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Festmesse im Dom St.
Pölten mit Priester- und Diakonenweihe
In einer Festmesse am 29.
Juni, dem Fest Petrus und Paulus, feierte die Diözese St. Pölten
drei besondere Anlässe. Die Vollendung des 65. Lebensjahres von Diözesanbischof
Dr. Kurt Krenn und sein zehnjähriges Wirken als Bischof in der Diözese.
Zu diesem Fest waren auch die Priesterjubilare dieses Jahres geladen. Dies
hatte das Domkapitel bereits im Jänner dieses Jahres beschlossen,
wies Weihbischof Dr. Heinrich Fasching in seiner Ansprache
am Ende der Festmesse hin.
Zweites Vatikanum ist
Maßstab und Richtschnur
Er überbrachte im Namen
der gesamten Diözese die herzlichsten Glückwünsche, „Gesundheit
und Gottes mächtigen Schutz für den weiteren Lebensweg und für
den Dienst an der Diözese“. Der Weihbischof erinnerte daran, dass
der Bischof in der jüngsten Silvesterpredigt das Zweite Vatikanische
Konzil als Maßstab und Richtschnur für das Tun jedes Christen
hingestellt habe. Dieses weise die Bischöfe hin, dass sie ihr Dienstamt
zusammen mit ihren Helfern, den Priestern und Diakonen übernommen
haben, sagte er. Sie stehen daher der Herde vor, deren Hirten sie seien.
Bei seinem Amtsantritt vor
zehn Jahren habe der Bischof die Diözese mit dem Gruß des Auferstandenen
begrüßt und dies mit seinem Wahlspruch „Die Barmherzigkeit Christi
ist unser Friede“ erläutert. Von dieser Barmherzigkeit habe er seitdem
immer wieder gesprochen und geschrieben, wies der Weihbischof hin.
„Wir brauchen mehr Priester“
Als zentrales Anliegen des
Bischofs und der gesamten Diözese nannte Weihbischof Fasching die
Sorge um den Priesterberuf: „Wir brauchen mehr Priester“, sagte er. Der
Bischof könne darauf zählen, dass „ein ausreichender Priesternachwuchs
für die Priester, Diakone, Religionslehrer, Familien und für
das ganze gläubige Volk ein vorrangiges Anliegen ihrer Bemühungen
und ihres Betens“ sei, bestätigte er. Darüber hinaus versuche
die Diözese auch neue Wege in der Weckung und Förderung geistlicher
Berufungen zu gehen. Die unterschiedlichen Ausrichtungen des Priesterbildes
würden neue Anforderungen mit sich bringen und in verstärktem
Maß den Dienst an der Einheit verlangen, zu dem die Bischöfe
auch in besonderer Weise berufen seien.
Der Weihbischof sprach dem
Bischof im Namen aller Priester und der gesamten Diözese den aufrichtigen
Dank für alles Gute aus, das in seinem zehnjährigen Wirken in
der Diözese geschehen sei.
Diakonen- und Priesterweihe
Geweiht wurden beim Festgottesdienst
für die Kongregation der Servi Jesu et Mariae P. Axel Weil zum Priester
und Franz-Josef Dötig zum Diakon. Für die Diözese St. Pölten
wurde Mag. Peter Zidar aus Maria Anzbach zum ständigen Diakon geweiht.
Hunderte Gläubige,
unter ihnen zahlreiche Äbte, Dechanten, Priesterjubilare, Verwandte
des Bischofs und Mitglieder der katholischen Pfadfinder Europas nahmen
an diesem mehrfachen Fest teil.
Kirche kann auf Priester
nicht verzichten
In seiner Predigtunterstrich
der Bischof, dass die Kirche auf den Priester niemals verzichten könne.
Der Dienst eines Geweihten sei von dem eines Nicht-Geweihten im Wesen verschieden.
So sei „zwischen den Geweihten und den Nicht-Geweihten eine Vertauschung
der Dienste nicht nach dem Willen Christi“. Die Berufung, so der Bischof
weiter, brauche „die Kennzeichen der Wahrheit, der Treue, der menschlichen
Güte und der Bereitschaft zur Übereinstimmung mit Gottes Willen
und mit der Gesinnung Christi“.
„Die Sache des Dialogs
ist gut, der Missbrauch aber offenkundig“
Die Christen sollten daher
nicht auf abstrakte Planungen und Konzepte setzen, sondern auf den zu Christus
bekehrten Menschen, wies der Bischof in seiner weiteren Predigt hin. Er
misstraue manchmal auch „dem beliebt gewordenen Wort Dialog“, sagte er.
Die Sache des Dialogs sei gut, doch sei der Missbrauch offenkundig, wenn
„durch dieses Tor der Agnostizismus, die religiöse Gleichgültigkeit,
Chaos und Gewissenlosigkeit transportiert werden“. Der wahre Weg des religiösen
Dialogs könne als gottgewolltes Ziel nur die Bekehrung eines jeden
bewirken. Der Dialog dürfe nicht der Vorwand für Ungehorsam,
Lieblosigkeit, Stolz und Eigensinn sein, betonte der Bischof. |