Brief zum Schulanfang 2007
Die vielen Aufrufe der Kirche an die Laien, sich als MitarbeiterInnen zur Verfügung zu stellen, haben mich als Statistiker gereizt, einmal die Verhältnisse in unserer Gemeinde zu untersuchen. Ich bin zu folgendem Ergebnis gekommen:
Gemeindangehörige: 11.191
abzüglich: Personen über 75 und unter 18 Jahren 2.601
mögliche MitarbeiterInnen: 8.590
abzüglich: Hausfrauen mit 3 und mehr Kindern 190
mögliche MitarbeiterInnen: 8.400
abzüglich: Kranke, Gehbehinderte, Müde 210
mögliche MitarbeiterInnen: 8.190
abzüglich: Die außerhalb Beschäftigten (Vertreter, Studenten,…) 210
mögliche MitarbeiterInnen: 7.980
abzüglich: Kellner, Nachtarbeiter, Bardamen, Gammler,… 479
mögliche MitarbeiterInnen: 7.501
abzüglich: Jetzt schon tätige Mitarbeiter (PGR, Caritas, u.ä.) 274
mögliche MitarbeiterInnen: 7.227
abzüglich: Angehörige der innerkirchlichen Opposition 16
mögliche MitarbeiterInnen: 7.211
abzüglich: Mit der Kirche Zerstrittene, Verärgerte, Enttäuschte,… 5.278
mögliche MitarbeiterInnen: 1.933
abzüglich: unfähige Schwätzer 621
mögliche MitarbeiterInnen: 1.312
abzüglich: Bereite Menschen, die sich aber für unfähig halten 1.310
mögliche MitarbeiterInnen: 2
Das sind: Sie und ich
(aus: Canisiuswerk, Kirche - unser Lebensraum)
…. Sie und ich? ….du und ich?
In der Pfarre auch noch?
In welcher von den vielen?
Was soll ich denn noch alles?
Aber ich brauch den Job!
Gleich am Schulanfang wird man mit Forderungen erschlagen…
Das schaff ich nicht...
Sorg dich nicht ängstlich… Tu, was dir möglich ist. Alles andere wird dir dazugegeben, ja, nachgeworfen… Ich bin immer bei - mit - in dir!
WIR SIND angesprochen, gerufen ….
Unser "Job" ist eben keiner. Ja, wir haben Dienstvertrag, Lehrverpflichtung, Aufsicht, Lehrplan, Vorgesetzte, Kollegen, Schüler... wie alle anderen auch.
Aber wir sind gesendet = wir haben einen Spezialauftrag, denn wir haben einen besonderen Dienstgeber:
Er hat uns beim Namen gerufen.
Er hat uns den Auftrag gegeben die Frohe Botschaft von Ihm, dem liebevollen Vater, weiterzugeben.
Und Er bleibt an unserer Seite. Das hat er uns versprochen.
Mit diesem Wissen, denn darauf vertraue ich felsenfest, gehe ich in das neue Schuljahr.
Ich gebe zu, dass mich gerade die endlosen Statistiken am Schulanfang nerven. Ich weiß, dass ich nicht immer tue, was mir eigentlich möglich wäre. Ist die von mir verkündete Frohe Botschaft wirklich froh machend?
Aber auch da ist unser oberster Dienstgeber anders: Er misst nicht den Erfolg, sondern unser Bemühen…
Jedes Jahr wieder gehen mir solche Gedanken durch den Kopf, wenn ich an den nahenden Schulanfang denke. Und ich könnte mir vorstellen, dass es vielen von uns so geht. Wir haben es alle schon oft erlebt: Es gibt Höhen und Tiefen, gute Tage und schlechte; Tage, an denen mich nichts umhaut und dann wieder Tage, da schaff ich es nicht einmal meinen Kopf zu heben, geschweige denn gerade und fröhlich den mir anvertrauten Kindern und Jugendlichen gegenüberzutreten.
Und dennoch...
Ich darf immer wieder erleben, dass wir Kraft bekommen und einander Kraft geben.
Wir von der Berufsgemeinschaft ReligionslehrerInnen bitten dich um 2-erlei:
Bitte, rühr dich bei uns, wenn es dir nicht gut geht. Du bist uns wichtig!
Bitte, tritt der BG bei und hilf uns Seinen Auftrag an uns wahr werden zu lassen: Sorgt euch nicht ängstlich…
Uns allen wünsche ich einen friedlichen, fröhlichen Start ins neue Schuljahr!
Ilse Müllner Zrzavy
PS.:
Kommst du zum Tag der Religionslehrer/innen am 18. Oktober?
Bitte komm auch zur Jahreshauptversammlung im November. Wir wollen mit einander ins Gespräch kommen.
Die genauere Einladung kommt noch. Bitte lass dich ansprechen und komm!
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