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Diözesanwallfahrt 2003 nach Süditalien vom 28. April bis 5. Mai 2003
Dome und Heilige Süditaliens

Heilige aus der frühen Kirche bis in unsere Tage waren das Ziel der Diözesanwallfahrt nach Süditalien vom 28. April bis 5. Mai 2003. Der besuch beim Grab des Apostels Andreas und des heiligen Severin sowie des heiligen Nikolaus u.a. standen auf dem Programm. 135 Pilger, darunter 11 Priester, haben an dieser Wallfahrt teilgenommen.

Eine Pilgergruppe vor den Mauern von Pompeij
Zum Ursprung des Mönchstums
Gleich am ersten Tag der Pilgerreise war der Besuch der ältesten und imposanten Klostersiedlung am Montecassino geplant, die Benedikt 529 gegründet hat. Benedikt, einer der Patrone für Europa, war Friedensbote, Baumeister der Einheit, Lehrmeister der Zivilisation, Künder des Glaubens und Begründer des abendländischen Mönchstums, wies P. Vinzenz Kienast bei der Messfeier in Montecassino hin. Mit seiner Klosterregel sei er zum "Mönchsvater der westlichen Kirche geworden" und habe damit jenen Menschen, die sich zur Gottsuche aufmachen, einen Leitfaden gegeben.

Zum heiligen Severin
Neben den Kirchen, Domen und Kathedralen Süditaliens galt diese Wallfahrt ebenso den Vorbildern und Heiligen, wie sie in der Kirche seit Jahrhunderten verehrt werden. Für die Wallfahrer war es ungewöhnlich, wie sie bereits in Fratta Maggiore, dem Ort des heiligen Severin, empfangen wurden. Der Parkplatz vor der romanischen Basilika war von der Polizei für die Reisebusse schon reserviert und nach dem Besuch der Kirche sollte sich jeder Teilnehmer sofort in das Besucherbuch eintragen. Wie die Pilger erfahren konnten, wird zum Gedenktag des Heiligen jedes Jahr auch der Österreichische Botschafter eingeladen. Sogar Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll war bei einer dieser großen Feiern in Fratta Maggiore schon anwesend.

Zum Apostel Andreas
Entlang der traumhaften Steilkünste fuhr die Gruppe am folgenden Tag nach der ehemaligen Republik Amalfi, wo die Gebeine des Apostel Andreas begraben liegen. 68 Stufen mussten die Pilger zu dem aus der Staufferzeit stammenden Dom mit bunter Marmorfassade hinaufsteigen, um auch den Innenraum dieses imposanten Bauwerkes bestaunen zu können. Die Messe mit den Pilgern feierte der Direktor der Diözesanfinanzkammer, Kan. Msgr. Leopold Schagerl. In seiner Predigt wies er auf die Berufung des Andreas durch Jesus hin. Den Abschluss des Tages bildete ein Besuch der Villa Rufolo mitten in einer ausgedehnten Parkanlage, von der aus die Pilger einen einzigartigen Panoramablick auf die amalfische Steilküste genießen konnten. Natürlich war für die Pilger auch ein ganzer Tag auf der Insel Capri vorgesehen, wo die Besichtigung der Villa San Michele, des Hauses des Schriftstellers Axel Munthe, mit seinen herrlichen Gartenanlagen und Terrassen Zeit zur Erholung boten.

Zum heiligen Nikolaus
Nach dem Besuch der im Jahr 79 bei einem Vulkanausbruch verschütteten Stadt Pompeij ging es weiter über den Apennin an die Ostküste nach Apulien in den Ort Bisceglie bei Bari. In Bari selbst konnte die Pilgergruppe in der Krypta der Basilika des heiligen Nikolaus auch die Messe feiern. Diese Kirche gilt als eines der bedeutendsten Beispiele sakraler Baukunst, ist sie doch der "Urtyp" der romanisch-apulischen Kirchen mit bedeutenden mittelalterlichen Steinmetzarbeiten. Als "Königin der apulischen Kathedralen" wird aber die Kirche San Nicola Pellegrino im nahe gelegenen Trani bezeichnet. Diese Kathedrale "San Nicola Pellegrino" ist ein dreischiffiger Säulenbau mit überaus kunstvollen Steinmetzverzierungen.

Wo der Erzengel erschien ...
Auf dem Monte Sant Angelo, einem etwas nördlicher gelegenen Gebirgsort auf etwa 800 Metern, ist im Jahr 493 dem damaligen Erzbischof von Sipontum der Erzengel Michael erschienen. Etwa 100 Stufen führen von der stattlichen Kirche San Michele Arcangelo in die Felsengrotte hinab, wo die Pilgergruppe auch die Abschlussmesse ihrer Wallfahrt feierte. "Mit reichen Eindrücken fahren wir nun wieder nach Hause", sagte Bischofsvikar Msgr. Wilfried Kreuth. Jede Wallfahrt sei durch die vielfältigen Erlebnisse und Erfahrungen auch eine Schule des Lernens, der Rücksichtnahme, der Hilfe und Dankbarkeit und lehre auch, den Anderen in seinem Anders-seins zu schätzen, wies er hin. Bei dieser Wallfahrt konnten die Teilnehmer das Glaubenszeugnis vieler Heiliger, die im Laufe der Jahrhunderte gelebt haben, erfahren. Etwa des Apostels Andreas, des heiligen Nikolaus, des heiligen Benedikt und der Scholastika. So sei diese Wallfahrt auch ein Stück Lernen im Glauben, wies er hin. So wie der Erzengel Michael den Berg Gargano für Christus "getauft" habe, so brauche jeder manchmal selbst so eine "Taufe", um in seinen persönlichen Frömmigkeitspraktiken gewohnte und ausgetretene Weg zu verlassen, um wieder den wesentlichen Grund und Inhalt des Glaubens zu finden.

Beim Grab des hl. P. Pio
Ein kurzer Besuch galt noch dem Kapuzinerkloster in San Giovanni Rotondo, wo der 2002 heilig gesprochene Kapuzinermönch P. Pio verehrt wird. Tausende Pilger strömen Tag für Tag über den sogenannten "Pilgerweg" von der neuen Kirche durch das Klostergebäude, am Grab des Heiligen und an seiner Zelle vorbei. Überall sind Erinnerungen an ihn ausgestellt, sei es die Mönchskutte oder auch Gegenstände, die P. Pio einst verwendete. Das zentrale Krankenhaus Casa Sollievo della Sofferenza überragt weithin den Ort. Noch im Rohbau steht eine neue Wallfahrtskirche des Architekten Renzo Piano. Jährlich zählt der Ort etwa sechs Millionen Pilger. Der Abschluss der Wallfahrt galt noch einem kurzen Besuch des Vesuv. Viele Pilger nutzten dort auch die Gelegenheit, den Berg bis zum Kraterrand zu besteigen.

"Christentum ist Gegenwart"
"Wir haben diesmal wieder die Lebendigkeit der Kirche durch diese Orte und Heiligen aus verschiedenen Zeiten erlebt", resümierte der Leiter der Diözesanwallfahrt, Direktor Msgr. Wilfried Kreuth. "Das Christentum ist nicht nur eine Sache der Vergangenheit, sondern vor allem der Gegenwart".


Kontakt: presse.stpoelten@kirche.at