Glocken gegen den Hunger

Glockenläuten gegen den Hunger

St. Pölten, 29.7.2022 (dsp/mb) Bereits zum fünften Mal findet am 29. Juli in ganz Österreich die Aktion "Glocken gegen Hunger" statt: An diesem Tag werden um 15 Uhr - zur Todesstunde Jesu - die Kirchenglocken fünf Minuten lang läuten, um darauf aufmerksam machen, dass weltweit 828 Millionen Menschen hungern und täglich Tausende an Hunger sterben. "Jeden Tag kämpfen Millionen Mütter und Väter weltweit darum, dass ihre Kinder nicht hungrig einschlafen müssen", bittet die Caritas um Spenden. Somit soll das fünfminütige Glockengeläut auch ein akustischer Anstoß zum Engagement gegen die Katastrophe Hunger sein.

Afrika besonders betroffen

Besonders am Horn von Afrika, einer Region im Osten des Kontinents, ist die Not besonders groß. Drei aufeinander folgende Regenzeiten sind nur äußerst spärlich ausgefallen – die Ernte ist verdorben, Vieh stirbt und 20 Millionen Menschen sind von Hunger bedroht.  Äthiopien ist eines dieser Länder und zusätzlich einer der ärmsten Staaten der Erde. Speziell der Süden des Landes ist stark von Dürren betroffen, die durch den Klimawandel immer intensiver werden. Zu dieser Situation kommen nun die explodierenden Lebensmittelpreise – u.a. durch die Konflikte im Land und steigende Weltmarktpreise durch den Ukraine-Krieg.

Der Klimawandel verschärft die Hungersnot in Afrika. Warum? Der Großteil der Bevölkerung in Afrika lebt von der Landwirtschaft und Viehzucht. In bestimmten Teilen Afrikas ist Ackerbau ohnehin schwierig: sandige Böden, tropisch starke Regenfälle oder ausbleibende Niederschläge bieten keine guten Bedingungen. Durch den Klimawandel verstärken sich nun Erdrutsche, Dürren, Überschwemmungen, Tornados und Insektenplagen. Zusätzlich gibt es im globalen Süden weniger Ressourcen, etwa staatliche Unterstützungen, um die Auswirkungen des Klimawandels abzufedern. Gesamte Ernten fallen aus, die länger anhaltenden Dürren verbrauchen die ohnehin geringen Wasserreserven. Wenn es keine Nahrung und kein Wasser gibt, verhungern und verdursten auch die Nutztiere. Somit verlieren gesamte Bevölkerungskreise ihre Existenzgrundlage.

Die Kirche setze mit dem österreichweiten Glockenläuten ein starkes Signal. Die Pfarrgemeinden als Teil der Weltkirche verdeutlichten damit, "dass uns das Leid in anderen Teilen der Welt etwas angeht". Die Caritas bittet alle Pfarren in Österreich um Unterstützung - durch das Glockenläuten selbst und durch möglichst viel begleitende Information. Fotos und Filme vom pfarrlichen Glockenläuten sollen öffentlich mit dem Hashtag #GlockengegenHunger auf den Social Media gepostet werden. "Es darf aber auch eine Fahrradglocke betätigt oder eine Kuhschelle geläutet werden", ermunterte die Caritas auch Einzelpersonen zum Mitmachen.

Eine Spende von 30 Euro ermöglicht einen Monat lang nahrhaftes Essen für ein Kind.