"Kirche Bunt" feiert 80-jähriges Jubiläum
Mit einem Festgottesdienst im St. Pöltner Dom am 11. Jänner 2025 hat die diözesane Kirchenzeitung Kirche bunt am Sonntag ihr 80-jähriges Bestehen gefeiert. Dem Gottesdienst stand Bischof Alois Schwarz vor.
Die St. Pöltner Kirchenzeitung Kirche bunt entstand unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg unter schwierigen Bedingungen. Der junge Ordinariatssekretär Franz Willinger wurde von Bischof Michael Memelauer (1874-1961) mit ihrem Aufbau beauftragt. Trotz großer Probleme – von Papiermangel über Druck und Vertrieb bis hin zur Zensur durch die russische Besatzungsmacht – erschien am 20. Dezember 1945 die erste Ausgabe mit 15.000 Exemplaren, die sofort vergriffen war. Die Auflage stieg rasch auf 45.000 Stück. Nach Krieg und NS-Herrschaft war der Bedarf an religiösem Lesestoff groß.
In den folgenden Jahren konsolidierte sich die Zeitung. Zum zehnjährigen Bestehen 1956 betonte Willinger, dass neben den überwundenen äußeren Schwierigkeiten vor allem die geistigen Aufgaben im Mittelpunkt standen. Die Redaktion bemühte sich um neue Informationsquellen, berichtete über Verfolgungen hinter dem Eisernen Vorhang und nutzte kontinuierlich technische Neuerungen im Druck.
Ein Meilenstein war 1960 die Einführung des Tiefdrucks und die erste farbige Titelseite, womit das Kirchenblatt zu den modernsten Zeitungen Europas zählte. Unter Willingers Leitung entwickelte sich auch die NÖN erfolgreich, was in den 1970er-Jahren zum Bau eines Pressehauses in St. Pölten führte.
Nach Willingers Tod 1985 übernahm Prälat Josef Eichinger die Herausgeberschaft von Kirche bunt und prägte die Zeitung bis zu seinem Tod 2015. Als Herausgeber folgten Prälat Eduard Gruber und später Generalvikar Christoph Weiss. Die Redaktion steht seit 2016 unter der Leitung von Sonja Planitzer.
Technisch blieb die Zeitung stets am Puls der Zeit: Umstellung auf Offsetdruck, Einführung von Computern, Modernisierung des Layouts, Online-Auftritt, Social Media, e-Paper und App. Seit 2023 erscheint „Kirche bunt“ auf umweltfreundlichem Recyclingpapier, ist auch hörbar über eine Vorlesefunktion und versteht sich weiterhin als das, was sie von Beginn an sein wollte: ein Bote der frohen Kunde !