Die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Erla ist das Herzstück einer der geschichtsträchtigsten Sakralanlagen Niederösterreichs. Als ehemalige Klosterkirche des ältesten Frauenklosters des Landes Niederösterreich verbindet sie jahrhundertealte benediktinische Tradition mit beeindruckender Architektur.
Geschichtlicher Hintergrund
Das Kloster Erla wurde vermutlich kurz nach 1045 gegründet und gilt als älteste Benediktinerinnenabtei Niederösterreichs. Über Jahrhunderte war es ein geistliches Zentrum der Region bis es durch Türkenkriege und die Auswirkungen der Reformation zusehends verarmte. 1582 verstarb die letzte Äbtissin Margaretha Kolbmann. Das Kloster verlor seine Eigenständigkeit und wurde an das Klarissinnenkloster in Wien angeschlossen. Ein Verwalter führte die Geschäfte in Erla. Die Klosterkirche wurde zur Pfarrkirche. 1782 kam es zur Aufhebung des Klosters durch die josephinischen Reformen. Später gingen die Gebäude in Privatbesitz über und bilden heute das Schloss Erla.
Architektur und Sehenswürdigkeiten
Die Anlage ist durch verschiedene Bauepochen geprägt, die von der Romanik bis zum Barock reichen.
Sakristei
Sie ist der älteste erhaltene Teil der Kirche uns stammt aus dem 14. Jahrhundert.
Gotischer Chor
In der Blütezeit des Klosters unter den Äbtissinnen Elisabeth von Eytzing und Agatha von Tannberg wurde die Kirche im 15. Jahrhundert gotisiert.
Der Chor beherbergt die wertvollen Grabsteine der bedeutendsten Äbtissinnen des Klosters.
Die Kirchenpatrone Petrus und Paulus sind im Zentrum des neugotischen Hochaltares dargestellt, der aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammt.
Neben dem Altar ist ein Triptychon (3-teilige Holztafel) zu bewundern. Es zeigt die Auferstehung Christi, und ist eine Stiftung der letzten Äbtissin an ihre verstorbene Vorgängerin.
Das wohl wertvollste Objekt der Kirche ist der Stammbaum Christi (Wurzel Jesse) aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Er befindet sich im südlichen Seitenschiff, die heutige Taufkapelle.
Klosterhöfe
Die Kirche ist in die weitläufige Anlage des ehemaligen Klosters eingebettet. Die zwei markanten Höfe sind denkmalgeschützt und von einem Kreuzgang flankiert.
Bedeutung
Heute ist die Pfarrkirche Erla ein bedeutendes Denkmal im Mostviertel, das nicht nur durch seine Architektur, sondern auch durch seine Lage auf einer Anhöhe (Wagram) mit weitem Ausblick zur Donau und ins Mühlviertel besticht. Hier wurde früh ein mittelalterliches spirituelles Zentrum im Enns-Donau-Winkel geschaffen, um den Donauraum zu erschließen.
Führungen nach telefonischer Voranmeldung möglich:
Herbert Falkensteiner: 0664 4589 305
Wolfgang Divinzenz: 0660 7480 699


