Diözesanwallfahrt 2000
Pilger erlebten in Rom die Weltkirche
St. Pöltner Wallfahrer
waren mit 60.000 Pilgern bei der Generalaudienz am Petersplatz
Einen Hauch Weltkirche erlebten die Pilger
aus der Diözese St. Pölten bei ihrer Papstaudienz im Rahmen
der diesjährigen Diözesanwallfahrt nach Rom. Es war einer
der Höhepunkte der Pilgerfahrt, als sich die St. Pöltner
Wallfahrergruppe am Mittwoch, dem 29. März, mit 60.000 Pilgern
aus aller Welt am Petersplatz versammelten. Eine besondere Ehre
wurde noch zehn Pilgern aus St. Pölten zuteil, die nach der
offiziellen Audienz auch direkt zum Papst geladen waren.

Unter dem Eindruck der Pilgerreise
Bei seiner Ansprache zu den Pilgern stand der Heilige Vater noch
ganz unter dem Eindruck seiner erst kürzlich beendeten Pilgerreise
ins Heilige Land. Was sich damals in der "Fülle der Zeit"
ereignet habe, sei in Israel zur "Fülle des Raumes"
geworden, sagte der Papst. Er danke Gott, dass er als Pilger diese
Orte besuchen durfte. In diesem Land liege auch das Grundgesetz
des Glaubens: Der Stein des Anstoßes "Tod" wurd
zum Eckstein "Leben", wies der Papst hin. Er hoffe, dass
seine Pilgerfahrt für die Kirche und die ganze Menschheit Früchte
tragen werde.
Unter den zahlreichen Gruppen aus den verschiedensten Ländern
begrüßte der Papst unter anderen "die Pilger aus
den Diözesen Linz und Sankt Pölten, die mit ihren Bischöfen
Maximilian Aichern und Kurt Krenn nach Rom gekommen sind".
(deutscher Teil der
Ansprache im Wortlaut)
Keine Hektik in Rom
Trotz der vermehrten Pilgerscharen in Rom war nirgends die befürchtete
Hektik spürbar oder ersichtlich, sagte nach seiner Rückkehr
der geistliche Leiter der Wallfahrt und Direktor des Pastoralamtes,
Msgr. Wilfried Kreuth. Alle Besichtigungen konnten wie geplant und
ohne Behinderungen durchgeführt werden. Einzig das Wetter zeigte
sich nicht unbedingt von der besten Seite; leichte Regenschauer
zogen immer wieder über die Stadt. Für die Pilger aber
ist in diesem Jubeljahr einiges vorbereitet. So gibt es etwa alle
zwei Wochen eine eigene Pilgerzeitung in deutscher Sprache,
die kostenlos in den Hotels aufliegt und vom Zentralkomitee für
das Große Jubeljahr 2000 herausgegeben wird. Darin enthalten
sind aktuelle Informationen, Beiträge über das Jubeljahr
2000 und nützliche Hinweise.
Wallfahrt unterwegs im Glauben
Im Mittelpunkt der Wallfahrt im Jubiläumsjahr stand für
die St. Pöltner Gruppe natürlich auch der Besuch der Heiligen
Pforten in den vier Patriarchalkirchen Roms, dem Petersdom, der
Lateranbasilika, der Kirche St. Paul vor den Mauern und der Kirche
Santa Maria Maggiore.
Bei der ersten Messe der Wallfahrer in der aus dem 13. Jahrhundert
stammenden Kirche Santa Maria in Aracoeli wies Msgr. Wilfried Kreuth
auf den grundlegenden Sinn einer Wallfahrt hin. Er weist auf das
gemeinsame Unterwegs-sein zu Gott hin, sagte er. Früher waren
Wallfahrten mit vielen Mühen, Anstrengungen und Gefahren verbunden.
Heute ist es leichter geworden. Dennoch sollte es für jeden
wertvoll sein, ein geistliches Ziel zu erreichen, wies Dir. Kreuth
hin. Dies solle nicht nur für die Dauer der Wallfahrt gelten,
sondern ein Leben lang. Mit den Gläubigen unterwegs seien auch
die vielen Heiligen, die gerade in der Stadt Rom den Pilgern auf
vielfältige Weise begegnen, so Kreuth.
Der folgende Tag begann mit der Messe in der Kirche des Campo
Santo Teutonico. P. Robert Bösner zog in seiner Predigt
einen Vergleich zwischen dem Sonntagsevangelium und der Symbolik
der Heiligen Pforte. Wenn man unbedacht ins Heiligtum eintritt
und alles mitnimmt, was zum Geschäft dieser Welt gehört,
wird aus dem Gebetshaus eine Markthalle, sagte er in Anlehnung
an das Evangelium. Auch das Durchschreiten der Heiligen Pforte sollte
so geschehen, daß man nicht alles aus der Vergangenheit
in das Heiligtum mitnimmt, wies P. Robert hin. Dies sollte
nicht nur in Rom gelten, sondern bei jedem Betreten eines Gotteshauses.
St. Pöltner Pilger im Osservatore
Romano
Als die Pilgergruppe am nächsten Tag vor der Basilika Santa
Maria Maggiore auf die Führung wartete, wurde eine Journalistin
auf sie aufmerksam und bat auch um ein Interview. Zwei Tage später
war im italienischen Osservatore Romano unter der Rubrik Millenniumspilger
zu lesen: Nach der Feier der Heiligen Messe in der Basilika
hält sich auch eine Gruppe von 77 Personen auf dem Platz vor
der Basilika auf und wartet auf die Führung. ... Es sind die
Gläubigen der Diözese Sankt Pölten, einer Stadt in
Österreich. Sie sind mit ihrem Bischof Kurt Krenn nach Rom
gekommen, um ihre Jubiläum 2000 Wallfahrt durchzuführen.
Die Basilika Santa Maria Maggiore ist auch jene Kirche, in der Bischof
Dr. Kurt Krenn seine Priesterweihe empfangen hat und sein erstes
Messopfer feierte. Beim Gottesdienst, der vom Bischof selbst geleitet
wurde, nahm auch eine 54köpfige Pilgergruppe aus Blindenmarkt
teil. In der Predigt wies der Bischof hin, dass die Einheit der
Kirche im Glauben begründet sei. Heute brauche man Gelassenheit.
Diese sei eine Tugend, die in unserer Zeit nicht hoch in Kurs stehe,
aber doch auch im Glauben zu finden sei.
Ein besonderes Erlebnis war für die Pilger der Besuch der Kirche
Santa Prassede mit den wunderbaren alten Mosaiken. Beeindruckend
auch die Kirche San Clemente, einer besonders gut erhaltenen frühchristlichen
Basilika, deren Baugeschichte bis in die Spätantike zurückverfolgt
werden kann. In der untersten Etage sind noch die Reste eines Mithrasheiligtums
zu sehen.
Abschlussgottesdienst
Den religiösen Abschluss fand die Pilgerreise beim Gottesdienst
in der Wallfahrtskirche La Madonna del Divino Amore am Stadtrand
von Rom. Der Bischof verwies in seiner Predigt auf die Kirche Christi,
die kein Machwerk des Menschen sei, auch wenn Menschen sie nach
ihren Gesichtspunkten anpassen wollen. Die Kirche sei vielmehr von
Gott und Christus gestiftet, unterstrich er.
Der letzten Abend und gesellige Ausklang der Pilgerreise galt dem
Besuch der berühmten Stadt Frascati am Westhang der Albaner
Berge.
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