Fastenhirtenbrief 2021: Fülle und Erfüllung neu entdecken

Vortragkreuz und Fastentuch Domkirche St. Pölten

St. Pölten, 16.2.2021 (dsp/kb) Das Entdecken der Fülle und der Erfüllung in einem Jahr des großen Verzichts thematisiert Diözesanbischof Alois Schwarz in seinem Fastenhirtenbrief, der am 1. Fastensonntag in allen Pfarren verlesen wird. In einer Zeit des „lebensvernichtendes Mangels“ gelte es, einen „anderen Blickwinkel im Zugehen auf die vierzigtägige Fastenzeit zu eröffnen“, so Bischof Schwarz zu Beginn des Briefes, der an alle Pfarren der Diözese St. Pölten ausgeschickt wurde. 

Es ginge in diesem Jahr darum, die Fastenzeit als ein Leben aus der Fülle wahrzunehmen, die Perspektive auf „lebensspendende Lichtblicke auf Gott hin“ auszurichten und uns daran zu erinnern, dass „Jesus mit uns gehen möchte, dass er uns nähren möchte, und dass wir aus seiner Fülle Leben zu uns nehmen“. Bischof Schwarz lädt in seinem Fastenhirtenbrief ein, „in dieser Fastenzeit ganz besonders das Nährende, den Reichtum und die Fülle unseres Glaubens“ in den Blick zu nehmen und die „Sehnsucht nach der Feier der Eucharistie wieder zu entdecken“. „Gerade, wenn im Außen Verzicht, Einschränkung, Distanz uns bedrängen, haben wir als Christinnen und Christen die Möglichkeit, aus der Fülle der Nahrung unseres Herzens leben zu können. Unser Auftrag ist es deshalb, das Leben aus der Fülle wieder neu zu entdecken“, schreibt Bischof Alois Schwarz sehr eindringlich.

Ein besonderes Geschenk sei für ihn kürzlich das Buch „Starkes, weiches Herz. Wie Mut und Liebe unsere Welt verändern können“ der Bloggerin und Autorin Madeleine Alizadeh gewesen, die unter dem Namen „Dariadaria“ in den sozialen Medien und unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen sehr bekannt ist.  Alizadeh greife „tief-religiöse Themen auf“ und berührt durch ihre „wertvolle Einstellung“ mit ihren Überlegungen zu Zufriedenheit und geglücktem Leben. Als “dem Wort Jesu sehr nahe“ beschreibt Bischof Alois Schwarz besonders eine Formulierung der jungen Autorin: „Das Leben wird uns immer wieder provozieren und herausfordern, was keineswegs im Gegensatz zum Glücklich sein steht. Die Anforderung sollte nicht sein, am Ende des Lebens auf ein reibungsloses glückliches Leben ohne Herausforderungen zurückzublicken. Es sollte sein, auf ein erfülltes Leben. Und zum erfüllten Leben kann alles gehören: das Gute und das Schlechte. Indem wir uns der Vorstellung des Glücks als vollkommenen Zustand der Zufriedenheit entledigen, können wir endlich aufhören, nach einem schmerzfreien Dasein zu streben.“

Dem könne man die Stelle des Johannesevangeliums beifügen, wenn Jesus Christus uns mit dem Satz „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ seine Nähe zusichert, so Schwarz. „Lassen Sie sich ein auf ein Fasten der negativen und lebensverhindernden Gedanken, um das Leben in Fülle zu erspüren, um so den Genuss des göttlichen Lebens zu verinnerlichen“, verdeutlicht Schwarz und betont die Notwendigkeit von „Orten, an denen unsere Seele zur Ruhe kommen kann“. Wenn das Evangelium zum Aschermittwoch dazu auffordert, „in deine Kammer“ zu gehen, um zu beten, könne dies auch heißen „Geh in deine Kirche, in den Raum deiner Innerlichkeit oder an jenen Ort, an dem du die Fülle, die Gott dir schenkt, wahrnehmen und empfinden kannst“, so Schwarz. Abschließend lädt Bischof Schwarz dazu ein, „diese Fastenzeit ganz in den Blick auf die göttliche Fülle zu stellen. Werden Sie erfinderisch im Suchen und Entdecken dieser Fülle, damit Ostern zu einem Fest der erfüllten Auferstehung und des erfüllten Lebens für Sie werden kann“.

Der Fastenhirtenbrief im Wortlaut.