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Caritas-Augustsammlung: Wasser bedeutet Leben!

Schwerpunktprojekte der Diözese St. Pölten in Senegal und Pakistan

2003 wurde von der UNO zum Jahr des Trinkwassers erklärt. Nicht ohne Grund: Weltweit haben über eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Die Caritas versucht Abhilfe zu schaffen und bittet mit ihrer groß angelegten Augustsammlung um Spenden. Unterstützung kommt auch von der KMB.

Täglich sterben auf der Welt 6.000 Kinder an Wassermangel oder verschmutztem Trinkwasser. Hierzulande verbrauchen wir mit einer Klospülung mehr Wasser als viele Afrikaner an einem Tag für Trinken, Waschen und Kochen insgesamt zur Verfügung haben. Die heurige Augustsammlung der Caritas steht deshalb unter dem Motto "Wasser bedeutet Leben!". Der Erlös soll besonders Projekten zur Trinkwasserversorgung zugute kommen.

Nahrungsmittelhilfe an Äthiopien

In Äthiopien erleben manche Regionen schon das fünfte Jahr in Serie ohne ausreichende Niederschläge. In diesem Fall habe die Caritas Österreich bereits Nahrungsmittelhilfe zugesagt, teilte Mag. Friedrich Schuhböck, Caritas-Direktor der Diözese St. Pölten bei einer Pressekonferenz in St. Pölten mit. Insgesamt sollen aus Mitteln der Augustsammlung Projekte in 50 Ländern unterstützt werden. Wie der Leiter der Auslandshilfe, Mag. Erwin Eder, erklärte, werde die Caritas der Diözese St. Pölten mit Brunnenprojekten in Pakistan und Senegal auch eigene Akzente setzen.

Häuser für die Müllmenschen

In Pakistan, wo bereits seit zehn Jahren das Hilfswerk der Dr. Ruth Pfau unterstützt werde, stehe zur Zeit ein Projekt für Müllmenschen in Karachi im Vordergrund, die entlang des Abwasserkanals unter widrigsten Umständen leben müssten. Ruth Pfau habe von der Regierung am Rande der Stadt Grund geschenkt bekommen, wo 2001 mit der Errichtung von Häusern begonnen worden sei. Zu Weihnachten solle bereits das 100. Haus stehen. Da die Brunnen aber nicht mehr genug Wasser für die inzwischen rund 300 Familien geben würden, sei geplant, eine Wasserleitung und Anschlüsse für die einzelnen Haushalte herzustellen. Kostenpunkt pro Haushalt: Etwa 50 Euro. "Für Wasserversorgung und Hausbau wollen wir aus der Augustsammlung etwa 70.000 Euro bereitstellen", kündigte Eder an.

Dorf-Brunnen in Senegal

Zur nachhaltigen Verbesserung der Situation möchte man auch in der Region Tambacounda im Osten Senegals in Afrika beitragen. Die Ausrüstung zum Brunnengraben wurde von der Caritas bereits zur Verfügung gestellt. Mit der Errichtung von Dorf-Brunnen können Menschenleben gerettet werden. "Ein Brunnen kostet rund 1.500 Euro", so Eder.

"Es ist genug Wasser da"

Mag. Sepp Pichler, langjähriger Missionar und Caritas-Projektpartner in Ghana wies auf die Möglichkeit der Errichtung von Solarpumpen zur Gewinnung von sauberem Trinkwasser hin: "Es ist genug Wasser da - es fehlt manchmal nur am guten Willen und am Startkapital um solche Pumpen zu installieren." In Ghana sei es gelungen, in einer Gemeinde mit 3.000 Einwohnern mit einer Solarpumpe den Gesundheitszustand der Menschen zu verbessern. Vorher hätte das Wasser von einem Brunnen in 1,5 km Entfernung geholt werden müssen und die Kinder hätten schmutziges Wasser aus Tümpeln getrunken.

"Mehr als nur ein Tropfen
auf den heißen Stein"


Mag. Friedrich Schuhböck, Caritas-Direktor der Diözese St. Pölten, meinte, die Caritas gewähre mit ihren Projekten Struktur unterstützende und verändernde Hilfe: "Die Kinder sind gesünder, die Lebenserwartung steigt und die Lebensqualität wird besser - dieses Ergebnis ist mehr als nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein!" An die Politiker richtete er die Forderung nach steuerlicher Absetzbarkeit von Spendengeldern, sowie einer Aufstockung der Mittel des Bundes für die Entwicklungspolitik auf 0,7 Prozent des Budgets.
An die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher appellierte Schuhböck, die Arbeit der Caritas mit ihrer Spende zu unterstützen. Bei der Augustsammlung 2003 hofft man, an das Vorjahresergebnis von 645.000 Euro heranzukommen.

Eigener KMB-Prospekt
Spenden auch mit SMS


Die Augustsammlung wird auch heuer wieder von der Katholischen Männerbewegung mit eigenen Prospekten unterstützt. KMB-Obmann Dr. Leopold Wimmer: "Wir versuchen primär in den Pfarren tätig zu sein, bei der Bewusstseinsbildung. Die Entwicklungszusammenarbeit ist ja einer unserer Schwerpunkte. Hier können wir zusammen mit der Caritas Kapazitäten verdichten."

Mit der Vorführung eines eigenen Werbe-Spots vor den Filmen fördert auch St. Pöltens Programmkino am Rathausplatz, Cinema Paradiso, die Augustsammlung. Möglichkeiten für die Projekte der Caritas zu spenden gibt es bei den Kirchensammlungen in den Pfarren. An alle Haushalte werden Zahlscheine zugestellt und auch über SMS kann gespendet werden. Bei allen Banken und Postämtern liegen Erlagscheine auf: Spendenkonto Raiba St. Pölten, Kto.-Nr. 4200.


Kontakt: presse.stpoelten@kirche.at