„Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.
Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch.
Ich lege meinen Geist in euch und bewirke, dass ihr meinen Gesetzen folgt und auf meine Gebote achtet und sie erfüllt.
Dann werdet ihr in dem Land wohnen, das ich euren Vätern gab. Ihr werdet mein Volk sein, und ich werde euer Gott sein.“ (Ez 36,26-28)

 
 

Maria, sei von uns gegrüßt!
Marienmonat Mai

Der Monat Mai kommt. In vielen Pfarrkirchen werden nun die Gottesmutter gegrüßt und Maiandachten abgehalten. Aber auch in den Ortskapellen und sogar bei bestimmten Marterln kommen Christinnen und Christen zum Lob der Mutter unseres Herrn zusammen. Bei nicht wenigen dieser Orte sind Männer Vorbeter und Leiter der Andachten. Männer ehren Maria. Das ist eine schöne Sache, eine ehrenvolle Aufgabe.

von Richard Jindra

Sich beschenken lassen!

Wir wissen, dass Männer lieber werken, etwas herrichten, die Kapellen und Marterl eher verputzen. Und doch meine ich, ist es schön, wenn sie auch einmal die Hände falten. Männer wollen gerne die Gebenden sein. Hier zeigt uns die Mutter Gottes auf, dass wir einmal Empfangende sind.
Als verheiratete Männer denken sie doch daran, wie oft sie Beschenkte sind, was ihre Gattin alles getan hat und noch immer tut. Auch als Väter sind sie Beschenkte von ihren Kindern. Nicht nur, dass die Kinder eine Plage sind, sie geben Ihnen auch. Und unser Glaube ist zunächst ein Geschenk. Wer diese Dinge so sehen kann, der ist in bester Gemeinschaft mit Maria, von der wir bekennen, dass sie vom Heiligen Geist empfangen hat.

Das rechte Herz!

Maria lehrt uns auch, wie wichtig ein gutes, ein warmes, ein mitfühlendes, eben ein mütterliches Herz ist. Es ist gut, wieder Herz zu zeigen. Unsere Welt droht gefühllos und kalt zu werden. Der Heilige Vater nannte es die Kultur des Todes. Was zählt ist Leistung, ständige Verfügbarkeit des Menschen zu jeder Zeit und an jedem Ort. Die Firma steht im Vordergrund, nicht der Mensch, schon gar nicht mit seiner Familie. Gerade hier sollten wir um ein mitfühlendes Herz bitten, ein Herz auch für die Schwächen des Anderen, der nicht überall so mitkann, wie die Arbeitswelt es sich vorstellt. Eine der schönsten Stellen des Lukasevangeliums ist der barmherzige Vater (Lk 15,11-32). In dem Wort barmherzig steckt auch das Wort „Herz“. Ein mitfühlendes Herz sieht immer den Anderen. Er sieht sogar die Fehler des Anderen und die eigenen und weiß trotzdem, dass nicht diese Fehler im Vordergrund stehen, sondern der Menschen in seinem Bemühen. Einige Väter gibt es heute schon, die den Kinderwagen steuern, die mit ihren Kindern ausfahren. Und das ist gut so. Früher war das ein Ding der Unmöglichkeit.
„Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.
Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch.
Ich lege meinen Geist in euch und bewirke, dass ihr meinen Gesetzen folgt und auf meine Gebote achtet und sie erfüllt.
Dann werdet ihr in dem Land wohnen, das ich euren Vätern gab. Ihr werdet mein Volk sein, und ich werde euer Gott sein.“ (Ez 36,26-28)
So wunderbar spricht Gott durch den Propheten Ezechiel.

Hören, nicht nur reden!

Wer anschafft, der trainiert seine Stimme, damit er auch gehört wird. Er befiehlt, der Andere muss gehorchen. Maria zeigt uns den hörenden Menschen. Das tut auch den Männern gut. Hinhören auf Gottes Wort wie Maria. Wer hinhört, lässt sich mit seinem Gegenüber ein. Sind nicht manche Schwierigkeiten in den Familien, weil die einzelnen Mitglieder zu wenig auf einander hören? Hören muss man lernen. Da braucht es die Bereitschaft zur Stille. Da kommt es darauf an, dass man nicht immer selber das Wort führt. Hinhören bedeutet auch, auf den Anderen eingehen, mich interessiert der Andere, ich wünsche das Glück des Anderen und überlege, was ich dazu beitragen kann.

Maria verehren ist nicht nur für die alten Frauen und ein paar fromme Leute. Marienverehrung ist so gesehen eine schöne und lohnenswerte Aufgabe gerade für Männer. Wir dürfen aus voller Kehle und mit bereitem Herzen mit einstimmen: „Maria, dich lieben“ oder „Gegrüßet seist du Königin“. (Gotteslob 594, 573)

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verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr