Viele Menschen seien heute zu „Un-theisten“ geworden, die Gott nicht einmal wie Atheisten ablehnten, sondern in einer „Gott-Dunkelheit“ lebten, sagte Fürnsinn. Gerade deswegen brauchten sie „Trost, Zuspruch und Ermutigung“: „Vielleicht muss man diesen Menschen den Glauben neu vorschlagen“, regte Fürnsinn an. Es gelte „Dialog- und Gesprächsforen“ zu bilden, in denen die „großen Fragen der Gesellschaft im Licht des Glaubens“ aufgegriffen werden sollten. „Dazu müssen wir die besten Köpfe holen und in allen Bereichen der Gesellschaft Verbündete suchen.“
Fürnsinn ermutigte die Mitglieder des „Forums XXIII.“, Träger der Anliegen des 2. Vatikanischen Konzils zu sein. Die Texte des Konzils neu zu lesen und fortzuschreiben sei „heute wichtiger denn je“, da die Konzilsgeneration aussterbe. Engagierte Laien sollten auch vermehrt die Neuentwicklungen in der Seelsorge begleiten und mitgestalten, „sonst überlässt man die Initiative gewissen Frömmigkeitswinkeln“, so Fürnsinn wörtlich.
Die „offene Priesterfrage“ empfindet der Probst von Herzogenburg als „sehr belastend“. Die Kirche sei „von einem toten Punkt in der Pastoral nicht weit entfernt.“ Deswegen solle das „Forum XXIII.“ auch nach Wegen zur „Stärkung und Verlebendigung“ der Gemeinden suchen, denn „Strukturen machen noch kein Leben“, wie Fürnsinn betonte.
Foto: Andrea Fiedler, Präsidentin des „Forums XXIII.“; Propst Mag. Maximilian Fürnsinn; Ing. Dkfm. Georg Kopetzky, Vizepräsident.