Festival Musica Sacra 2026
In den prächtigen sakralen Räumen, die zu den schönsten Sehenswürdigkeiten der Region gehören, gibt es musikalisch Außergewöhnliches zu erleben: Zum Festivalauftakt erzählt die „Trilogie sacrée“ des Wagner-Zeitgenossen Hector Berlioz von der Kindheit Jesu und zeichnet dabei die verletzliche Menschlichkeit eindrucksvoll mit berührender Vokalmusik und orchestraler Rafinesse nach.
Das zweite Konzert öffnet ein musikalisches Fenster ins Hochmittelalter: Musik der Heiligen Hildegard von Bingen setzt die Betrachtung des Menschen ins Zentrum; eine besondere Klangraum-Erfahrung, denn das Konzert findet in der Krypta der Stiftskirche Göttweig statt. Damit ist das Stift Göttweig erstmals Teil des Festivals.
In St. Pöltens Prandtauerkirche erklingt die siebente Symphonie des großen Romantikers Anton Bruckner in der Fassung für Kammerorchester. Sie spricht die Sprache des Gebets, wenn Themen seiner Sakralwerke zum musikalischen Ausgangspunkt für die Symphonie werden.
Verspielt und musikalisch fein ausgearbeitet zieht ein Theaterkonzert um die Katze Carmen und den mutigen Jona die Kinder und Familien im Festsaal des Konservatoriums für Kirchenmusik in den Bann. Die französische Perkussionistin Adélaïde Ferrière und der Stuttgarter Stiftsorganist Kay Johannsen begegnen sich im Konzert „Marimba trifft Orgel“ in einem musikalischen Dialog. Dabei steht vor allem das feinsinnige Zusammenspiel zweier Instrumente im Mittelpunkt, die auf den ersten Blick unterschiedlicher kaum sein könnten.
Als zuverlässige Erfolgsträger beim diesjährigen Festival dienen nicht allein nur umjubelte und international gefragte Künstler, u.a. Dorottya Lang, Tobias Lusser oder Nicolas Testé, das Ensemble Tiburtina aus Prag oder die Brünner Philharmoniker, sondern auch Kooperationen vor Ort, die die Musikkultur der Region seit Jahrzehnten prägen, sind Teil des Festivals:
Die Militärmusik Niederösterreichs stellt ihr Konzert im Stift Herzogenburg unter das Thema „Musik und Gebet“. Auf dem Programm stehen unter anderem Klassiker wie das eindrucksvolle Posaunenkonzert von Nikolai Rimski-Korsakow sowie das majestätische Finale „Was mir die Liebe erzählt“ aus Gustav Mahlers dritter Symphonie.
Als musikalische Visitenkarte komponiert, macht die Marienvesper Claudio Monteverdi gewissermaßen unsterblich. Ein musikalisches Glaubensbekenntnis von zeitloser Strahlkraft. Als renommierter Kenner der Alten Musik und ehemaliger Domkapellmeister lässt Otto Kargl das monumentale Werk gemeinsam mit der capella nova Graz in der prächtigen Stiftbasilika Lilienfeld lebendig werden und gestaltet damit das diesjährige Festivalfinale.