6. Konferenz zur Wahrheit der Liebe
Die biblischen Heilungsberichte bezeugen, dass Gott Mensch geworden ist, um Heil zu bringen. In der Gebrochenheit des menschlichen Daseins – in der Zerbrechlichkeit von Leib und Seele, in der Erfahrung von Einsamkeit, sowie in der Sünde als tiefer Verwundung – offenbart sich die Tatsache, dass wir uns nicht selbst genügen, sondern letztlich auf den Anderen verwiesen sind. Im Leiden wächst der Mensch über sich hinaus; er streckt sich aus nach „Heil“ und „Hilfe“ (vgl. Ps 121,1), die er in Begegnung sucht.
In der Begegnung wird der Mensch nicht nur getröstet, sondern zur Gemeinschaft gerufen. Heilung ereignet sich dort, wo der Mensch in Beziehung tritt – mit dem Nächsten und
letztlich mit Christus selbst. So stellt sich die Frage, wie der Herr selbst dem Menschen im Leid nahekommt: in seinem Wort, in der Gemeinschaft der Glaubenden und besonders
in den Sakramenten der Kirche, in denen seine heilende Gegenwart wirksam ist.
Diesen Aspekten möchte die Konferenz nachspüren: der Erfahrung menschlicher Verwundung und dem Ruf nach Heilung; den Weisen, in denen Heilung in der Begegnung mit Christus angeboten wird; und schließlich der paradoxen Wahrheit, dass der Mensch gerade als zur Liebe Berufener selbst „verwundbar“ bleibt und in dieser Offenheit für den Anderen seine eigentliche Erfüllung findet.
Programm:
Freitag, 4. September 2026
I. Menschliche Gebrochenheit 14:30-18:00
Prof. Dr. Katharina Westerhorstmann: Der Mensch in seiner Einsamkeit
Prof. Dr. Stephan Herzberg: Die menschliche Sterblichkeit
Dr. Gabriel Weiten: Sexueller Missbrauch und Perspektiven für Heilung
Samstag, 5. September 2026
II. Heilende Begegnung 9:15-13:00
Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz: Das Sakrament der Versöhnung als Sakrament der Heilung
Dr. Andrzej Kucinski: Die heilende Präsenz als christliche Antwort auf das Mysterium von Leiden und Tod
Prof. Dr. Christoph Ritter: Der Heilungsauftrag des Arztes aus christlicher Perspektive
III. Von der Liebe verwundet 14:30-18:00
P. Prof. Dr. Dominikus Kraschl OFM: Franziskus und seine Wunden – Quellen der Heilung
Prof. Dr. Stephan Kampowski: Das “Erleiden” der Liebe bei Thomas von Aquin
Prof. Dr. Hannah Barrett: Die Wunden der Liebe beim Hl. Johannes vom Kreuz
Vergünstigter Teilnehmerbeitrag
bei Anmeldung bis 15. August 2026: 50 EUR; danach: 70 EUR;
Anmeldeschluss: 1. September 2026
Konferenzsekretariat:
Petra Pöchhacker
+43 7485 98678 4103
ppoechhacker@franciscan.edu
Franciscan University of Steubenville