Priesterfortbildungswoche 2026
Bischof Alois Schwarz kehrte in seiner Eröffnungsrede die Krisenzeit in Gotteszeit um: Nicht, was wir nicht mehr haben, solle im Vordergrund stehen, sondern die Frage: Was will Gott mit uns in dieser Zeit beginnen? Bezugnehmend auf die 80. Wallfahrt des NÖ Bauernbundes nach Mariazell am 20. September 2026 bemerkte er großes Engagement bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
In seinem Impuls ermutigte er die Priester, sich auf ihre erste Liebe, ihren Ruf, zurückzubesinnen, nach Christi Vorbild Gast zu sein, Zuhörer und Empfänger der Nöte. Besonders betonte er, nicht nur Eucharistie zu feiern, sondern das Sakrament der Vergebung, die Beichte, zu pflegen. Die Kirchen schauen nach Osten, zum Auferstandenen, und lassen den Schatten hinter sich. So solle auch die Orientierung der Priester sein, indem sie das Sakrament der Heilung, das den Weg zur Wiedergutmachung eröffnet und für die Zukunft entscheidend ist, spenden.
Die Diözese St. Pölten ist im Vergleich zu anderen eher ländlich geprägt, daher kamen auch Ing. Paul Nemecek vom Bauernbund und Ing. Reinhard Polsterer vom Ländlichen Fortbildungsinstitut zu Wort. Gemeinsam erläuterten sie die großen Mega-Trends 2026, die ihnen zum Teil in die Hände spielten, zum Teil dem Bauernbund und der NÖ Landjugend nicht förderlich seien. „Neoökologie“, Regionalität, bewusstere Ernährungsgewohnheiten und das Bedürfnis nach Spiritualität sind Entwicklungen, die die Kirche verstärkt aufgreifen könne, während die wachsende Individualisierung Partizipation und Gemeinschaft bremse.
Neben verschiedenen Workshops werden auch Pater Willibald Hopfgartner OFM aus Graz und Helmut Bauer aus der Erzdiözese München-Freising ihre praktischen Erfahrungen teilen. Prof. Christian Bauer aus Münster wird die pastoraltheologischen Grundlinien während dieser Woche ergänzen.
Es ist bereits das vierte Jahr, in dem die Fortbildung zu dem Thema „Heute Pfarrer sein – der priesterliche Dienst in der pastoralen Situation unserer Diözese“ durchgeführt wird. Der Dienst des Pfarrers hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt, und es stellt sich erneut die Frage: Was brauche ich heute, um gut und gerne Pfarrer zu sein?
Damals und heute
Der Auftrag eines Pfarrers stellt sich heute ganz anders dar als noch vor wenigen Jahrzehnten. Anstatt jedoch in einer Nostalgie der vermeintlich guten alten Zeit zu schwelgen, rief Generalvikar Christoph Weiss dazu auf, sich den Herausforderungen der Gegenwart zu stellen.
Daraufhin präsentierte er, gestützt auf zahlreiche Zahlen und Statistiken, den „Ist-Zustand“ der Diözese St. Pölten. Dies bot auch die Gelegenheit, das Wissen der anwesenden Priester und Diakone in Form eines Quiz interaktiv aufzufrischen. Außerdem lud er sie dazu ein, sich ihre (teilweise Jahrzehnte zurückliegenden) Weiheversprechen ins Gedächtnis zu rufen und sich gemeinsam über ihre Berufung auszutauschen: Warum bin ich Priester (bzw. Diakon) geworden? Was war meine ursprüngliche Motivation?
Von Einzelpfarren zu Pfarrverbänden
Die Entwicklung von 421 Pfarren in Pfarrverbände ist ein Prozess, der von Regionalbegleiterinnen und Regionalbegleitern unterstützt wird und mit der offiziellen Gründung nicht abgeschlossen ist.
Abschließend tauschten sich Priester und Diakone über ihre Erfahrungen in der Arbeit mit pastoralen Teams aus und Generalvikar Weiss beschloss den Vormittag mit einem großen Danke an alle Beteiligten.