Die Botschaft des Matthäusevangeliums
Die Tagung widmete sich zentralen theologischen Fragestellungen rund um das Matthäusevangelium und beleuchtete dessen Entstehung, Aufbau und bleibende Relevanz für Kirche und Pastoral. Namhafte Neutestamentler aus Österreich gestalteten die Studientage mit Vorträgen und theologischer Vertiefung.
Den Auftakt am Montag bildete nach Eucharistiefeier und Begrüßung durch Weihbischof Anton Leichtfried ein Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Markus Tiwald (Wien) zum Verhältnis des Matthäusevangeliums zum Judentum sowie zum Thema Antijudaismus. Eine schwierige Stelle ist etwa der sogenannte "Blutruf": "Da rief das ganze Volk: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!" (Mt 27, 25). Tiwald erinnerte daran, dass der kirchliche Antijudaismus den Antisemitismus der Nazis aufbereitet hat. Am Nachmittag sprach ao. Univ.-Prof. i.R. Mag. Dr. Martin Stowasser (Wien) über das Matthäusevangelium und seine Verwurzelung im Alten Testament.
Am Dienstag Vormittag referierte Univ.-Prof. Dr. Boris Repschinski SJ (Innsbruck) über Entstehung, Aufbau und zentrale Botschaft des Matthäusevangeliums ehe das Thema am Nachmittag weiter vertieft wurde.
Der Mittwoch stand im Zeichen der ethischen Dimension der matthäischen Botschaft: Univ.-Prof. i.R. DDr. Walter Schaupp (Graz–Wien) sprach über „Leben nach der Bergpredigt – das Liebesgebot Jesu zwischen Anspruch und Wirklichkeit“. Die Bergpredigt ist eine der zentralen Stellen des Evangeliums, die Jesu zentrale ethische Lehre beinhaltet und das Reich Gottes sowie eine neue Lebensweise beschreibt.
Den Abschluss bildeten Eucharistiefeier und gemeinsames Mittagessen. Neben den Fachvorträgen prägten gemeinsame Gebetszeiten – Eucharistiefeiern, Laudes, Hora media und Vesper – den geistlichen Rahmen der Tagung.
Die Priesterstudientagung bot Raum für theologische Vertiefung, geistlichen Austausch und kollegiale Begegnung.