"Kirche als Zufluchtsort": Bischof Schwarz zum Leopolditag

Bischof Alois Schwarz bei der Leopoldimesse in Klosterneuburg (c)RGE-Media

St. Pölten/Klosterneuburg, 15.11.2020 (dsp/kb) Anlässlich der jährlichen Landesfeierlichkeiten am Festtag des niederösterreichischen Landespatrons, des heiligen Leopolds, zelebrierte heute um 10.00 Uhr Bischof Alois Schwarz das Pontifikalamt in der Stiftskirche Klosterneuburg. Aufgrund der COVID-19-Präventionsmaßnahmen wurde selbstverständlich auf große Feierlichkeiten verzichtet, sondern eine schlichte Messe stellvertretend für das ganze Land gefeiert. Bischof Alois betonte in seiner Predigt gleich zu Beginn das Prinzip der Stellvertretung: „Ich sehe die Stiftskirche überfüllt mit all jenen Menschen, die sie im Herzen haben, für die sie Verantwortung übernehmen, deren Nöte sie kennen“, so der Bischof.

Den prägenden Einfluss des heiligen Leopold auf Land, Geschichte und Gesellschaft gelte es heute erneut zu entdecken und zu verbreiten. „Mit Leopold schauen wir hinein in unser Land, auf die Menschen, auf Konflikte, auf Barrieren“, so Schwarz. Er sprach in der Predigt vom Miteinander und von der „sozialen Intelligenz“, die sich im „Grundwasserspiegel der Solidarität und Aufmerksamkeit“ zeige. „Wir vergessen es unserem Gott nicht, dass wir hier in Niederösterreich leben, dass von hier aus, dem Kernland, Österreich gewachsen ist. Hier gibt es Humor und Glaube und Lebensfreude“, so Schwarz. Bischof Schwarz nannte Niederösterreich ein Land, „da vermittelt der Himmel Freiheit“. Die Pfarren und alle jene Menschen mit Aufmerksamkeit füreinander seien für ihn „Nahversorger für die Seelen“. 

Bischof Schwarz sprach auch von der „Zerreißprobe“, die die kommenden Wochen für viele Menschen bedeuten würden und hob das große solidarische Miteinander im Land hervor, das sich in der Wertschätzung der unzähligen „helfenden Berufe“ zeige. Er nannte die Aufmerksamkeit füreinander „Umarmung der Seelen“, die mit Blick auf Leopold gerade heute besser gelingen mögen. 

Eindringlich sprach Bischof Schwarz auch vom „Zufluchtsort Kirche“ und von der geschichtlichen Bedeutung des Begriffs „Leo“, das für Kinder einen Ort im Spiel darstellt, „da kann einem niemand was tun“. Die „Asylringe“ an den Kathedralkirchen waren genau jene „Leos“, die Schutz boten. Der Heilige Leopold, auf den dieser Begriff Leo damit auch zurückgehen könnte, böte somit einen „Schutzraum für Menschen, die Obdach für ihre Seelen suchen, die unterwegs sind, die in ihren Herzen heimatlos geworden sind“, so Schwarz.  

Zuletzt betonte der Bischof in seiner Predigt, dass für ihn der Begriff „Maske“ für den Mund Nasen Schutz nicht passe: „Wir begegnen einander ja mit offenen Augen. Wir begegnen einander mit Schutz, aber ohne „Maske“: wir verlieren den anderen nicht aus den Augen, und die Augen bleiben immer offen. Das Schauen aufeinander und sich selbst ist möglich“, so der Bischof. Es ginge letztlich um jene „Augenblicke“ des Lebens und der Menschwerdung, auf Weihnachten hin, die uns Gott neu und anders entdecken ließen.