Sternwallfahrt am Sonntagberg und Krankensalbung

Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz, St. Pölten


Sternwallfahrt Sonntagberg, Caritas Krankensalbung
26. Sept. 2018

1. Lesung: Buch der Sprüche 30,5-9    Evangelium: Lk 9,1-6


Wir sind mit dem Caritasdirektor durchs Land hergefahren, über die Berge, die Hügel und dann wieder ins Tal hinein, von einer Caritas-Einrichtung von einer Sozialstation kommend. Wenn ich so in das Land hineinschaue, sei es ins Bergland oder hinunter zur Donau, dann denke ich mir, da kommen Sie her, da haben Sie Ihre Häuser gebaut. Sie, die Sie heute zur Wallfahrt da sind. Nach dem Krieg haben Sie zum Wiederaufbau in diesem Land beigetragen, haben Kindern das Leben geschenkt, haben sich gesorgt, dass sie in eine gute Schule kommen oder einen guten Beruf finden. Und nun sind Sie hier bei der Wallfahrt.

Ich freue mich aber auch über alle Männer und Frauen, die helfend zur Seite stehen und heute da sind. In Rot-Weiß-Rot sitzen Sie hier vorne, Österreich und Caritas gehört zusammen. Hier in der Kirche leuchten Sie heraus, als die Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter, die so verlässlich in Ihre Häuser kommen. Sie wissen ganz genau, wenn sie kommen, dann wird Ihnen geholfen.

Ich danke Ihren Angehörigen, dass sie das zulassen. Es ist ja gar nicht so einfach, bis man eine Caritashelferin oder einen Caritashelfer holt. Hilfe zulassen von außen hat auch Vorteile. Zumindest lassen Sie sich manches von den Caritas Helfer/innen leichter sagen, wie von den eigenen Kindern. So lassen Sie sich helfen, dass Sie es gut haben in Ihren Jahren, in denen Sie alt geworden sind. Was mich freut, Sie haben die Gnade des Glaubenkönnens. Sie sind mit dem Herrgott verbunden. Wer weiß, wie oft manche von Ihnen schon hier waren, und diesen Ort als Zufluchtsort für Ihre Seele sehen? Vielleicht sagen Sie: Wenn ich auf den Sonntagberg gehe, da bekomme ich wieder Kraft.
So soll es heute sein, hier auf diesem Berg holen wir uns die Kraft für die Seele. Die, die begleitet werden, und die Andern die, die Hilfe anbieten. Da beten wir füreinander, dass wir die Kraft haben, das zu tun, wie es in der Lesung geheißten hat. Ich bitte Dich Herr, versage mir nicht bevor ich sterbe, Falschheit und Lügenwort halte von mir fern. Gib mir weder Armut noch Reichtum, nähre mich mit dem Brot, das mir nötig ist. Also gib mir das, was mein Leben, was meine Seele braucht. Herrgott schenk uns das.

Wir brauchen in unserem Leben eigentlich immer weniger. Aber was wir brauchen ist Zuwendung und Aufmerksamkeit und die liebevolle, wertschätzende Zuwendung eines Gottes der sagt, ich halte Dich, ich bin für Dich da. Damit wir unserem Gott das glauben, dass er für uns da ist, dafür gibt es die Helferinnen und Helfer. Sie zeigen Ihnen, der Herrgott ist für Dich da. Jeden Tag zeigt sich Gott durch die liebende Zuwendung der Helfer/innen. Gott sagt: Ich mach Dir das, ich helfe Dir da, ich richte Dich auf, ich begleite Dich, ich führe Dich hinauf auf den Sonntagberg. Da sind also Frauen und Männer in der Organisation der Caritas, die diesen unseren Gott begreifbar machen. Durch die Helferinnen und Helfer dürfen wir unserem Herrgott glauben, dass er für uns da ist. All das möchte ich Ihnen einschreiben in Ihr Herz.

Der Herrgott ist für mich da, auch wenn ich ihn nicht sehe, mit seiner heilenden Kraft, mit seiner liebenden Zuwendung. Er richtet mich auf. Er ist da mit den Kindern, er ist da mit der Helferin/ dem Helfer der Caritas. Das ist es dann, was uns inneren Frieden schenkt.
Das Leben ist ja nicht immer leicht. Da gibt es Zeiten der Unruhe, weil wir uns fragen, wie es wohl weitergehen wird, wie es mit den Kindern, mit dem Haus weitergehen wird? Hinein in all diese sorgenvollen Gedanken erleben Sie jemanden mit einer heilenden und helfenden Hand, der da ist. Das ist Caritas in unserem Land. Helfende Nächstenliebe, die aufrichtet, die stärkt und heilende Vorgänge ermöglicht. Was Sie von sich wissen ist, dass Ihre Gesundheit angeschlagen ist und Sie wissen, dass es nicht besser wird. Aber innerlich erfahren Sie Heilung. Innerlich erfahren Sie ein Aufgerichtet-Werden, einen Frieden, dass Sie sich aussöhnen können mit der Langsamkeit des Lebens und auch mit manch anderen Beschwernissen.

Darum bete ich, dass Sie ganz tief im Herzen spüren, Gott ist für mich da und schenkt mir den Frieden. Wir sprechen Ihnen das jetzt auch noch mit der Krankensalbung zu. Also Sie sind jetzt eingeladen, nach vorne zu kommen zur Salbung. Diese Salbung ist etwas, was innerlich aufrichtet, also wenn man die Krankensalbung empfängt, muss man nicht sterben, das möchte ich jetzt betonen. Die Krankensalbung ist nicht das Sterbesakrament. Das Sterbesakrament zur letzten Stunde ist die heilige Kommunion. Die gibt uns Nahrung für den Weg in den Himmel.

Die Krankensalbung ist zum Aufrichten, zur Stärkung der Kranken. Die Hände werden gesalbt und die Stirn wird gesalbt, damit wir wieder den alten Glanz bekommen, den wir schon einmal gehabt haben, bei der Taufe oder bei der Firmung. Dieser Glnaz soll neu aufgefrischt werden.
Und jetzt werden wir diesen Glanz der Seele aufpolieren mit der Krankensalbung. Zur Stärkung und zur Heilung. Ich schenke Ihnen jetzt dieses Sakarament, damit Sie merken, die Kirche behandelt mich gut. In der Kirche erfahre ich ein inneres Aufgerichtet-Werden.

Bei Jesus hat es auch geheißen, er schickt die Apostel aus. Er sagt: Geht von Dorf zu Dorf und heilt die Kranken und schaut, dass sie gesund werden. Nehmt nichts mit, seid innerlich frei, damit ihr wirklich die Hände frei habt den Menschen heilend zu begegnen.

Ich freue mich, wir sind jetzt fünf Priester da vorne und wir werden uns aufteilen, und dann können Sie kommen. Und verstehen Sie das wirklich als Aufpolieren der Seele als Stärkung als inneres Kraft-Zusagen mit den Worten: Mensch, du schaffst es. Du machst es gut. Es ist schön, dass es Sie gibt, und vergessen Sie nicht: Dein Gott sagt: Ich hab Dich lieb.
Amen.