Am Höhenzug zwischen den Flüssen Krems und Kamp, der auch die Wasserscheide der den beiden Flüssen zufließenden Gerinne bildet, liegt das Pfarrgebiet von Lichtenau. Diesem eingegliedert ist die ehemalige Pfarre Allentsgschwendt – heute eine Filialkirche von Lichtenau – sowie die vormalige Seelsorgstation Brunn am Wald.
Nach Lichtenau benannte sich eine adelige Familie, deren frühest genannter Vertreter – Konrad von Lichtenau – im Jahre 1101 im Gefolge der Markgräfin Jutta ins Heilige Land zog. Berthold von Lichtenau zeichnete als Zeuge in der bischöflichen Urkunde des Jahres 1157, mit welcher die Pfarrgrenzen von Meisling festgelegt bzw. bestätigt wurden.
Im 14. Jahrhundert findet die Pfarre Lichtenau ihre früheste Erwähnung. Sie wird im Jahre 1332 im Passauer Pfründenverzeichnis erstmals erwähnt.
Erst im Jahre 1428 findet sich erstmals ein Pfarrer von Lichtenau in einer Urkunde namentlich erwähnt – „der Pfarrer Leopold von Lichtenau“.
Im Jahre 1577 erhielt die Pfarre einen evangelischen Prädikanten in der Person des Wolfgang Goldner.
Im Jahre 1653 wurde Lichtenau mit Rastbach vereinigt. Der Pfarrer von Rastbach versah ab diesem Jahr auch die Pfarre Lichtenau.
Mit dem Jahre 1658 beginnen für Lichtenau die Kirchenrechnungen. Ab diesem Jahr wird die bisherige Marienkirche als St.-Ägyd-Kirche bezeichnet. Das Patrozinium der stillgelegten Schlosskapelle wurde auf die Pfarrkirche übertragen.
1755–1757 wurde die heutige Barockkirche erbaut und dem hl. Ägidius geweiht.
Vom Inhaber der Herrschaften Lichtenau und Brunn wurde 1664 die Herrschaft Allentsgschwendt zu seinen Gütern dazu erworben, und von ihm erstmals ein Pfarrer für die beiden Pfarren Lichtenau und Allentsgschwendt präsentiert.
Durch den Konsistorialbeschluss vom 15. April 1759 kamen die Dörfer Scheutz und Ebergersch zur Pfarre Lichtenau.
In der josephinischen Zeit wurde Lichtenau 1784 Seelsorgstation für zwei Priester.
1813 Verlegung des Friedhofes, der rund um die Kirche angelegt war, auf den jetzigen Standort.
1830 malte Gräfin Maria Freiin von Ehrenfels das Altarbild.
1877 wurde der Pfarrhof neu gebaut.
1880 wurden Kreuzwegbilder von der Familie Schindler aus Brunn und der Familie Weber aus Ladings gespendet.
1904 wird die Kirchenuhr vom Schlossdach in Brunn am Wald abmontiert und am Kirchturm angebracht.
1925 wird eine neue Orgel von der Familie Hradetzky und Blaunensteiner in der Kirche aufgestellt.
Die letzte Innenrenovierung wurde 1999 und die Außenrenovierung 2015 abgeschlossen.
Die Pfarre Lichtenau umfasst Lichtenau, Allentsgschwendt, Brunn am Wald, Scheutz, Ebergersch, Ladings und Pallweis.