Pfarrgemeinderatswahl 2022: "Neue Aufmerksamkeit" durch neues Engagement

St. Pölten, 21.3.2021 (dsp/kb) In den Pfarren der Diözese St. Pölten sind die Pfarrgemeinderatswahlen gut über die Bühne gegangen. Österreichweit war der 20. März Wahltag. „Mein großer Dank richtet sich an die tausenden Frauen und Männer in den bisherigen Pfarrgemeinderäten, an Frauen und Männer, die als neue PGRs Verantwortung übernehmen wollen und an die vielen helfenden Hände in den Pfarren der ganzen Diözese“, so Bischof Alois Schwarz.

„Jetzt besteht eine neue Aufmerksamkeit für den synodalen Stil in der Kirche: die neu erwählten Mitglieder der Pfarrgemeinderäte sind herausgefordert, im gegenseitigen Zuhören und in der Bereitschaft verschiedenen Perspektiven ernst zu nehmen und das Gemeinschaftsleben von Kirche vor Ort zu gestalten“, so der Bischof in einer ersten Reaktion.

Ein erstes Zwischenergebnis zur Wahl

Bedingt durch die Covid-Pandemie waren die Wahlvorbereitungen heuer besonders geprägt durch Beharrlichkeit, Einfallsreichtum, zig-Tausende persönliche Gespräche und die Nutzung digitaler Medien, um Menschen für die Mitarbeit im Pfarrgemeinderat zu gewinnen und zu begeistern. Nach der Durchführung der Wahl gibt es in den Pfarren eine große Vielfalt an Ergebnissen: Zumeist wird noch am Sonntagabend in den Pfarren das Ergebnis der Pfarrgemeinderatswahl verlautbart. Laufend langen seit Sonntagabend die Meldungen bei den Verantwortlichen auf Diözesanebene ein. Gemeinsam ist allen Pfarren, dass bis zum 1. Mai die konstituierenden Pfarrgemeinderatssitzungen stattfinden.  

Mit Stand 21. März 2022 sind aus knapp 300 der 422 Pfarren der Diözese die Rückmeldungen bereits eingemeldet: So liegt die Wahlbeteiligung 2022 bislang bei 51.585 Stimmen bzw. 18,9 Prozent aller Katholikinnen und Katholiken. Von den bisher ausgezählten neu gewählten PGRs (4.235 Personen) liegt der Frauenanteil bei knapp 60 Prozent. In Relation mit den Gottesdienstfeiernden der „Zählsonntage“ liegt die Beteiligung an den PGR-Wahlen bei 112,9 Prozent. Ein erster großer Trend zeichnen sich jedoch bereits ab: das Urwahl-Modell und das Kombinationsmodell (=KandidatInnen-Liste mit Ergänzungsmöglichkeit) sind stark angestiegen. Aufgrund unterschiedlicher Wahlmodelle in den Pfarren wird das endgültige Ergebnis in ca. zwei Wochen vorliegen und auf der PGR-Homepage veröffentlicht.

Mehr als eine Wahl: Menschen übernehmen Verantwortung

Um weit mehr als die bloße Wahlbeteiligung geht es bei der PGR-Wahl. „Es geht bei der Wahl auch immer darum, dass Frauen und Männer erwählt werden, Verantwortung zu übernehmen und ihre Begabungen einzubringen. Männer und Frauen stellen sich für Lebensfragen mit Glaubenshintergrund zur Verfügung, sie stehen „mittendrin“ im Leben der Menschen ihrer Gemeinden“, so Diözesanbischof Alois Schwarz. Unverändert wichtig bleibt es, junge Menschen anzusprechen und die jüngere Generation für die lohnende und vielfältige Mitarbeit in Kirche und Pfarrgemeinde zu begeistern.

Auch Pandemie erfordert neue Aufmerksamkeit

„Viele der bestehenden Pfarrgemeinderätinnen und Pfarrgemeinderäte konnten auf Grund von Corona ihre Ideen und Projekte nicht oder nur sehr schwer umsetzen. Sie hoffen nun, in einer zweiten Amtszeit wirksamer werden zu können“, beschreibt PGR-Referent Peter Haslwanter seine Eindrücke aus vielen Gesprächen und Kontakten im Vorfeld der Wahl. Seit zwei Jahren war die Corona-Pandemie auch für das Pfarrleben ein bestimmender Faktor. Die massiven Einschränkungen betrafen Gottesdienste, pfarrliche Feste und Zusammenkünfte, sowie die Aktivitäten der meisten engagierten Gruppen. Vieles musste abgesagt, ausgesetzt oder verschoben werden, genauso wie Erstkommunionen und Firmungen. Feiern, die normalerweise wie Magneten wirken, z.B. der Palmsonntag oder die Kinderweihnacht, konnten nur sehr eingeschränkt mitgefeiert werden. „Die Corona-Krise hat andererseits in vielen Pfarren auch zu kreativen Lösungen geführt. So fanden z.B. Online-Kirchenstammtische, Gespräche am Kirchenplatz, Kirchenspaziergänge statt und unzählige Telefonate, Kommunikation über Messenger-Dienste oder einfach Postkartenschreiben haben Kontakt und Nähe untereinander ermöglicht. Was von diesen neuen Formen des Miteinanders und der Seelsorge weitergeführt wird, das liegt nun in den Händen der neu gewählten Pfarrgemeinderätinnen und Pfarrgemeinderäte“, so der Leiter des Ressorts Pfarren und Regionen, Markus Mucha, abschließend.