Es gelte, den universellen Heilswillen Gottes von der individuellen Heilsannahme zu unterscheiden, wie Tück ausführte. Auch sei das Verhältnis von „vielen“ zu „allen“ zu beachten, wobei es um das für den christlichen Glauben wichtige Prinzip der Stellvertretung gehe: „Die Vielen, die Christus und seine Erlösung annehmen, haben eine Verantwortung für alle.“ Die Gläubigen dürften sich nicht als „inneres Bollwerk“ gegenüber der restlichen Welt abschließen, so Tück. Dies sei auch als Impuls des Papstes „gegen die Versuchung der Resignation, hin zur Vision einer eucharistischen Universalkirche“ zu verstehen.
Laut Dogmatiker Tück führt Papst Benedikt drei Hauptargumente für die wörtliche Übersetzung des Kelchwortes an. Als „philologische Argument“ führe er an, dass „für alle“ keine Übersetzung, sondern bereits eine Auslegung sei. Hier plädiere der Papst für eine wörtliche und nicht interpretative Übersetzung – jedoch ohne diese gerechtfertigte Auslegung abzusprechen.
Als zweites Argument nannte Tück die „Einheitlichkeit“: Gerade im Innersten der Liturgie gebe es in den verschiedenen Sprachen Differenzen, was die „Gefahr einer Spaltung“ in sich trage. Es sei „vordringlich, dass die Kirche mit einer Zunge spricht“.
Schließlich komme als „pastorales Argument“ hinzu, dass die Teilnahme an der Kommunion „keinen Heilsautomatismus“ bewirke, wie Tück betonte. Der Papst gebe hier auch den Impuls, die derzeitige „Kommunionskultur“ zu überdenken.