Verleihung des diözesanen Umweltpreises 2025
Nach den Begrüßungsworten der Moderatorin Inge Janda fand ein gemeinsames Interview mit den evangelischen und katholischen Bischöfen sowie LH-Stv. Stephan Pernkopf statt. Dabei wurden die Bedeutung und das Engagement der Kirchengemeinden für die Bewahrung der Schöpfung reflektiert.
Zum Einstieg sprach Weihbischof Anton Leichtfried über die Schöpfungsverantwortung im Zusammenhang mit dem 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi. Senior Markus Lintner präsentierte den Synodenbeschluss und das Ziel, aus der Nutzung fossiler Energieträger auszusteigen. Mag. Richard Kager, Bischofsvikar des Vikariats Süd, wurde aufgrund seiner langjährigen Erfahrung in verschiedenen Funktionen zur Schöpfungsverantwortung in Vergangenheit und Gegenwart befragt. Axel Isenbart, Umweltbeauftragter der Diözese St. Pölten, erläuterte die Motivation für die Ausschreibung, ihre Themen und Schwerpunkte sowie das Fazit der Jury zu den Einreichungen.
Für die Auszeichnung wurde jeweils ein Kurzvideo präsentiert, in dem die jeweilige Gewinnerpfarre und ihr Projekt vorgestellt wurden. Die Gewinnerinnen und Gewinner waren:
Diözese St. Pölten, Pfarrverband im Horner Becken: „Pilgermarathon der Hoffnung“
Der „Pilgermarathon der Hoffnung“ vereinte Glaube, Naturerfahrung und ökologische Achtsamkeit auf einzigartige Weise und wurde so zu einem kraftvollen Zeugnis gelebter Schöpfungsverantwortung. Mehr dazu finden Sie auf der Homepage der Pfarre Horn.
Diözese St. Pölten, Pfarre Viehdorf: „Erneuerbare Wärme und Tauschtage“
Breites Engagement für die Schöpfung zeigte sich in den vergangenen Jahren in vielerlei Bereichen. Der Pfarrhof wurde 2024/25 an die Fernwärmeversorgung der Gemeinde angeschlossen, die mit Hackschnitzeln betrieben wird.
Ein besonderes Projekt ist die Aktion „Quer durch den Garten“, die seit 2023 durchgeführt wird. Jeden zweiten Samstag in den Sommermonaten finden Verschenk- und Tauschtage für Obst und Gemüse statt.
Diözese St. Pölten, Pfarre Stadt Haag: „Generalsanierung mit Bauschuttverwertung“
Bei der Generalsanierung des Pfarrhofes 2024/25 wurde darauf geachtet, möglichst umweltschonend zu arbeiten und Recyclingmöglichkeiten zu nutzen. Rund 4.000 m³ Bauschutt wurden fachgerecht geschreddert und für die Sanierung bestehender Forstwege sowie als Unterfüllung auf der Baustelle und bei der Gartengestaltung verwendet.
Jugendpreis, NÖKISS Herzogenburg: „Klimaschonende Kindersommerspiele“
Die NÖ KinderSommerSpiele (NÖKISS) im Stift Herzogenburg bieten an zwei Wochenenden ein umfangreiches Kinderprogramm – von Theater über Musik bis hin zu Zirkus, Werkstätten und verschiedenen Animationsprogrammen. Das Festival koordiniert 1.500 freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an sechs Veranstaltungstagen und begrüßt dabei zwischen 15.000 und 16.000 Besucherinnen und Besucher.
Evangelische Kirche NÖ, Pfarre Mödling: „Mobilität mit Sonnenkraft“
Die evangelische Pfarrgemeinde Mödling engagiert sich bereits seit Langem in vielen Bereichen der Nachhaltigkeit. Im vergangenen Jahr wurde das Thema Mobilität umfassend angegangen. Es wurde eine Photovoltaikanlage samt Ladestation installiert und für den Pfarrer ein E-Auto angeschafft. Für die Pfarrerin wurde bereits 2019 ein E-Fahrrad angeschafft.
Erzdiözese Wien, Pfarre Neunkirchen: „Sonnengesangsweg“
Um die Bevölkerung für das Thema „Schöpfung – Umwelt“ zu sensibilisieren, wurde anlässlich des 800-Jahr-Jubiläums des Sonnengesangs in der Schöpfungszeit 2025 der „Neunkirchner Sonnengesangsweg“ eröffnet. Entlang des Weges durch die Stadt wurden an zehn Stationen Tafeln angebracht, die in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern der Berufsschule Neunkirchen hergestellt wurden.
Auf dem Dach des Minoritenklosters wurde nach langen Gesprächen mit dem Bundesdenkmalamt eine 12,3-kWp-Photovoltaikanlage montiert – die zweite PV-Anlage der Pfarre. Beide Anlagen wurden 2025 zudem mit Speichern mit einer Gesamtkapazität von 44 kWh ausgestattet.
Erzdiözese Wien, Pfarre Kritzendorf: „Insektenfreundlicher Friedhof“
Die Pfarre Kritzendorf bewirtschaftet einen großen Pfarrgarten und einen Friedhof. In den vergangenen Jahren wurden einige Umgestaltungen vorgenommen, um die Biodiversität zu fördern und „Fehler“ der Vergangenheit, etwa die Thujenhecke, zu korrigieren.
Entlang der Grundstücksgrenze hat sich ein Gehölz- und Gebüschstreifen etabliert. Inmitten des Gartens gibt es eine „wilde Insel“ aus verschiedenen Sträuchern sowie Wildkirsche, Ahorn und Nussbaum, die auch bei Kindern als beliebter Naturspielplatz dient.
Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von jungen Nachwuchsmusikerinnen und Musiker - Nicolae und Nectarie Soare und Sara Pajic. Den Ausklang bildete ein ausgiebiges Buffet vom Bildunghaus St. Hippolyt bereitgestellt, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich noch austauschen konnten.