Spiritueller Tag in der Fastenzeit mit P. Johannes Pausch OSB und Kristina Proleta
Den Beginn machte eine Standortbestimmung, wo die Teilnehmenden eingeladen wurden, die größten Energieräuber und Energiespender zu lokalisieren. Der Einstieg machte deutlich, dass es um den richtigen Fokus geht und es um die Stärkung all dessen geht, was zu einem Mehr an Lebendigkeit führt. In der Fastenzeit versuchen wir neu zu werden. Wir spüren, dass wir einen Wandlungsweg oder eine Verwandlung, mindestens eine Veränderung brauchen. Das ist ein Umkehrprozess. Der alte Ruf: „Kehrt um, und ihr werdet leben!“, den wir oft in der Bibel lesen und hören können, ist der genuine Ruf der Fastenzeit. Viele missverstehen ihn nur als einen moralischen Appell. Tatsächlich ist er aber eine Verheißung, eine Chance, um wieder neu zum Leben zu finden. Es gehe darum, mit sich selbst, den anderen Menschen und der ganzen Schöpfung Beziehung aufzubauen. „Beziehung ist die Grundlage und der Anfang des Lebens und aller Heilung.“ zeigte sich P. Pausch überzeugt. Die Fastenzeit sei „eine ausgesprochene Einladung, die Beziehungen auf den Prüfstand zu stellen, diese mitunter zu sanieren und in diesen ins Reine zu kommen“, so der bekannte Benediktiner.
Pausch plädierte wiederholt für Reduktion und das gute Maß. Beides – so seine Überzeugung – ist letztlich ein Gewinn. Die Sinne sind hierbei hilfreiche Unterstützer. Alles, was den Menschen belastet, soll gemäßigt werden. Dabei solle die Reduktion, das Fasten nicht mit Hungern verwechselt werden. Der Körper braucht Nahrung. Doch auch unser Inneres muss gestärkt werden. Die Seele erfahre besonders Stärkung durch innere Ruhe, Achtsamkeit und einen ausgewogenen Lebensrhythmus. Nahrung für die Seele ist alles, was das Innere berührt, belebt und aus dem Gleichgewicht Geratenes wieder in Balance bringt.
Im Laufe des Tages wurde das Thema sehr anschaulich und begreifbar mittels Sinneserfahrung in der Natur, durch Impulse aus der Klosterheilkunde, Zeiten der Stille, persönliche Reflexion und spirituelle Anregungen vertieft. Der Spirituelle Tag wurde mit einer meditativ gestalteten Eucharistiefeier abgerundet.
Der nächste spirituelle Tag findet am 13. Februar 2027 im Hiphaus mit em. Äbtissin Sr. Carmen Tatschmurat OSB, Abtei Venio München statt.
Termin-Aviso:
- Do, 26. März, 19.00-20.45: Ausgebrannt: ein modernes Phänomen und ein erschöpfter Prophet (Online per Zoom) - Biblische Perspektiven auf das Burnout-Syndrom mit Dr. Till Magnus Steiner (Jerusalem) – Anmeldung bis 2 Tage vorher über das Anmeldetool Ausgebrannt: ein modernes Phänomen und ein erschöpfter Prophet
- Sa, 28. März, 9.00- 16.30 Uhr: Zwischen Jubel und Sehnsucht - dem Geheimnis des Lebens begegnen. Besinnungstag zur Einstimmung auf die Karwoche; Leitung. Sr. Martina Winklehner SDS, Michaela E. Lugmaier - Kosten: € 40,- Euro inkl. Mittagessen; Ort: Stift Seitenstetten, Am Klosterberg 1, 3353 Seitenstetten; Anmeldung via Zwischen Jubel und Sehnsucht - dem Geheimnis des Lebens begegnen
Michaela Lugmaier




