OStR KR Mag. P. Martin Mayrhofer OSB
Leopold Mayrhofer wurde am 22. Jänner 1942 in Loosdorf bei Melk als Sohn der Bauersleute Franz und Christine Mayrhofer geboren. Nach der Volksschule und einem Jahr Hauptschule kam er als Seminarist an das Stiftsgymnasium Seitenstetten, wo er 1960 mit Auszeichnung maturierte. Anschließend trat er in das Noviziat des Benediktinerstiftes
Seitenstetten ein und erhielt den Ordensnamen Martin.
Nach dem Noviziat studierte er von 1961 bis 1965 Philosophie und Theologie in Rom. Die Jahre des Zweiten Vatikanischen Konzils vermittelten ihm einen bleibenden Eindruck von der weltumspannenden Weite der katholischen Kirche und zugleich boten ihm die Jahre in der ewigen Stadt Gelegenheit, seinen künstlerischen Horizont zu erweitern.
Sein Studium schloss er in Salzburg ab. Am 17. Juli 1966 wurde er von Diözesanbischof Dr. Franz Žak gemeinsam mit seinem Mitbruder P. Ägid Ritt in seiner Heimatpfarre Loosdorf zum Priester geweiht. Von 1966 bis 1969 wirkte P. Martin als Kaplan in Öhling und versah zusätzlich Seelsorgedienste im dortigen Landesklinikum. In Mauer lernte er
beim Bildhauer Johann Marschner die Bildschnitzerkunst.
1969 wurde er als Internatserzieher nach Seitenstetten zurückberufen und begann am Stiftsgymnasium Bildnerische Erziehung zu unterrichten. Von 1976 bis 1978 war er Konviktsdirektor. Zur fachlichen Vertiefung studierte er ab 1977 an der Hochschule für Künstlerische und Industrielle Gestaltung in Linz und schloss dieses Studium im Jahr 1982 als Magister artium ab. Auch wenn sich nicht alle Schüler mit ihm leicht getan haben, so konnte er doch viele für die Kunst begeistern, zahlreiche unter ihnen haben auch selbst einen Weg als Kunsterzieher eingeschlagen. P. Martin achtete auf diszipliniertes und konzentriertes Arbeiten, was er auch problemlos durchsetzte. Besonders in der Oberstufe stellte er hohe Ansprüche. Modeströmungen in der Kunst begegnete er mit Zurückhaltung; er war ein Mann mit klaren
Grundsätzen und nicht leicht bereit, von ihnen abzuweichen.
1984 ernannte ihn Abt Berthold Heigl zum Kustos der Kunstsammlungen des Stiftes. Er richtete ein neues Kunstdepot ein, wirkte an der Stiftsrenovierung mit und war wesentlich an der Vorbereitung der Niederösterreichischen Landesausstellung 1988 beteiligt. Die Pflege und Präsentation der Kunstsammlungen wurde zu einem wichtigen Teil
seines Lebens.
Daneben blieb P. Martin selbst zeitlebens künstlerisch tätig. Von der Bildhauerei wandte er sich zunehmend verschiedenen graphischen Techniken, dem Aquarell und der Temperamalerei, zu. Sein umfangreiches Schaffen präsentierte er in zahlreichen Ausstellungen. Auch seine Galerie- und Atelierabende waren sehr beliebt.
Bei all diesen Aufgaben blieb ihm die Seelsorge stets wichtig. Viele Jahre hindurch half er Sonntag für Sonntag in Ybbsitz aus. 1999 übernahm er die Seelsorge in Krenstetten, zunächst als Administrator, dann als Pfarrer. Diesen Dienst versah er bis zu seiner Erkrankung. Mit der Renovierung und Neugestaltung der Pfarr- und Wallfahrtskirche setzte er
bleibende Akzente. Mit großer Sorgfalt pflegte er auch die Fatima-Wallfahrt nach Krenstetten und lud regelmäßig Gastzelebranten zu dieser monatlichen Feier ein.
Nachdem sich am Karsamstag 2026 eine Krebserkrankung bemerkbar gemacht hatte, nahm seine Lebenskraft innerhalb weniger Monate ab. Er musste sich aus seinem öffentlichen Wirken zurückziehen und verbrachte die letzten Monate seines Lebens, umsorgt von der Gemeinschaft, im Krankenzimmer des Stiftes. Besuche und Spaziergänge am Klausurgang erfüllten seine letzten Wochen mit zahlreichen Begegnungen.
Wir verlieren mit P. Martin eine markante Persönlichkeit, einen liebevollen Seelsorger und einen Künstler, dessen Schaffen das Bild des Stiftes geprägt hat und dessen Werk weit über seinen Tod hinausreichen wird.
P. Martin wird ab Mittwoch, 7. Oktober 2026, 16:30 Uhr,
in der Gruftkapelle des Stiftes aufgebahrt.
Wir halten für ihn am Dienstag, 6. Oktober, 19:00 Uhr, in Krenstetten die Totenwache
und am Mittwoch, 7. Oktober, um 19:00 Uhr in der Stiftskirche Seitenstetten.
Am Donnerstag, 8. Oktober, beten wir um 13:30 Uhr den Rosenkranz und feiern um 14:00
Uhr für ihn das hl. Requiem. Im Anschluss geleiten wir unseren Mitbruder zur Beisetzung auf den Klosterfriedhof.
Um das Gebet für den verstorbenen Mitbruder und um das Gedenken in der Feier der Eucharistie bitten.