Zahlen
aus den USA und anderen Ländern, sowie die Ergebnisse mehrerer aktueller
Studien zeigen, dass sich Investitionen in ein beziehungs- und familienfreundliches
Arbeitsumfeld schnell lohnen und zwar unabhängig vom speziellen Geschäftsfeld
des Unternehmens. Dazu kommen Erfahrungen aus skandinavischen Ländern und
einigen deutschen Unternehmen, die im Umfeld von betrieblicher Männerförderung
besonders Maßnahmen zur Väterkarenz fördern:
-
Männer, die in der Übernahme von Väterkarenz und damit einer aktiven
Vaterschaft vom Arbeitgeber aktiv unterstützt werden sind loyaler zu ihrem
Unternehmen,
- identifizieren sich stärker mit dessen Zielen,
- sind
gerne an ihrem Arbeitsplatz
- und sind so z. B. nach Rückkehr aus der
Karenz spürbar motivierter.
Männer verfügen nach Beendigung
einer intensiveren Familienphase über zusätzliche soziale und kommunikative
Kompetenzen, die sich für das Unternehmen auch in ökonomischer Hinsicht
rasch bezahlt machen. Denn es sinken Fehlzeiten insgesamt und auch im Arbeitsalltag
tauchen weniger Reibungsflächen auf bzw. wird mit diesen besser umgegangen.
Beziehungen
leben -
Stress senken
Dazu
kommt: Männer gehen dann anders mit eigenen Grenzen um - diese werden weniger
oft dauernd überschritten - Männer teilen ihre Ressourcen besser und
effizienter ein, gehen besser mit fordernden Situationen und Stress um. Dies bedeutet
auch ein achtsameres Umgehen mit dem eigenen Körper - auch im Alltagsleben.
Es geht also letztlich um eine wichtige Maßnahme der Gesundheitsförderung.
Da der Spannungsbogen zwischen Familie und Beruf besser bewältigbar ist,
sinkt auch der Stress, der aus dem Feld der Beziehungs- und Familienwelt am Arbeitsplatz
mitgenommen wird.
Insgesamt steigt die Motivation, die Leistungs- und Einsatzbereitschaft
für eine ganzheitliche Gestaltung des Arbeitsumfeldes
- es gibt weniger
kostenintensive Leerläufe und die Qualität der Ergebnisse - also der
Produkte oder Dienstleistungen
-
ist trotz gleichbleibendem Mitarbeiterstand höher.
Werden Männer
bei der Inanspruchnahme von Väterkarenz und Modellen der Teilzeitarbeit gefördert
ergeben sich auch Vorteile für das gesamte Familiensystem:
-
Die Wahrscheinlichkeit einer Scheidung sinkt
- allgemein ist das Beziehungsleben
harmonischer und es ist damit mehr Kraft und Raum für einen guten Umgang
mit Konflikten vorhanden.
- Kinder egal welchen Alters profitieren nach aktuellen
Studien, wenn sich Väter stärker einbringen können - auch in diesem
Bereich kann mit Konflikten besser umgegangen werden.
- Es sinkt auch die
Wahrscheinlichkeit für Gewalttätigkeit.
- Und es ist mehr Raum und
Zeit für den Auf- und Ausbau sowie die Pflege des sozialen Netzes vorhanden,
das zu höherer Lebensqualität und stärkerer Zufriedenheit beiträgt.
Unternehmen
können Väterkarenz und Teilzeitarbeit für Männer ebenso aktiv
fördern wie das bei Frauen seit vielen Jahren selbstverständlich ist.
Wichtig können dabei auch spezielle Angebote für Männer sein wie
der Start von Gesprächsrunden zu Themen wie Umgang mit Stress, Vereinbarkeit
von Familie und Beruf, die Rolle als Vater usw.
Auf
der WebSite www.maenneratlas.at
finden sich bei der Dokumentation einer Tagung zum Themenfeld vom Vorjahr vielfältige
Werkzeuge für eine solche Förderung. Dort wird auch eine große
Bandbreite an guten Beispielen und Literaturtipps vorgestellt.