| Bischof Klaus hat bereits bei seinem Amtsantritt von der Notwendigkeit eines neuen Pastoralplans gesprochen. Nach vielen Vorüberlegungen und Gesprächen in der Dechantenkonferenz, Personalkommission, mit den Äbten, Räten, … wurde im März 2007 mit Unterstützung des externen Prozessbegleiters, Mag. Egbert Amann-Ölz, ein Entwicklungsprozess konzipiert, der in späterer Folge auch zu einem neuen Pastoralplan führen wird.
In Startworkshops für einzelne haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitergruppen wurde das Ziel , Grundanliegen und der Rahmen mit auf den Weg gegeben und die Erfahrungen und Zukunftsanliegen der TeilnehmerInnen interaktiv abgeholt: |
| In allen Workshops wurde die Lebendigkeit und Vielfalt der Charismen in unserer Diözese deutlich und der Beginn eines neuen wertschätzenden Miteinanders nach der Ära Krenn. Spürbar wurde neben einer neuen Aufbruchstimmung eine aufgrund der schwierigen Vergangenheit gewachsene Grundskepsis, ob diese Workshops eine nette Eintagsfliege, Showeinlage, Beruhigungspille waren, oder ob das Hören der Leitung auf die Stimmen der Basis auf Dauer angelegt ist.
Am 12. Sep. 2007 hat Bischof Klaus ein Hirtenwort herausgegeben, das ausführlicher auf den gemeinsamen Weg in die Zukunft eingeht und Grundlinien aufzeigt, insbesondere für das 1. Ziel im Entwicklungsprozess - die geistliche Erneuerung.
Mit diesen Inputs soll sich nun auf allen Ebenen der Erneuerungsprozess in der gesamten Diözese ausbreiten, das Gespräch weitergehen, das Miteinander gestärkt werden, konkrete Taten folgen. Jede und jeder ist eingeladen, mitzugehen und Verantwortung für den Erneuerungsprozess in seinem Wirkungsbereich zu übernehmen.
Es geht nicht darum, alles neu zu erfinden. Auf vieles kann aufgebaut werden, vieles, was im Verborgenen in Treue geschieht, wird sichtbar und kann in einen gemeinsamen Erneuerungsprozess einfließen. Es geht auch nicht darum, mehr zu tun. Es geht um eine ehrliche Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft und eine gemeinsame Suche, wie unsere Kirche in der Diözese St. Pölten darin nicht nur bestehen, sondern in Gottes Kraft wieder wachsen kann.
In den Herbsttreffen der KA, KBW, ReligionslehrerInnen und der Erneuerungsbewegungen im September 2007 hat im Zuge der Einladungen zum Ehrenamtlichentag (16.11.) bereits ein Prozess der Auseinandersetzung begonnen, der ebenfalls eine gute Basis für die Weiterarbeit darstellt.
Mit den Äbten und Ordensoberinnen gab es Mitte Oktober 2007 sehr aufbauende Begegnungen zum Erneuerungsprozess, der von allen Orden mitgetragen wird.
Eine Kommunikationsgruppe unter der Leitung von Hans Pflügl koordiniert die Kommunikation insbesondere nach außen (Medien).
Wie geht es nun konkret weiter?
- Zur Vereinfachung der Verwaltungsstrukturen wurden die bisher 25 Dekanate in 20 Dekanate angepasst. Die neue Dekanatsstruktur wird Anfang 2008 final entschieden und kommuniziert und mit September 2008 gültig.
- In jeder Pfarre soll im Jahr 2008 mindestens EINE Begegnung zum Thema geistliche Erneuerung stattfinden und mindestens EINE gemeinsame Veranstaltung mit einer Nachbarpfarre. Dies soll den Boden bereiten für ein stärkeres Zusammenwachsen und -wirken der Pfarren bis Ende 2010 (siehe auch 'Der Weg' unterer Teil ). Unterstützung in der Vorbereitung solcher Begegnungen und Veranstaltungen bietet ein Team von MentorInnen (E-Mail: zukunft@kirche.at ).
- In den Zentralstellen steht im Herbst 2008 eine Entscheidung über eine neue Organisation an, die in einem 3-Phasen-Modell dzt. in Entwicklung ist und 3 von der Leitung ausgesuchten Teams anvertraut ist, entsprechende Vorschläge zu entwickeln, über die die Leitung entscheiden wird. Die neue Zentralstruktur soll den Entwicklungsprozess und das Wirken 'draußen' in den Pfarren und kategorialen Seelsorgebereichen optimal unterstützen. Von 10.-12. September 2008 wird in einer 2. Zukunftskonferenz mit Zentralangestellten der Diözese St. Pölten ein erster Entwurf vorgestellt und bearbeitet. Nach der finalen Entscheidung durch die Leitung wird die neue Zentralstruktur schrittweise umgesetzt.
- Die 3 Projektphasen wurden am 17.10.07 in einem gemeinsamen Start-Workshop aufgesetzt:
* Projektphase I arbeitete intensiv bis Dezember 07 in explorativen Interviews mit Fokusgruppen unterschiedlichster Regionen und Zielgruppen. Eine Literaturgruppe beschäftigte sich mit dem Input aus den bisherigen WS und Erfahrungen, sowie Erkenntnissen aus anderen Diözesen und Pastoralkonzepten.
Aus den vielen sehr fruchtbaren und positiv erlebten Gesprächen zeigten sich 3 Spannungsfelder, in denen die Diözese St. Pölten heute lebt:
- Glaube - Institution
- innere Erneuerung - Aufbruch nach außen
- Tradition - Moderne
Um in diesen Spannungsfeldern Kirche zu erneuern, wurden - in Abstimmung mit dem Leitungsteam - die folgenden pastoralen Prioritäten für die Zukunft abgeleitet:
- Spiritualität , Mystik, Sinn
- Gesellschaftliche Verantwortung und Gestaltung
- Dialog mit der Moderne / dem Anderen
- Junge Kirche: Schwerpunkt Jugend & Familien
* Die Projektgruppe in Phase II erarbeitete von Jän.-Feb. 08 an den daraus abgeleitete Anforderungen an die neue Organisation der Zentralstellen:
- Nachgehende und hinführende Seelsorge (Gottesbegegnung … s.o.) in der Pfarre und in überpfarrlichen Einrichtungen
- Vernetzung / Kultur des Miteinander
- Begleitung / Bildung ausbauen --> Verkündigung, Katechese, Sakramente
- Region aufwerten - Zentrale in die --> Region
- Öffentlichkeitsarbeit professionell ausbauen
- Vielfalt und Weite fördern
* Das Projektteam Phase III wird von März bis Mai 08 ein Grobkonzept inkl. Stellenplan für die neue Organisation erstellen unter größtmöglicher Einbindung von Betroffenen.
Beteiligen Sie sich, dort wo Sie sind, am Erneuerungsprozess und übernehmen Sie Verantwortung in Abstimmung mit dem zuständigen Seelsorger. Schreiben Sie uns Ihre Eindrücke: zukunft@kirche.at
Ein Bild, das uns der Ehrenamtlichentag am 16.11.07 mitgegeben hat: eine Kirche, die aufsteht, sich an den Händen fasst, den Segen von oben herab bittet und zu den Menschen hinausgeht, sie abholt, dort wo sie stehen. Diesen Weg möchten wir gemeinsam gehen. |