Der heilige Martin
Der heilige Martin wurde um 316 in Savaria, dem heutigen Szombathely in Ungarn, als Sohn eines römischen Offiziers geboren. Aus christlicher Überzeugung verweigerte er den Kriegsdienst, ließ sich taufen und wurde Schüler des Bischofs Hilarius von Poitiers. Er gründete das erste Kloster Galliens, wirkte als Friedensstifter und Wohltäter und wurde 372 zum Bischof von Tours gewählt. Er starb 397. Sein Gedenktag am 11. November erinnert an seine Beisetzung.
Berühmt ist Martin für die Legende, nach der er seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte. Das Teilen steht daher bis heute im Mittelpunkt des Martinsfestes. In der Diözese St. Pölten sind 23 Pfarren dem Heiligen geweiht. Am 11. November feiern zahlreiche Gemeinden mit Gottesdiensten, Martinsspielen, Laternenumzügen und traditionellen Speisen wie Kipferln und Gänsebraten.
Der Martinstag war früher auch ein wichtiger Pacht- und Zahltag am Ende des bäuerlichen Wirtschaftsjahres. Mit ihm begann die 40-tägige vorweihnachtliche Fastenzeit, die sogenannte Martinsquadragese. Der Brauch des Ganslessens wird der Legende nach damit erklärt, dass schnatternde Gänse Martin verraten haben sollen, als er sich vor seiner Wahl zum Bischof versteckte.