Seite die Freude über unseren Glauben? Wir sind damit in bester Gesellschaft mit den Aposteln.

Gemischte Gefühle der Apostel

Sie haben auch seit der Nacht des Gründonnerstags viele gegensätzliche Gefühle durchlebt. Die Begeisterung für diesen Jesus, dem sie so gerne gefolgt sind. Sie haben ihn zwar nicht immer verstanden, aber es war so wohltuend, was er gesagt hat. Dieser Jesus hat ihnen das Abendmahl als Gedächtnis aufgetragen. Er hat sie in den Abschiedsreden, die uns Johannes so eindrucksvoll hinterlassen hat, belehrt. Er hat ihnen vorausgesagt, dass er sterben werde und dass sie an ihm irre werden. Und trotzdem finden wir Sätze von Jesus wie: „Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber ich habe die Welt besiegt!“ (Joh 16,33). Im Kapitel vorher nennt Jesus seine Jünger liebevoll Freunde, für die er sein Leben aufopfern will (vgl. Joh 15,14).

Er ist wahrhaft auferstanden!

Doch dann kommt die Katastrophe des Karfreitags. Alles ist scheinbar aus. Scheinbar! Denn an diesem ersten Tag der Woche, dem Ostertag, erfahren die Apostel, dass er lebt. Nicht das leere Grab ist der Beweis, nicht die Frauen zählen, die ihnen schon von der frohen Botschaft der Auferstehung berichten, die sie erfahren haben, sondern die Begegnung mit dem Auferstandenen selbst.

Ergriffen sein vom Auferstandenen

Auch wenn wir keine reale Begegnung mit dem Auferstandenen haben, wie es die Apostel erlebt haben, so dürfen wir doch diesem Jesus als den Lebendigen feiern. Wir dürfen ihm dienen. Wir dürfen dem Leben dienen. Was Jesus den Aposteln in den Abschiedsreden gesagt hat, gilt uns. Wo manchmal kein Ausweg scheint, dürfen wir Neues wagen. Wo manchmal ein Ende scheint, dürfen wir neu beginnen. Wo wir etwas begraben haben, dürfen wir auferstehen. Als Freunde Jesu können wir handeln und sagen wir seine Botschaft weiter. Pfr. GR Richard Jindra

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Die KMB ist eine Gliederung der Kath. Aktion der Diözese St. Pölten
verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr