„JA“ zum Leben sagen: Ein Abend zum Lebensschutz in St. Pölten
Der Abend begann mit einer Zeit des Lobpreises, die zugleich den Start der Radio-Live-Übertragung markierte. Anschließend folgten mehrere Vorträge, die unterschiedliche Aspekte des Lebensschutzes beleuchteten. Bernd Bogensberger für Radio Maria moderierte und führte die ZuhörerInnen durch den Abend.
Zuerst sprach Petra Plonner und legte ihr sehr persönliches Zeugnis zum Thema „Teenager und schwanger“ ab. Die gebürtige Kärntnerin schilderte lebendig dem Publikum ihre Erfahrung, mit 17 Jahren ungeplant schwanger geworden zu sein. Auf ihrem Weg, die belastenden Schuldgefühle nach ihrer Abtreibung zu überwinden, begegnete sie Jesus. In einer prägenden und zugleich erlösenden Messe wurde sie überraschenderweise von einem italienischen Priester freigesprochen und war von nun an befreit. Mit einer neuen, nicht gekannten Leichtigkeit konnte sie ihr Leben als Gläubige neu anfangen.
Susanne Kummer, Direktorin des Instituts für Medizinische
Anthropologie und Bioethik (IMABE), widmete sich den „Negativen Folgen von Sterbehilfe“. Ihr Vortrag beleuchtete ethische, gesellschaftliche und praktische Fragen rund um die Debatte über assistierten Suizid und Sterbehilfe und stellte am Ende die Frage in umgekehrter Richtung: Was machen wir als Gesellschaft mit Sterbehilfe? Die Philosophin hob hervor, dass es nicht in erster Linie Schmerzen seien, die Betroffene dazu veranlassten, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen, sondern die Angst – Angst anderen eine Last zu sein. Als Lösungsansatz wird eine erneuerte Kultur der Fürsorge sowie der Ausbau der Palliativversorgung vorgeschlagen. Bei einer umfassenden Betreuung würde der Wunsch nach Sterbehilfe vielfach gar nicht erst entstehen. Betroffene bräuchten den Zuspruch: „Es ist besser, dass es dich gibt, als dass es dich nicht gibt“.
Einen sehr persönlichen Einblick gaben auch Marietta und Johannes Reinprecht mit ihrem Vortrag „Unser Kind mit Trisomie 21 – Freuden & Herausforderungen“. Johannes Reinprecht ist seit 2013 Direktor des Instituts für Ehe und Familie, einer Fachstelle der österreichischen Bischofskonferenz, und berichtete gemeinsam mit seiner Frau aus ihrem Familienalltag. Sie zeigten auf, welche Bereicherung, aber auch welche Herausforderungen das Leben mit einem Kind mit Down-Syndrom mit sich bringe. Schließlich zeigte ihnen ihre Philomena auch ihre eigenen (unsichtbaren) Behinderungen und Schieflagen auf und ließ sie als Eltern wachsen.
Während der Pause bei einem Imbiss im Bildungshaus St. Hippolyt gab es Gelegenheit, die Informationsstände zu besuchen. Es präsentierten sich verschiedene Initiativen und Lebensschutzorganisationen, darunter 1000+ mit Geschäftsführerin Paula Ketteler oder Stefan Pruckner, Mediator und Referent für Eheseminare in der Diözese St. Pölten, die für Gespräche und Fragen zur Verfügung standen.
Nach der Pause referierten schließlich Elisabeth und Johannes Hackl zum Thema „Liebe ganz natürlich – NER“. Der Vortrag informierte über die Natürliche Empfängnisregelung und ihre Bedeutung für eine verantwortungsvolle Familienplanung. Sie betonten, dass hinter dieser von Dr. Rötzer gegründeten Methode eine christliche Haltung stehe, die die Schöpfung und den weiblichen Zyklus, also das, was natürlich da ist, hochschätzt und dass es dabei nicht darum gehe, etwas zu verhindern.
Den Abschluss des Programms bildete die Podiumsdiskussion gemeinsam mit allen Referentinnen und Referenten. Dabei wurden die Themen des Abends vertieft und Fragen aus dem Publikum aufgegriffen. Die von Georg Lang für die Diözese St. Pölten organisierte Veranstaltung zog rund 90 große und kleine Gästen an und machte sichtlich Lust auf Leben!