Bischof Schwarz: Caritas ist kirchliches Grundprogramm

St. Pölten, 14.2.2020 (dsp/kb) Die Caritas der Diözese St. Pölten feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Auftakt der Aktivitäten war heute ein großer Festgottesdienst im St. Pöltner Dom mit Bischof Alois Schwarz und zahlreichen Ehrengästen. Vor 100 Jahren, am 14. Februar 1920, wurde durch den damaligen Dompfarrer und späteren Bischof Michael Memelauer der Grundstein für die organisierte Form der Caritas in der Diözese St. Pölten gelegt. Memelauer prägte damit die Anfänge der Caritas bis in die 1960er Jahre nachhaltig. 

Bischof Alois Schwarz strich ins seiner Predigt beim Festgottesdienst die Nächstenliebe als „Grundprogramm eines Gottes, der die Liebe ist“ heraus und betonte die über 2000jährige Tradition der Caritas in der Kirche.  "Aufmerksam zu sein für andere war für die Kirche von Anfang immer Thema: Wie viele Gemeinschaften wurden gegründet, wie oft wurde Sozialdienst gelebt, um für andere da zu sein, wieviele Ausspeisungen wurden und werden gemacht,“ so Schwarz. Auch sprach er von einem weiteren wichtigen Meilenstein in der 100jährigen Geschichte des Caritasverbandes: dem Zweiten Vatikanischen Konzil und damit dem Perspektivenwechsel, „Türen zu öffnen: nicht nur, um Menschen hereinzulassen, sondern auch um hinauszugehen“, so Schwarz. „Die Frauen und Männer der Caritas gehen hinaus und geben der Liebe ein Gesicht, das sich den Notleidenden zuwendet“. Letzlich ginge es aber bei der Caritas auch immer um „organisierte Nächstenliebe, in Strukturen gesetzt, die dadurch auch eine starke politische Kraft hat, Leben zu gestalten und Gesellschaft zu verändern. Caritas hat einerseits das Gesicht, das sich einem Notleidenden zuwendet, und Caritas muss aber gleichzeitig auch immer Organisation sein, die Strukturen verändert, damit die, die in Not geraten, nicht in Not bleiben“, so Bischof Schwarz.

Ziselsberger: Aktuelle Bedeutung von Solidarität sichtbar machen

„Wir dürfen dankbar und stolz auf diese 100 Jahre Caritas zurückzublicken. Ein ganzes Jahrhundert lang haben sich Menschen unter dem Dach der Caritas für andere eingesetzt, haben geholfen, wo Hilfe notwendig war. Wir wollen heute ein sichtbares Zeichen für die aktuelle Bedeutung von Solidarität setzten. Verantwortungsbewusst, umsichtig und vor allem kreativ und mit großer Freude leben wir unser solidarisches Engagement als Caritas und entwickeln dieses konkrete Engagement immer weiter“, so Caritas-Direktor Hannes Ziselsberger.

Unter den Festgästen waren neben zahlreichen Geistlichen der Diözese aus Pfarren auch Bischof emeritus Klaus Küng, Caritas-Österreich-Präsident Michael Landau sowie die Äbte der Stifte Göttweig, Seitenstetten und Altenburg. Politische Vertreter, allen voran Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sowie der Bürgermeister der Domstadt, Matthias Stadler waren zudem in Festredene ebenfalls am Wort. 

Caritas St. Pölten

Die Caritas der Diözese St. Pölten hat sich bis heute zu einem dichten Netz sozialer Hilfstätigkeit entwickelt. An 165 Standorten wird heute Menschen in ihrer unmittelbaren Nähe Hilfe, Unterstützung und Betreuung angeboten. Die Caritas der Diözese St. Pölten beschäftigt aktuell mehr als 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mehr als 4.800 Menschen engagieren sich in Projekten der Caritas freiwillig.