Unterwegs mit Gott als Pilger der Hoffnung
Die Predigt von Diözesanbischof Alois Schwarz blickte am Ende des Heiligen Jahres auf den gemeinsamen Pilgerweg der Gläubigen zurück und lud dazu ein, die empfangenen Gnaden in ein geheiligtes neues Jahr mitzunehmen.
Ausgangspunkt ist die Gewissheit, dass Jesus Christus stets mitgeht. In Erinnerung an das Konzil von Nicäa wird betont, dass der Glaube an Christus als wahrer Gott und wahrer Mensch "kein theologischer Luxus", sondern Lebensgrundlage ist. In ihm wird nicht nur Gott, sondern auch der Mensch selbst offenbar.
Das Fest der Heiligen Familie zeigt, dass christliche Hoffnung konkret und menschlich ist: Jesus wuchs in einer Familie auf, die Unsicherheit, Flucht und Konflikte erlebte. Gerade darin wird deutlich, dass Gott auch in unvollkommenen, herausfordernden Lebenssituationen gegenwärtig ist. Hoffnung hat einen Namen – Jesus Christus – und sie ist keine abstrakte Idee.
Ein zentrales Bild ist das Pilgerarmband mit Buchstaben: Der Glaube entsteht Schritt für Schritt, unterwegs, im Miteinander. Nicht Leistung steht im Vordergrund, sondern das Beschenktwerden durch Gott. Jeder Weg, jede Kirche, jede Begegnung gehört zur persönlichen Glaubensgeschichte.
Besonders hervorgehoben wird an diesem Sonntag die Familie als „Jubiläumskirche“: Gott wohnt im konkreten Alltag der Menschen, mit all ihren Freuden, Kämpfen und Brüchen. Heiligkeit beginnt nicht mit perfekten Verhältnissen, sondern dort, wo Menschen einander nicht aufgeben und neu anfangen. Zeugnisse von Versöhnung, Heilung und neu erwachter Hoffnung werden als Zeichen dieses Heiligen Jahres genannt.
Zum Schluss erfolgte die Sendung: Die Erfahrungen des Heiligen Jahres sollen in den Alltag getragen werden. Christinnen und Christen sind gerufen, Pilger der Hoffnung zu bleiben, Zeichen der Liebe, des Zuhörens, des Gebets und der Versöhnung zu setzen – im Vertrauen darauf, dass Christus immer schon mitgeht und den Menschen voraus ist.