Chronik der Pfarre Pöchlarn in Gedenkbände gefasst

tolz übergaben Pfarrer Peter Kastelik, Stadtarchivar Wilhelm Schauer und Walter Resch, Obmann des Stadtmuseums Pöchlarn, das dreibändige Werk an das Diözesanarchiv.

Pöchlarn, St. Pölten, 6.10.2021 (dsp/mb) Die Pfarre Pöchlarn ist die älteste genannte Pfarre der Diözese St. Pölten – 6.10.832 n.Chr. – und besitzt einen wahren Schatz zur Geschichte der Pfarre und der Stadt Pöchlarn: ein dreibändiges Werk von Franz Xaver Weigelsperger. Alle bisherigen Heimatbücher, Häuserchroniken und sonstigen historischen Abhandlungen über Pöchlarn haben die „Weigelsperger Chronik“ als Grundlage und Informationsquelle.

Die Weigelspergergasse in Pöchlarn ist fast jedem Bewohner der Stadt ein Begriff. Über den Namensgeber dieser Gasse ist allerdings nicht allzu viel bekannt, obwohl er für die Geschichte Pöchlarns einen ganz wesentlichen Beitrag geleistet hat.

Weigelsperger wirkte 1840-1860 in Pöchlarn als Benefiziat und stand dem Pfarrer Anton Schwab zur Seite. Neben seinem Beruf als Seelsorger befasste er sich ausführlich mit der Geschichte von Pöchlarn und Umgebung und verfasste eine umfangreiche dreibändige Chronik – ein fast unerschöpfliches Nachschlagewerk.

Im Stadtmuseum wurde 2020 die Idee geboren, dieses historische Epos der Bevölkerung zugänglich zu machen, denn die Originalbände liegen im Pfarrarchiv Pöchlarn und kaum wer kann noch die Kurrentschrift lesen. So verfasste Albert Frieß auf Bitte von Stadtpfarrer Johann Punz eine Abschrift der drei Gedenkbände und Werner Weißhappel digitalisierte die Texte. Illustrationen wurden vom Landesarchiv St. Pölten professionell eingescannt.

Wer war Franz Xaver Weigelsperger?

Weigelsperger wurde in Zwettl geboren, studierte Philosophie an der k. und k. Lehranstalt zu Krems, danach Theologie im bischöflichen Seminar zu St. Pölten und wurde am 26. Juli 1839 zum Priester geweiht. Am 26. August 1839 wurde er als Benefiziat in Pöchlarn installiert und blieb bis 1860 in dieser Funktion. In dieser Zeit schrieb er die Chronik der Pfarre „Großpechlarn“ und auch über die damals dazugehörigen Orte Golling, Ornding, Wörth, Holzern und Krummnussbaum.

Am 25. April 1860 wurde er als Pfarrer in Michelhausen installiert, das damals zur Herrschaft Pöchlarn gehörte.

Als Ehrenbürger der Stadt Pöchlarn wurde Weigelsperger von Kaiser Franz Josef mit dem „Goldenen Verdienstkreuz mit der Krone“ ausgezeichnet.

Am Bild: Stolz übergaben Pfarrer Peter Kastelik, Stadtarchivar Wilhelm Schauer und Walter Resch, Obmann des Stadtmuseums Pöchlarn, das dreibändige Werk an das Diözesanarchiv.