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Caritas-Hilfe

Schulbeginn in der Dürreregion von Kenia

Wenn am 5. September in Nordkenia die Schule beginnt, müssen Tausende hungernde Kinder ernährt werden. Mit Essen, das die Schulen nicht haben. Gemeinsam mit österreichischen Spenderinnen und Spendern versorgt die Caritas in den nächsten Monaten über 3100 Nomadenkinder an sieben Schulen.


In der Grundschule von Turbi könnte man glauben, der Schulanfang hat längst begonnen: Zu Mittag sammeln sich Dutzende Kinder vor der Küche. Mit Schüsseln, Tellern oder Bechern in der Hand stellen sie sich in einer Reihe an, während Boku Boru (40) ein letztes Mal das Essen im riesigen Kochtopf umrührt. Dann schöpft die Köchin das Essen – die einzige warme Mahlzeit heute – in die Schüsseln der Kinder. Es gibt nur kräftigen Weizen, der mit Wasser und etwas Öl zu einer Grütze gekocht wird. „Bulga“ nennt man das hier.

Ein Napf mit gekochtem Weizen – mehr kann die Schule ihren Schülern derzeit nicht bieten. „Eigentlich ist die Schule noch geschlossen, es sind ja Ferien“, erzählt Schuldirektor Guyo Isacko. „Doch viele Nomadenfamilien können ihre Kinder wegen der Dürre nicht mehr ernähren, deshalb haben sie sie den Sommer über hier bei uns gelassen.“ Insgesamt sind gut 170 Mädchen und Burschen in der Grundschule von Turbi untergebracht, fünf LehrerInnen kümmern sich freiwillig um die Kinder. Doch es gibt ein großes Problem: Der Schule ist das Essen ausgegangen. „Wir haben nur noch etwas Weizen übrig, den wir vor den Ferien gespart haben. Der wird in einigen Tagen aufgebraucht sein. Und das Trinkwasser wird auch schon knapp“, berichtet Köchin Boku Boru.

Im Klartext: Es ist einfach zu wenig da, um allen hungrigen Kindern zu Essen zu geben – und am 5. September fängt die Schule wieder an. Dann müssen täglich 517 Schülerinnen und Schüler ernährt werden. „Das schaffen wir nicht. Wir brauchen Lebensmittel, und wir brauchen Wasser“, bringt Schuldirektor Isacko es auf den Punkt. Ansonsten müsse man die Kinder zu Schulbeginn nach Hause schicken.

Und dort erwartet sie nur noch mehr Hunger: „Fast jedes dritte Kind hier leidet bereits an Unterernährung, weil die Viehnomaden aufgrund der Dürre ihre Tiere und damit ihre Existenzgrundlage verloren haben“, berichtet Florian Lems, der für die Caritas im Dürregebiet im nordkenianischen Marsabit tätig ist. „Es ist wichtig, jetzt die Schulen zu unterstützen, damit die Kinder dort ernährt werden können.“

Gemeinsam mit österreichischen Spender/innen und der Aktion Nachbar in Not unterstützt die Caritas Österreich deshalb ab Anfang September neben der „Primary School“ in Turbi sechs weitere Schulen mit Nahrung. Die Schulen erhalten in den kommenden Monaten aus österreichischen Spenden genügend Lebensmittel, um allen 3.150 Kindern regelmäßige warme Mahlzeiten zu geben. In jenen drei dieser Schulen, die ein akutes Wasserproblem haben, erhalten die 1.500 SchülerInnen zusätzlich sauberes Trinkwasser.

Lems: „Bekommen die Kinder kein Essen von der Schule, drohen ihnen Hunger und Krankheiten. Das wollen wir jetzt verhindern.“

Caritas-Spendenkonto: PSK 7.700 004, BLZ 60.000, Kennwort: Hungerhilfe
Nachbar in Not: PSK 91.091.200, BLZ 60.000, Kennwort: "Hunger in Ostafrika"


Kontakt: presse.stpoelten@kirche.at