Bruno - ein Zeuge für die Liebe zu Gott
Bischofsmesse zum „Kartäusertag“ im Dom zu St. Pölten.
900. Todesjahr des Ordengründers der Kartäuser, des heiligen Bruno. Diözesen mit ehemaligen Kartäuserklöstern wollen künftig enger zusammenarbeiten.

Mit einer Bischofsmesse im Dom zu St. Pölten ging am 9. September das zweitägige Treffen mit Bischöfen und Vertretern jener Diözesen, in denen einst Kartäuserklöster bestanden haben, zu Ende. Das Treffen erfolgte auf Einladung des Fördervereins der Kartause Aggsbach.
Schwerpunkt der Beratungen war in den vergangenen zwei Tagen Überlegungen für eine engere Zusammenarbeit jener Diözesen, in denen einst dieser Orden tätig war. Auf der Basis der gemeinsamen Vergangenheit Mittel- und Osteuropas soll das Leben und Wirken des heiligen Bruno und seiner Gemeinschaften wieder in Erinnerung gerufen werden. 

Von den 195 Kartausen, die im 16. Jahrhundert bestanden haben, gibt es heute weltweit nur mehr 23 mit etwa 450 Mitgliedern.
In Österreich bestandenen drei Niederlassungen, die alle in Niederösterreich liegen: Aggsbach, Gaming und Mauerbach. In der Kartause Aggsbach gab es am Samstag neben einer Führung durch die Kartause Vorträge über die Spiritualität der Kartäuser heute und über den Gründer des Ordens, den Heiligen Bruno, der vor 900 Jahren, am 6. Oktober 1101 in der Kartause La Torre in Kalabrien starb.

Ein lebendiges Anliegen
Bischof Dr. Kurt Krenn lobte in seiner Predigt das Engagement des Fördervereins der Kartause Aggsbach, „das historische Anliegen einer Kartause wieder aufzugreifen und daraus ein lebendiges Anliegen zu machen“. Er hoffe, dass dadurch die Spiritualität der Mönche wieder mehr verstanden werde, wies er hin. Es sei dabei wichtig zu wissen, was das höchste Ziel eines Ordens sei; es gehe im Grunde um die Liebe zu Gott, sagte der Bischof. Der Weg der Heiligkeit sei aber nicht nur ein Weg für Männer und Frauen, die sich Gott weihen, sondern müsse der Weg eines jeden Christen sein. Der Ordensstifter Bruno sei dafür der entscheidende Zeuge. Er liebte Gott über alles und hatte daher auch die Kraft, den Nächsten zu lieben und vieles für Kultur und Wissenschaft zu tun.