Diözese unterstützt Prävention von Gewalt gegen Frauen

Folder "Gewalt erkennen & reagieren" wird in Pfarren verteilt

Ihre Unterstützung einer breit angelegten Kampagne zur Prävention von Gewalt gegen Frauen hat die Diözese St. Pölten bekanntgegeben. Seitens der Koordinierungsstelle werde die katholische Kirche im Diözesangebiet bei diesem Thema intensiv mit den Institutionen auf Landesebene zusammenarbeiten und somit ihren Beitrag zu mehr Prävention leisten, so Diözesanbischof Alois Schwarz.

Frauen-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister lobte darin den "breiten Schulterschluss von Organisationen und Institutionen" bei diesem Thema.

In Niederösterreich gibt es laut Angaben der Landesregierung ein bereits gut ausgebautes Netzwerk an Einrichtungen wie Frauenberatungsstellen, Frauenhäusern und Gewaltschutzzentren sowie auch das "Frauentelefon" unter der Nummer 0800-800-810 für anonyme und kostenlose Erstberatung. Es wurde auch ein Runder Tisch gegen Gewalt an Frauen und Kindern eingerichtet, in dem außer den bereits genannten Einrichtungen auch das Kriminalamt, die Polizei, die Bildungsdirektion, Kinder- und Jugendanwaltschaft sowie Gesundheitsagentur des Landes und auch der Dachverband Männerarbeit vertreten sind. Die Kooperation müsse nun noch ausgebaut werden, so Teschl-Hofmeister.

Konkret will die Diözese Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen unterstützen und z.B. den Folder "Gewalt erkennen & reagieren" in den Pfarren verteilen. Darin wird aufgezeigt, wie Menschen die Zeichen von häuslicher Gewalt gegen Frauen erkennen und darauf reagieren können. 

Informiert wird u.a. darüber, wie weit häusliche Gewalt gegen Frauen reicht - nämlich von systematischen Beschimpfungen, Demütigungen und Drohungen bis hin zu sexuellen Übergriffen, Schlägen und anderen körperlichen Angriffen seitens des Partners oder Ehemannes. Schematisch werden Hilfsangebote und deren Zusammenspiel dargestellt und Antwort auf die Frage "Wie unterstütze ich eine von Gewalt betroffene Frau?" gegeben: durch Zuhören, Ernstnehmen, Signalisieren von Hilfsbereitschaft, Information über Hilfsangebote und einfache, konkrete Fragen. Das Gespräch mit einer von Gewalt betroffenen Frau kann demnach beispielsweise mit Sätzen wie "Wie geht es Ihnen zuhause?", "Ich habe das Gefühl, Ihnen geht es nicht gut" oder "Niemand hat das Recht, Sie körperlich und seelisch zu verletzen" beginnen.
 
St. Pölten, 03.10.2022 (KAP/dsp/mb)