Sich
beschenken lassen!
Wir
wissen, dass Männer lieber werken, etwas herrichten, die
Kapellen und Marterl eher verputzen. Und doch meine ich, ist es
schön, wenn sie auch einmal die Hände falten. Männer
wollen gerne die Gebenden sein. Hier zeigt uns die Mutter Gottes
auf, dass wir einmal Empfangende sind.
Als verheiratete Männer denken sie doch daran, wie oft sie
Beschenkte sind, was ihre Gattin alles getan hat und noch immer
tut. Auch als Väter sind sie Beschenkte von ihren Kindern.
Nicht nur, dass die Kinder eine Plage sind, sie geben Ihnen auch.
Und unser Glaube ist zunächst ein Geschenk. Wer diese Dinge
so sehen kann, der ist in bester Gemeinschaft mit Maria, von der
wir bekennen, dass sie vom Heiligen Geist empfangen hat.
Das
rechte Herz!
Maria
lehrt uns auch, wie wichtig ein gutes, ein warmes, ein mitfühlendes,
eben ein mütterliches Herz ist. Es ist gut, wieder Herz zu
zeigen. Unsere Welt droht gefühllos und kalt zu werden. Der
Heilige Vater nannte es die Kultur des Todes. Was zählt ist
Leistung, ständige Verfügbarkeit des Menschen zu jeder
Zeit und an jedem Ort. Die Firma steht im Vordergrund, nicht der
Mensch, schon gar nicht mit seiner Familie. Gerade hier sollten
wir um ein mitfühlendes Herz bitten, ein Herz auch für
die Schwächen des Anderen, der nicht überall so mitkann,
wie die Arbeitswelt es sich vorstellt. Eine der schönsten
Stellen des Lukasevangeliums ist der barmherzige Vater (Lk 15,11-32).
In dem Wort barmherzig steckt auch das Wort Herz.
Ein mitfühlendes Herz sieht immer den Anderen. Er sieht sogar
die Fehler des Anderen und die eigenen und weiß trotzdem,
dass nicht diese Fehler im Vordergrund stehen, sondern der Menschen
in seinem Bemühen. Einige Väter gibt es heute schon,
die den Kinderwagen steuern, die mit ihren Kindern ausfahren.
Und das ist gut so. Früher war das ein Ding der Unmöglichkeit.
Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist
in euch.
Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein
Herz von Fleisch.
Ich lege meinen Geist in euch und bewirke, dass ihr meinen Gesetzen
folgt und auf meine Gebote achtet und sie erfüllt.
Dann werdet ihr in dem Land wohnen, das ich euren Vätern
gab. Ihr werdet mein Volk sein, und ich werde euer Gott sein.
(Ez 36,26-28)
So wunderbar spricht Gott durch den Propheten Ezechiel.
Hören,
nicht nur reden!
Wer
anschafft, der trainiert seine Stimme, damit er auch gehört
wird. Er befiehlt, der Andere muss gehorchen. Maria zeigt uns
den hörenden Menschen. Das tut auch den Männern gut.
Hinhören auf Gottes Wort wie Maria. Wer hinhört, lässt
sich mit seinem Gegenüber ein. Sind nicht manche Schwierigkeiten
in den Familien, weil die einzelnen Mitglieder zu wenig auf einander
hören? Hören muss man lernen. Da braucht es die Bereitschaft
zur Stille. Da kommt es darauf an, dass man nicht immer selber
das Wort führt. Hinhören bedeutet auch, auf den Anderen
eingehen, mich interessiert der Andere, ich wünsche das Glück
des Anderen und überlege, was ich dazu beitragen kann.
Maria
verehren ist nicht nur für die alten Frauen und ein paar
fromme Leute. Marienverehrung ist so gesehen eine schöne
und lohnenswerte Aufgabe gerade für Männer. Wir dürfen
aus voller Kehle und mit bereitem Herzen mit einstimmen: Maria,
dich lieben oder Gegrüßet seist du Königin.
(Gotteslob 594, 573)