Nacht der 1000 Lichter
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Geschichte der Bibliothek

Die Diözese St. Pölten wurde durch die päpstliche Bulle vom 28. Jänner 1785 errichtet. Noch vor der Diözesanerhebung kaufte Weihbischof Anton Franz Marxner 1754 die Herrschaft Gutenbrunn und ließ dort ein Alumnat mit Theologiestudium einrichten (1767/1768). Es fiel zunächst (1783) den josephinischen Generalseminarien zum Opfer, wurde aber 1785 neu begründet und in das ehemalige Franziskanerkloster in St. Pölten verlegt.

Den Grundstock der 1785 eingerichteten Bibliothek bildeten Bestände des aufgelösten Wiener Generalseminars. Diese stammten aus dem ehemaligen Alumnat Gutenbrunn. Laut Verfügung des bischöflichen Ordinariats vom 7. Juli 1814 hatte der Spiritual der Alumnen die Hausbibliothek zu verwalten. Diese Agende wurde noch von Dr. Alois Stöger, der von 1938 bis 1959 als Spiritual am Priesterseminar wirkte, wahrgenommen.

Aus den Nachlässen der Bischöfe, Professoren und Priester, sowie aus Stiftungen und Geschenken erwuchs allmählich eine stattliche Büchersammlung. Zahlreiche Werke sind Diözesanbischof Josef Fessler (1813-1872) zu verdanken. Sie sind mit dem Aufdruck/Vignette „Bibliotheca Seminarii episcopali ad. S. Hippolytum. Ex hereditate Episcopi Jos. Fessler“ versehen. 1866 konnte ein Teil des Büchernachlasses des Dompropstes Franz Werner (1810-1866) der Alumnatsbibliothek einverleibt werden.

Den Zweiten Weltkrieg haben Priesterseminar, Lehranstalt und Bibliothek relativ gut überstanden. 1957 erfolgte die Umbenennung in „Philosophisch-Theologische Diözesanlehranstalt“. Seit 1972 hat sie den Status einer „Philosophisch-Theologischen Hochschule der Diözese St. Pölten“ inne.

In Verbindung mit Neuordnungen im Bistumsgebäude überstellte man 1959 und 1960 größere Bücherbestände aus dem Alumnat in die Diözesanbibliothek St. Pölten, darunter die wertvollen Inkunabeln sowie Werke aus dem 16. bis 19. Jahrhundert.

Ausbau und Erneuerung der phil.-theologischen Studien (vgl. Bundesgesetz v. 10.7.1969, §3; St. Pöltner Diözesanblatt 3 (15.2.1972) S. 35-38) erforderten eine entsprechende und systematische Aufstockung des Gesamtbestandes an Zeitschriften und Büchern. Unter anderen Persönlichkeiten ist hier Prof. Dr. Karl Beck zu nennen (Prof. für Philosophie 1.9.1966 bis 10.9.1974), der sich um die finanzielle und organisatorische Neugestaltung der Bibliothek große Verdienste erwarb. In der Beratung hat in vielfältiger Weise bis heute Staatsbibliothekar Dr. Andreas Weyringer von der Wiener Kath.-Theol. Fakultätsbibliothek ausschlaggebend geholfen.

Im Zuge der Generalsanierung des Hauses Wiener Straße 38 begann man unter Regens Prof. Dr. Ferdinand Staudinger im Winter 1987/88 mit dem Um- und Ausbau des Bibliothekstraktes, der 1992 unter Regens Mag. Franz Schrittwieser, seinen Abschluß fand. Eine moderne Bibliothekseinrichtung in drei Geschossen ermöglicht nun eine zweckmäßige und rationelle Aufstellung des Bestandes. Im Herbst 1993 wurde mit der EDV-Katalogisierung begonnen. Mit der EDV-Entlehnung wurde am 2.12.1996 begonnen.

Seit der Übersiedlung der Landesbibliothek und des Landesarchives von Niederösterreich (1997) ist die bisher schon vorhandene Zusammenarbeit auf mehreren Gebieten noch entschieden intensiviert worden.

Bestände

Bei einem Gesamtbestand von ca. 100.000 Bänden sind ca. 14.800 Bände vor 1901 erschienen. Davon stammen ca. 100 Bände aus dem 18. Jh. und rund 14.700 aus dem 19. Jh.. Die Mehrzahl der Werke ist in Deutsch verfaßt, gefolgt von Latein, Französisch, Englisch und Griechisch. Bibeltexte liegen auch in Hebräisch, Arabisch und Syrisch vor. Diese Angaben basieren zum Teil auf Schätzungen zum Teil auf Autopsie.

Die Bücher waren bis 1991 disloziert aufgestellt. Gesondert zugänglich waren auch die indizierten Bücher. Die Indexerlaubnis wurde den Professoren und Dozenten am 21.1.1964 durch das bischöfliche Ordinariat generell erteilt. Heute ist der Bibliotheksbestand nach 27 Sachgebieten geschlossen aufgestellt im Westtrakt des Hauses Wiener Straße 38 (3 Geschoße). Ein erweiterter Handapparat befindet sich im Professorenzimmer (Konferenz­zimmer) in der Südost-Ecke des zweiten Stockes. Der Buch- und Zeitschriftenbestand aus der Zeit vor 1901 ist aufgelistet im "Handbuch der Historischen Buchbestände in Österreich", Bd. 3, 173-175.

Primär ging und geht es um eine akademische Studienbibliothek. Der Bestand spiegelt daher auch Geistes- und Theologiegeschichte der Institution. Die Neuzugänge entsprechend budgetären Möglichkeiten versuchen die einschlägigen Fachbereiche abzudecken. Werke früherer Jahrzehnte unseres Jahrhunderts werden gegebenfalls durch Spenden / Erbschaften aufgefüllt. Die geographische Lage von St. Pölten (Nähe zu Wien, Klosterbibliotheken in der Umgebung) bestimmt für den Lehr- und Forschungsbetrieb der Hochschule auch die Auswahl der Neuanschaffungen. Etwa 130 einschlägige Serienwerke sind abboniert, etwa 185 Zeitschriften / Zeitungen und Jahrbücher werden gehalten (teilweise gespendet). Festschriften und Ausstellungskataloge aus den Fachbereichen sind vorhanden.

Literatur über die Bibliothek

Entlehnbuch [Handschr. geführt von 1852 bis 1867]
"Chronik des Bibliotheksverantwortlichen" ab 1966
Konferenzprotokolle aller Hochschulgremien
Wurz, Heinrich: 200 Jahre Theologiestudium in St. Pölten. In: 200 Jahre Theologiestudium in St. Pölten. Hrsg. vom Professorenkollegium der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Diözese St. Pölten. 1991. S. 13-36
Vorlesungsverzeichnisse und Studienführer der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Diözese St. Pölten. (mit Bibliotheksordnung und Personalia)
Wurz, Heinrich: Die Philosophisch-Theologische Hochschule der Diözese St. Pölten (1.Beiheft zu Hippolytus Neue Folge), St. Pölten 1985
Hippolytus Neue Folge (HNF). St. Pöltner Hefte zur Diözesankunde, Nr. 8 / 1985, passim
Hippolytus Neue Folge (HNF). St. Pöltner Hefte zur Diözesankunde, Heft 17 / 1991, passim
Staudinger, Ferdinand: Bibliothek der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Diözese St. Pölten, Handbuch der Historischen Buchbestände in Österreich, Bd. 3, Hildesheim 1996; S. 173-175