Ein Weg, vier Perspektiven auf die NS-Geschichte in St. Pölten
Der Spaziergang beginnt am Donnerstag, dem 16. Juli 2026, um 17 Uhr im Stadtmuseum St. Pölten. Thomas Pulle und Nicole Fuchs-Sommer widmen sich der Geschichte des Karmeliterinnenhofs während der NS-Zeit und zeigen auf, wie Vertreter des NS-Regimes in St. Pölten politische und gesellschaftliche Macht übernahmen und das Stadtbild prägten.
Ein weiterer Halt erfolgt in der Linzer Straße vor dem ehemaligen Pressehaus. Christoph Lind vom Institut für jüdische Geschichte Österreichs (INJOEST) beleuchtet die Geschichte der „St. Pöltner Zeitung“, die 1938 beschlagnahmt wurde, sowie die Auswirkungen der NS-Medienpolitik auf die regionale Berichterstattung.
Mit seinem Kollegen Max Dietrich geht es weiter zur ehemaligen Wohnung des Reichsstatthalters und Gauleiters Hugo Jury in die Wiener Straße 20 sowie zum Stein der Erinnerung für Rabbiner Schächter in der Fuhrmannsgasse 18.
An mehreren Stationen werden die Stadtarchäologen Ronald Risy und Stefan Fuchs-Sommer über heute nicht mehr sichtbare, durch archäologische Grabungen jedoch nachweisbare Spuren der Vergangenheit berichten.
Im Anschluss spricht Maximilian Zach vom Museum am Dom über Johannes Fahrngruber, den Gründer des Diözesanmuseums, und die Rolle der Diözese St. Pölten während des Zweiten Weltkriegs. Dabei wird auch dem ehemaligen Luftschutzkeller unter dem Museum ein Besuch abgestattet.
Den Abschluss des Spaziergangs bildet die ehemalige Synagoge, die als Ort des Erinnerns die unterschiedlichen Perspektiven des Rundgangs zusammenführt.
Anmeldung auf www.stadtmuseum-stp.at